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12 November 2022

Hiobs Zweifel die zweite.

 Diesen Text habe ich 2022 geschrieben. Inzwischen sind wir noch zweimal umgezogen. Ein Kind hat eine seelische Erkrankung entwickelt, die uns wahrscheinlich noch länger begleiten wird. Aktuell bin ich auf Arbeitssuche. Unsere Lage hat sich über die Jahre trotzdem in manchen Punkten verbessert und beruhigt. Ich möchte euch dies hier nicht vorenthalten, denn ich fühle mich immer noch oft wie Hiob, oder wie der ältere Sohn aus dem Gleichnis des Verlorenen Sohnes. Das im Text genannte Buch habe ich immer noch nicht ganz zu Ende gelesen...

 

 Manch einer, der hier so vorbei schaut, hat meinen Post über "Hiobs Zweifel" gelesen. Ich habe damals geschrieben, dass Hiob mir sympathisch ist, weil er Gott die Brocken hinwirft und verzweifelt, wie Gott sein Leid zulassen kann. Seine Freunde haben die üblichen Erklärungen: Du musst gesündigt haben, deswegen lässt Gott das alles zu. Wenn du genug glaubst, wird es wieder besser. Und überhaupt haben sie viele gute Tipps für Hiob. Aber das Beste, das sie für ihn tun können, ist, eine ganze Weile mit Hiob auszuharren und zu schweigen. Denn es gibt nichts zu sagen. 

Damals habe ich geschrieben, dass ich so mit Zweifelnden umgehen möchte. Sie aushalten. Für sie weiterglauben. An ihrer Seite bleiben.

Heute schaue ich auf eine ziemlich lange Zeit des Zweifels und Verzweifelns zurück. Ich kann sagen: es haben nur wenige neben mir ausgehalten und ausgeharrt. Manche haben mich vielleicht sogar gemieden, denn es könnte ja sein, dass meine Zweifel ansteckend sind. Unter Umständen hätte man da seinen eigenen Glauben auch hinterfragen müssen.Und natürlich gab es auch die Besserwisser.

Seit ungefähr drei oder vier Jahren kann ich sagen, dass wir hier eine Hiobsbotschaft nach der anderen bekommen. Sicher, alles nicht lebensbedrohlich. Manchmal sind es vielleicht nur "kleine" Dinge, wie z.B. zwei Meerschweinchen, die überraschend sterben. Oder die Nachricht des Förderstopps für KfW-Häuser, in einer Zeit, als wir gerade bauen wollen. Wenn dann noch ein Krieg mit steigenden Rohstoffpreisen und Inflation dazu kommt, fragt man sich: Wieso JETZT? Wo wir uns endlich durchgerungen haben, hier zu bauen.

Dann stirbt ein sehr naher Verwandter völlig unerwartet. 

Kurz darauf wird mein Mann gekündigt, 10 Monate nach dem Umzug.  

Das waren so ungefähr die Katastrophen der letzten drei Monate. 

Ich fühle mich wirklich wie Hiob. Ich frage mich, was denn nun noch alles passiert und wie tief wir fallen werden. Wobei wir ehrlicherweise nicht so tief fallen. Ich arbeite weiter als Ärztin, und ich habe auch keine Angst, dass es finanziell eng wird. Damit kann ich umgehen.

Trotzdem bin ich an einem Punkt, an dem ich manchmal schon gar nicht mehr erzähle, was bei uns so los ist, weil bei uns eben ständig solche richtig heftigen Dinge passieren, am laufenden Meter. 

Obwohl also die Fallhöhe in den letzten Monaten ganz schön zugenommen hat, sind meine Zweifel an Gott ein klein wenig kleiner geworden. Das liegt auch an einem Buch, das ich angefangen habe zu lesen, bin aber noch nicht ganz durch:

"Nimm sein Bild in dein Herz auf" von Henri Nouwen. 

Es ist eine geistliche Betrachtung eines Bildes von Rembrandt, dem Bild "Die Rückkehr des verlorenen Sohnes". 

Wikipedia: Die Rückkehr des Sohnes 

Herr Nouwen berichtet, wie das Bild ihn verändert hat und welche Erkenntnisse er über mehrere Jahre zu diesem Bild gewonnen hat und wie sich sein Gottesbild und auch sein Selbstbild dadurch verändert hat. Tief bewegt hat mich das Kapitel zum älteren Sohn, der auf dem Bild zusieht, wie sein Vater den Jüngeren in Empfang nimmt. Im Bibeltext vom "Verlorenen Sohn" beschwert sich der Ältere: Er arbeite gehorsam seit langer Zeit auf dem Hof des Vaters, aber noch nie sei ein Mastkalb für ihn geschlachtet worden. In anderen Worten: "Ich war immer brav, und der bekommt die Party!"
Selten liest man von geistlichen Vorbildern, wie sie ihre Schwächen beschreiben. Eigentlich gibt es so etwas gar nicht in der modernen christlichen, vor allem freichristlichen Literatur. Es gibt tausend Bücher im Ratgeber-Stil "So wirst du ein besserer Christ". Aber selten habe ich gelesen, dass ein Autor seine Schwäche preisgibt.
Henri Nouwen beschreibt, wie er selbst eifersüchtig und neidisch auf andere war (und manchmal noch ist), die weniger für Gott getan haben und trotzdem angesehener waren und fröhlicher und einfacher glauben konnten. Er beschreibt, wie er sich von Gott zurück gesetzt fühlte, weil sein Leben nicht so glatt lief wie das anderer Menschen, die vielleicht sogar Gottes Gebote missachtet hatten. Und ich fühle mich so verstanden. Ich fühle genau so. Ich habe mich investiert in Gemeinde, habe versucht, mein Christsein nach bestem Wissen und Gewissen zu leben, habe an wichtigen Wegkreuzungen Gott nach Seiner Führung gefragt und meinte auch, an den wichtigsten Punkten Gottes Richtungsweisungen gefolgt zu sein. Trotzdem erfüllte sich sehr vieles nicht, erwies sich vieles als schwierig und unwegsam. Trotzdem sah ich mich zurückgesetzt und benachteiligt, sah ich meine Träume und Herzenswünsche vorbei ziehen und es schien mir so, dass sich die Zeitfenster und Möglichkeiten verschlossen, in denen ich meinem Leben noch irgendwie eine Richtung geben konnte, die ich, nur ich wollte und wo ich mich nicht den äußeren Zwängen beugen muss (Ehe, Kinder, Familie). Bei Männern heißt das Midlife Crisis und geht oft mit jungen Frauen und Motorrädern einher. Mir meinen eigenen egoistischen Weg suchen wäre also auch eine Möglichkeit für mich, also als "Älterer Sohn" mit Blick auf den Jüngeren, der einfach ein ausschweifendes und egoistisches Leben gelebt hat. Wenn er das kann, warum dann nicht ich? Wahrscheinlich ist die einfache Antwort: Weil ich zu viel Angst vor dem Vater habe: was würde mir passieren, wenn ich so handelte? Weil ich überhaupt zu feige bin, so ein egoistisches Leben zu führen.... Und das sagt in erster Linie etwas über mein Bild vom Vater aus, und über mein Bild von mir selbst.

Henri Nouwen schreibt von zwei Dingen, die den Älteren Söhnen und Töchtern helfen, nicht bitter zu werden und Gott näher zu kommen und mit ihrer Rolle fertig zu werden:

Dankbarkeit und Vertrauen.

Beides nicht meine starken Seiten, wer hätte das gedacht. 

Da habe ich jetzt also eine neue Aufgabe.

02 April 2021

Unser Chaos-Garten und warum ich ihn trotzdem liebe

 Unser Garten war nie besonders "schön" im Sinne von eine Augenweide, sehr schön anzusehen, ordentlich, ein Blühparadies.

Eher so: rundum viele Büsche, die ich im Herbst versuchte etwas einzuhegen. Ein alter Baum, der jedes Jahr mehr von Efeu überwuchert wurde. In den Beeten Bambus, den vorherige Bewohner angepflanzt hatten, und dem letztlich nicht beizukommen war. Außer vielleicht mit einem Bagger und einer kompletten "Sanierung". Auf der Terrasse ein wunderschöner, auch schon ziemlich alter Rosenbusch, den ich auch jedes Jahr versuche einzuhegen, mit inzwischen mäßigem Erfolg. 

Zwischen alldem wuchern immer mal wieder wilde Brombeerranken (Achtung, Dornen!) und Hollerbüsche, beides rupfe ich jedes Jahr immer wieder raus, nur, damit sie im nächsten Eck schon wieder wuchern...

Ein uralter Pool, den wir zeitweise nutzen, im Moment aber nicht, und so richtig sauber war das Wasser da trotz all unserer Bemühungen mit Pumpe und Chemie meist nur kurz nach Neubefüllung. Da es nur eine Schwimmabdeckung gibt, regnet´s da auch immer rein. Als wir hier eingezogen sind, lebten im Pool Stechmücken und Amphibien. :-)

Am hinteren Ende wächst schon viele Jahre eine Kirschlorbeer-Hecke, die inzwischen wie eine ca. 2m breite Mauer zum Nachbarn steht. Sie muss jedes Jahr geschnitten werden, was mein Mann macht. Es ist immer ziemlich viel Arbeit.

Ein inzwischen sehr hoher Gingko-Baum. Wir haben ihn nie beschnitten, hätten wir wohl tun sollen...

 Auf der Terrasse ein kleines Erdbeer-Beet, habe ich letztes Jahr angelegt. Und Kräuter, zwischen dem Bambus: Bohnenkraut (prima Bodendecker, wuchert prima), Thymian, Salbei, der im Frühling wunderschön blüht.

Ein Kompromiss-Garten, denn meine Zeit ist begrenzt. Was wir nicht haben: Steinwüste. 

Die Nachbarn mögen unseren Garten nicht besonders. Ist einfach zu ungepflegt, zu wild. So viel Brennessel hinten unter dem Kirschlorbeer! Äste, die zum Nachbarn rüber ragen! Und überhaupt. 

Die Gärten der Nachbarn haben im Prinzip keine Hecken mehr. Vereinzelt mal ne kleine, niedrige Hecke. Vereinzelt mal ein Obstbaum. Ansonsten Rasen, Steinplatten, Pools, noch mehr Rasen. Ein paar Blümchen am Rand. That´s it. 

Eine Nachbarin hat einen großen, schönen Gemüsegarten und viele, viele Blumen. Ihr Vorgarten ist eindeutig der schönste. Aber auch dieser wurde von den Kindern (sie ist über 80 Jahre) schon zugepflastert, so dass die zu bearbeitende Fläche deutlich kleiner geworden ist. 

Wir wohnen in einer Stadt, in der auch ein großer Pflanzenschutzhersteller ansässig ist. Da viele Menschen dort arbeiten oder wen kennen, der dort arbeitet, wird hier auch viel gespritzt. Nur unsere Nachbarin und wir halten uns da zurück...

 Bald werden wir wieder einmal umziehen. Nach fast 13 Jahren hier... Da das Haus nur gemietet ist und der neue Hausverwalter den Garten schon immer schrecklich fand, ahne ich, was passiert, wenn wir hier ausziehen. Bagger werden anrücken.

Was wir auch haben in diesem wilden Garten und warum ich ihn deswegen sehr liebe und sehr vermissen werde:

Auf dem Gingko-Baum sitzen im Frühjahr die Vögel: Sehr gerne die Elstern, Amseln und Tauben. Wenn ich im Bett liege im 1. Stock, können sie zu mir reinschauen. Im Efeu-Baum nistet jedes Jahr ein Ringeltauben-Pärchen. Als sie das erste Mal kamen, dachte ich: oh nein, verjagen!! Ist mir zum einen nicht gelungen. Zum anderen ist es auch gar nicht so schlimm. Eigentlich bemerke ich die beiden kaum. Manchmal haben sie Gurr-Stunde, dann höre ich sie schon früh im Bett. Es ist übrigens nicht alles voller Taubendreck. 

In den Hecken nisten jedes Jahr mehrere Vögel: Meisen, Spatzen, Amseln. Im Frühjahr üben sie fliegen, von einem Strauch zum andern, und über den Pool von einer Gartenseite zur andern. Zu Fressen finden sie, glaube ich, reichlich: Wilde Brombeeren. Hollerbeeren. Beeren vom Kirschlorbeer. Hagebutten von den Rosen (weil ich die nie alle abgeschnitten bekomme). Selbst früh im Jahr gibts noch Reste vom letzten Jahr. Schnecken, Regenwürmer und sonstiges Getier gibt es hier auch. Im Unterholz liegen teilweise alte abgesägte Äste, schön aufgeschichtet. Laub kehre ich zwar im Herbst zusammen, aber ich tue nur einen Teil in die Biotonne. Der Rest kommt unter die Büsche. Für den Igel, der schon seit einigen Jahren hier lebt. Im Sommer hören wir ihn manchmal hinter uns auf der Terrase schnaufen und stampfen und rascheln. Einmal ist er in den Pool gefallen. Zum Glück waren wir gerade draußen, und mein Sohn hat ihn bemerkt! Es war gar nicht so einfach, das ziemlich schwere Prachtexemplar von Igel aus dem Wasser raus zu fischen. Ich habe ihn in den Busch gesetzt und ihm Rührei gebracht. Bald war er wieder verschwunden. Wo genau er lebt, wissen wir nicht. Wahrscheinlich hinten unter dem Kirschlorbeer. Einmal haben wir an der größten Erdbeere im Beet Bissspuren gefunden, die eindeutig nicht von einer Maus oder einem Vogel stammten. Auch an unseren Tomaten, die wir zeitweise auf der Terrasse ziehen, hat er sich schon gütlich getan.
Spitzmäuse haben wir auch im Garten. Leider sind Mäuse noch weitaus dümmer als Igel. Deswegen fischen wir häufiger tote Mäuse aus dem Pool. Manchmal stolpern wir über ein kleines Loch im Boden: Aha. Da waren sie wieder. 
Manchmal wohnen im nächsten Jahr im gleichen Loch keine Mäuse mehr, sondern Erdhummeln oder Wespen. Besonders dann, wenn das Loch ein wenig versteckt unter einem Busch oder unter Efeu und Laub liegt. Ich könnte stundenlang zusehen, wie die kleinen Insekten rein und raus fliegen.
Irgendwo wohnen wahrscheinlich auch Wildbienen. Ich schneide die langen,trockenen und hohlen Stängel von den Lilien im Herbst ab und häufle sie unter einem Busch auf. Vielleicht leben dort ein paar von ihnen. 
Wenn im Frühling der Salbei blüht, kann man den Hummeln und Bienen beim Nektar sammeln zusehen. Das ist herrlich. Und nebenbei bestäuben sie unsere Tomaten- und Erdbeerpflanzen. 

Ich werde diesen Garten sehr vermissen. Die Vögel, die vielen Insekten, den Igel. Das wilde Durcheinander. Dass der Garten so "eingewachsen" ist. Ja, das wird mir fehlen. 

Ich hoffe einfach, dass der Garten weitgehend so erhalten bleibt. Er ist ein Kleinod und eine Insel für viele Tiere zwischen all diesen glatt gebügelten Gärten rechts und links. (Wobei: links ist ja der schöne Gemüsegarten). Den Bambus kann man vielleicht wirklich mal abgraben. Aber dann muss man wahrscheinlich den Rosenstrauch mit platt machen. Die Terrasse ist noch aus den 60ern, ich hatte zeitweise die Befürchtung, die darunter lebenden Ameisen könnten die Steine nach und nach wegtragen... Auch sie gehört mal neu gemacht. Aber den Rest... lasst ihn einfach so wie er ist. Der Efeu-Baum wird nach und nach sterben. Im Januar, als es so viel geschneit hat, und noch dazu schwerer, nasser Schnee auf den Bäumen lag, brach ein großer Ast ab. Klar, das ist auch nicht ganz ungefährlich. Sollte man nicht grad drunter stehen. Aber so macht die Natur es eben. So haben noch ganz lange sehr viele Tiere, Pflanzen und Mikroben etwas von dem Baum. 


Das ist Elsa, die Elster. Sie hatte einen lahmen Flügel und kam einige Wochen lang zu uns gehopst und holte sich Nüsse ab. Sie war sehr zutraulich.


22 August 2014

Hiobs Zweifel

Ich lese zur Zeit Hiob.
Wer hat schon einmal versucht, das Buch Hiob in der Elberfelder Übersetzung zu lesen? Oder in der Hoffnung für Alle? Und jetzt ehrlich: Wer hat es ganz durchgelesen und das Gefühl gehabt, dass dieses Buch einfach stark ist? Bei mir waren die Emotionen meist eher so: So langatmig und hölzern. Ich kapier gar nicht ganz wovon die reden. Was für ein schwieriges Buch..

Ich lese seit einiger Zeit Hiob in der New King James Version und kann Euch sagen: Was für ein himmelweiter Unterschied! Wie konnte ich mich jahrelang um diese coole Bibelübersetzung bringen!
Warum?
In der NKJV ist Hiob in so einer Art "Versform" geschrieben. Kein Blocksatz.
Da macht das alles plötzlich viel mehr Sinn, ist gegliedert, ist auch literarisch lesenswert.

Hiob ist mir hochsympathisch. Echt. Er fühlt sich von seinen Freunden sowas von nicht verstanden, dass er sich schon fast die Haare rauft. Gleichzeitig sind sie ihm natürlich nicht egal.
Hiob wirft ganz grundsätzliche Fragen auf. Hiob hadert mit Gott und mit seinem Leben. Und das in der Bibel! ;)
Mir ist das sympathisch.
Ich habe auch schon gehadert.
Wer nicht?
Wer nicht, kennt eine Dimension des Glaubens nicht.

Wir kämpfen alle manchmal ganz schön in unseren Leben. Dann kommen die netten, guten befreundeten Christen und erzählen einem, wie man es besser macht. Und dass wir schließlich selbst schuld sind an unserem ganzen Dilemma. Und wenn wir nur immer Gottes Gebote gehalten hätten, dann...

Es hat sich nicht so viel verändert in den letzten paar tausend Jahren seit Hiob.

Oder?

Ich hoffe, dass ich den Zweifelnden, den Kämpfenden und Ringenden anders begegnen kann. Dass ich sie in Liebe annehmen kann. Sie nicht alleine lasse, aber auch nicht mit guten Ratschlägen zutexte.
Sie aushalte, aushalte, aushalte. Mit ihnen Gott in Frage stelle. Und weitermache, weiter glaube, weiter an der himmlischen Ewigen dranbleibe. 

Denn sie liebt uns ja trotzdem.






01 April 2014

Genesis 1 - brandaktuell

Vor kurzem habe ich in der Bibel mal wieder am Anfang angefangen.
Es ist ziemlich überwältigend, wie viel praktische Relevanz das erste Kapitel der Bibel hat. Weil mich einige Verse echt getroffen haben, schreibe ich es mal auf, vielleicht findet sich noch wer wieder.

Die Verse sind der englischen New King James Übersetzung entnommen, weil ich zur Zeit in dieser Bibel lese. Übrigens ein guter Tipp, die Bibel auch mal in einer anderen Übersetzung oder Sprache zu lesen, da das neue Horizonte eröffnet.

1. "Darkness he called NIGHT, and the Light he called DAY." (V.5)
Wie sieht das heute aus, und oft genug in meinem Leben? Gott hat mich beim Lesen hier direkt angesprochen. Wie oft machen wir die Nacht zum Tag! Aber so hat Gott sich das nicht gedacht. Das Dunkel ist die Nacht. Das Licht ist der Tag. Ich möchte bewusster danach leben, denn es tut meinem Körper und meiner Seele gut.
(Allerdings weiß ich nicht so genau, wie ein Bibelleser am Polarkreis diesen Vers interpretiert...)
Sehr interessant finde ich die Tatsache, dass in Genesis die Tage mit dem Abend beginnen: "And it was evening and morning: a new day. Auch das ist eine neue Sichtweise, die ich mehr verinnerlichen möchte.

2. "Let US make...." (V.26) - an dieser Stelle nennt Gott sich in der Mehrzahl. Ein erster Hinweis auf die Dreieinigkeit.

3. "So God created man in His own image, in the image of God He created him, male and female he created him."
Das war Gottes ursprünglicher Plan: Mann und Frau von gleichem Wert, beide Gott ähnlich. Ich möchte diesen Satz verinnerlichen. God created me in His own image, und so sieht Gott mich immer noch. Um Missverständnisse zu vermeiden, wird die message sogar wiederholt! Manchmal muss ich mir dies vergegenwärtigen, gerade dann, wenn jemand vor mir steht, mit dem mir der Umgang schwerfällt. Jede/r Einzelne/r ist nach Gottes Ebenbild geschaffen und wertvoll.

4. Then God said: "Let the earth bring forth grass, the herb that yields seed, and the fruit tree that yields fruit according to its kind, whose seed is in itself , on the earth."
Ein recht aktuelles Thema: Gottes Plan war es, dass sich alle Pflanzen durch ihren Samen vermehren und aus dem Samen eine "entsprechende" Pflanze wächst. Heute gibt es zunehmend Bestrebungen hin zu Hybridpflanzen und auch Getreidesorten, die man nicht wieder aussäen kann. Dies zwingt Bauern dazu, die Samen "nachzukaufen". Durch die Gentechnik sind Pflanzen ein "Investment mit Dividende" geworden. Wir wissen, dass dies gerade in Ländern wie Indien oder Afrika zunehmend ein Problem wird. Näheres gibt es hier: Welt-Ernährung

So viel erst mal. Alles dabei: Persönliches - Gesellschaft - Gottesbild - Menschenbild.

09 September 2012

Israel

Es gibt sogar Lamas in Israel...

Das ist schon ganz schön lange her, dass wir in Israel waren - November 2010! Schon bald zwei Jahre. Ich möchte ja gerne wieder hin.
Jerusalem ist so international, man trifft hier Menschen aus der ganzen Welt - von Norden, Süden, Osten und Westen. Es ist tief religiös, es ist nicht möglich, nach Jerusalem zu kommen und der Frage nach Gott nicht zu begegnen.
Israel hat vielfältige Eindrücke bei mir hinterlassen. In erster Linie ist meine Liebe zu dem Volk der Juden, dem Volk Gottes, gewachsen. Auch die Art und Weise, wie Juden ihrem Glauben Ausdruck verleihen, berührte immer wieder mein Herz: Ob an der Klagemauer - Junge, Alte, Reiche, Arme im Gebet vereint - oder in der Jugendherberge in der Wüste, in der es ein extra Waschbecken mit einem schönen Schöpfgefäß gab für die rituelle Waschung vor den Mahlzeiten. Dort stand auch - meine ich, wenn mich die Erinnerung nicht trügt - ein Gebet angeschrieben. Die Waschung ist nicht nur ein formelles Ritual, denn dabei macht man sich bewusst, dass das Essen und Trinken von Gott, dem Schöpfer, kommt. Dieses Zusammenspiel aus Körper/Fühlen/Wahrnehmen und Spiritualität ist uns eher fremd, denn bei uns ist der Glaube meist etwas Abstraktes/Geistiges/Nicht-Körperliches. Dabei wird so vieles plastischer. An der Klagemauer tanzen ist sicherlich etwas Besonderes - für mich war es schon ein ganz beeindruckendes Erlebnis, dort zu beten. Das ist etwas, was wir nicht kennen: Dass Menschen im öffentlichen Raum beten! An der Klagemauer wird auch Bar Mizwah gefeiert, dazu reisen ganze Familien mit Anhang teilweise aus weiter Ferne (z.B. Amerika!) an. Es ist dann aber auch beeindruckend. Es gibt spezielle Musiker/Trommler, die man anheuern kann, die dann für die Musik sorgen. Da wird dann schon mal in der Schlange vor der Sicherheitsabfertigung getanzt und gesungen!

Wir sind auch ein paar Tage in die Wüste gefahren. Man muss sich Israel ungefähr so vorstellen: Das Land ist so groß wie Hessen und obendrein besteht es zu 60% aus Wüste. Das heißt nicht, dass es da nichts gibt, im Gegenteil. Es gibt dort auch Orte, Oasen, Touristen, schöne Orte. Einer dieser beeindruckenden Orte ist Masada. Masada ist für Juden ein wichtiges Symbol für Freiheit und Mut. Ich glaube, es gibt sogar den stehenden Satz "nie mehr Masada". Hier gibt es mehr Info.

Meine beiden Schwestern und ich, wir sind vor Sonnenaufgang hochmarschiert und haben so den Sonnenaufgang von diesem Plateau aus erleben können. Es war toll! Hier ein paar fotos:





Ganz ehrlich: Ich beneide meinen Bruder etwas um diese Erfahrung, ein ganzes Jahr in Israel!

Demnächst geht es weiter mit God´s Economy, versprochen. :-)

02 April 2011

Ein Zu Hause finden

Bevor ich weiterschreibe über God´s Economy möchte ich Euch (liest hier eigentlich jemand??) teilhaben lassen an einer wahren Geschichte aus unserem Leben, die mir zur Zeit nachgeht und deren entgültige Bedeutung und Bewertung (muss man das überhaupt?) noch aussteht.

In unserer alten Heimatgemeinde hatte es sich in einer kleinen Gruppe Singles verschiedenen Alters eingebürgert, sich recht regelmäßig nach dem Sonntag zum Essen zu treffen, mal hier, mal da, jeder bringt mit, was er hat, und irgendwie sind wir immer satt geworden und haben eine gute Zeit gehabt. Wir waren im Kern sechs Leute, die sich öfters gegenseitig besucht haben. Ein lieber Freund aus der Gruppe hat sich zudem öfters mit Volker unter der Woche getroffen, abends zum Essen, keine lange, aufwendige Sache: Zusammen gekocht, zusammen gegessen und geredet, und dann wieder nach Hause. Dieser Freund, nennen wir ihn D., war schon länger Single und auf der Suche nach einem "zu Hause", wie er uns immer wieder sagte. Als Christ gibt es dann ja schon diverse Möglichkeiten. Eine davon ist es, in eine Gemeinschaft zu ziehen und zu hoffen, dass dies das Zuhause wird.

So ging es auch D. Er wollte sich gerne sozial engagieren und ging deswegen in eine Gemeinschaft, die sich um Abhängige auf dem Weg aus der Abhängigkeit kümmerte. Er nahm sich eine längere Zeit unbezahlten Urlaub, vielleicht kündigte er sogar seine Arbeitsstelle, das weiß ich nicht mehr. Er stellte seine Möbel bei Bekannten und Verwandten unter und zog in besagte Gemeinschaft.

Wir blieben in Verbindung. Hin und wieder telefonierten wir, und leider war D. nicht besonders glücklich in dieser Gemeinschaft. Er hatte sehr wenig Raum für sich. Wenn er ein Problem hatte, hieß es, er solle dieses mit Gott klären. Es war definitiv kein Zu Hause für ihn geworden. Er sehnte sich zurück in seine "alte" Heimat, die für ihn dennoch keine richtige Heimat war.
Immer noch auf der Suche nach einem Ort, an dem er Wurzeln schlagen konnte...

Schließlich beschloss er, wieder zurückzukehren. Das war ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als wir wegzogen. Volkers Wohnung hatten wir gerade leergeräumt, als er uns fragte, ob er dort für eine Weile einziehen könnte, bis er eine eigene Wohnung gefunden hätte. Da der Mietvertrag ohnehin noch ein paar Wochen lief, hatten wir da rein gar nichts dagegen.

Wir waren eben ein paar Tage umgezogen, als uns eine gute Freundin anrief: "D. liegt im Krankenhaus, er fühlte sich schlecht und ist ins Krankenhaus. Bitte betet für ihn."
Einen Tag später kam die schreckliche Nachricht: "Iris, Volker, D. ist gestorben. Er hatte einen Herzinfarkt. Sie konnten ihn nicht retten. Es ging alles so schnell, keiner hat damit gerechnet!"

Wie vor den Kopf gestoßen waren wir... er war einer unserer besten Freunde in der alten Heimat. Ich hatte noch ein paar Tage zuvor mit ihm telefoniert, als er in die Wohnung gezogen war. Ich erinnere mich noch dunkel, dass es auch da wieder um das Zu Hause ging, das Ankommen, das zu Hause sein. In dem Gespräch ist mir so klar geworden, dass wir hier auf Erden kein endgültiges Zuhause finden werden, egal wie sehr wir uns bemühen. Ob wir nun Häuser bauen oder nicht, ob wir in einer Gemeinschaft leben oder nicht: unser Nest ist nicht von dieser Welt. Oder wie Augustinus in seinen Confessiones schreibt:
"...denn du hast uns zu dir hin geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir."
(Augustinus, Confessiones 1,1, 400 n.Chr., ins Deutsche übertragen von Iris K. Hoenisch.)

Für mich blieb ein Gefühl, ein Eindruck über D.´s Leben und Sterben: dass er nun endlich zu Hause angekommen ist, dass all sein Suchen und Streben von Gott letztgültig beantwortet worden war. Das hat mir den Sinn seines Sterbens leichter gemacht, denn es erscheint immer sinnlos, wenn ein (relativ) junger Mensch stirbt.

Was das mit God´s Economy zu tun hat? Das werdet ihr schon noch herausfinden...

2Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen!
3 Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN, mein Herz und mein Leib, sie jauchzen dem lebendigen Gott entgegen.
4 Auch der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat - deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott!
5 Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben. //

(Rev. Elberfelder Bibel, Psalm 84, Verse 2-5)

25 März 2011

God´s Economy: 2. Teil

Es ist nicht so ganz einfach, die Kapitel zusammenzufassen, da Jonathan viele kleine Geschichten und Beispiele mit einflicht, die ich jetzt weglasse, weil sonst müsste ich sein Buch komplett abschreiben. Also, wer das Ganze etwas praktischer vor Augen haben will, besorge sich o.g. Buch oder leihe es sich bei mir aus.

Im letzten Kapitel haben wir gesehen, dass es Gott nicht um äußeren, sondern inneren Reichtum geht, und dass nur dieser innere Reichtum an Vergebung (z.B.) den äußeren Reichtum freisetzen kann für Gottes Zwecke.

Im zweiten Kapitel geht es um die Sehnsucht nach "mehr" in uns. Wir wollen uns nicht mit dem "pie-in-the-sky" abspeisen lassen, d.h. ein Warten auf ein besseres Leben im Jenseits kann uns nicht glücklich machen.

Außerdem geht es darum, welche Rolle Geld auf dieser Welt spielt und was Jesus dazu sagt.
Ein Satz beschreibt die ganze Angelegenheit ganz gut: "But what Jesus concerns about money isn´t so much how we should use it... as how it affects our relationship with God." (S. 34)
(Jesus ist nicht so sehr damit beschäftigt, was wir mit dem Geld anfangen sollten, als vielmehr damit, wie es unsere Beziehung zu Gott beeinflusst.)
"Wer geldgierig ist, bekommt nie genug, und wer den Luxus liebt, hat immer zu wenig - auch das ist völlig sinnlos!" (Prediger 5,10) - Geld ist eine starke Macht für die, die welches haben. Aber wie ist das mit den Armen? Jonathan berichtet von einer Begegnung mit einem Obdachlosen (übrigens hier um die Ecke in Köln!), die ihn gelehrt hat, dass Geld auch das Denken und das Herz beeinflusst, wenn man es nicht hat.

Im nächsten Absatz kommt Jonathan auf den Punkt:
Er hat die Realität der Armen in den Slums Lateinamerikas und an anderen Orten der Welt gesehen, und diese Armut hat nichts "sozialromantisches". wir können sie nicht mit ein paar guten Werken abschaffen. Zwischen Arm und Reich tut sich ein Abgrund auf, der immer größer wird. Auch in christlichen Kreisen ist dieser Abgrund bekannt. Trotz nicht geringer weltweiter Anstrengung werden die Unterschiede nach wie vor immer größer. Armut ist ein Geschwür weltweit.
Diese Tatsachen haben Jonathan dazu bewegt, das Phänomen "Geld" als etwas völlig anderes zu betrachten:

Geld ist eine geistliche Macht, die diese Welt im Griff hat.

"But seeing poverty firsthand shook me from my illusions and convinced me that money is a power that works with the devil to steal, kill and destroy.....Rich and poor alike, the powers hold our imagination captive." (S. 47; frei übersetzt: Als ich Armut aus erster Hand begegnete, verlor ich meine Illusionen und überzeugte mich, dass Geld eine Macht ist, die mit dem Teufel zusammenarbeitet, um zu stehlen, zu töten und zu vernichten... Reiche wie Arme, unsere Vorstellungen werden von diesen Mächten gefangen gehalten.")

Jesus sagt: "Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich aber bringe Leben - und dies im Überfluss. (Joh 10,10) und "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe."

Jesus lädt uns ein in eine Ökonomie jenseits aller weltlichen Ökonomien. Sein Tod und seine Auferstehung ist der Knackpunkt und Wendepunkt für eine völlig andere "Wirtschaftsform". Jesus bietet uns Seinen göttlichen Überfluss an, der unser Leben echt reich macht. Jenseits weltlichen Reichtums. Aber eben nicht nur seelisch/geistlich, sondern auch real, indem Er uns von der Macht des Geldes befreit!

God´s Economy: 1. Teil

Im ersten Kapitel schreibt der Autor, dass wir das Evangelium unter anderem so verstehen, dass Gott uns schon an die richtigen "guten" Positionen bringen wird und erzählt nochmals die Geschichte von Joseph.

Joseph hat einen Traum, und er ist so naiv, diesen seinen Brüdern zu erzählen. Seine Brüder sind alles andere als begeistert, und wie wir wissen, wird Joseph nach Ägypten in die Sklaverei verkauft. Bei Potifar erlebt er seinen ersten Aufstieg. Er ist moralisch stark und wiedersteht der Hausherrin, die ihn verführen will, und landet schließlich im Gefängnis. Dort deutet er zwei Menschen die Träume. Der Mundschenk erinnert sich einige Zeit später an ihn, als niemand die Träume des Pharao deuten kann. Wie wir wissen, erklärt Joseph die Träume und gibt auch noch den guten Ratschlag, einen Teil der Ernte in den guten Jahren in großen Lagerhallen zu lagern, damit in der Hungersnot genügend Korn zur Verfügung steht.
Schließlich wird Joseph zur Rechten Hand des Pharao.
Ein kometenhafter Aufstieg, nicht wahr? Aber Gott sieht das Herz. Denn schließlich begegnet Joseph seinen Brüdern wieder, und sie sind in seiner Hand. Die Geschichte zeigt sehr deutlich, dass Joseph innerlich gekämpft hat, bis er bereit war, ihnen zu vergeben.
Er sagt:"Aber Gott hat mich vor Euch hergesandt,... um euch am Leben zu erhalten zu einer großen Errettung." (Genesis 45,7)

Gott geht es in dieser Geschichte nicht so sehr um den wirtschaftlichen Erfolg Josephs, sondern um sein Herz und seine Haltung zu seinen engsten Verwandten, zu seinem "Haus": seinen Brüdern. Wäre er hartherzig geblieben,wäre es sehr wahrscheinlich nicht weitergegangen mit dem Volk Israel, und das, bevor es richtig begonnen hatte. Nicht der Reichtum Josephs ist hier das Ausschlaggebende, sondern dass Gott Joseph befreit in seinem Herzen, so dass er ein Segen sein kann für seine Brüder. Dieser Segen ist letztlich der Überfluss an Leben, den Jesus meint. U

Merke: Wo Vergebung fließt, kann Gottes Reichtum fließen!

Einleitung zur Reihe "God´s Economy"

In etwas älteren Einträgen auf diesem Blog könnt Ihr nachlesen, dass Volker und ich uns eine Weile mit der alternativen Lebensform der "Neuen Klöster" beschäftigt haben. Jeder, der darüber mehr wissen möchte, kann sich diese homepage ansehen.

In letzter Zeit muss ich wieder öfter an diese Lebensgemeinschaften denken. Auch deswegen, weil ich es sehr unbefriedigend empfinde, mich den Zwängen dieser Welt auszuliefern. Ich habe irgendwie wenig Interesse daran, z.B. ein Haus zu erwerben und dann mit Volker zusammen 30 Jahre lang den dazugehörigen Kredit abzubezahlen. Es würde für uns beide viel Zeitaufwand für Geldverdienen bedeuten, Zeit, die wir eigentlich viel lieber mit anderen Dingen verbringen möchten:
- mit unseren Kindern
- Volker mit Fahrräder schrauben und fliegen
- mit Jesus abhängen
- Freunde treffen, Leben teilen
- etwas für andere tun, mich einbringen z.B. in der Gemeinde
- viele viele andere Ideen...

Bei meinem letzten Ausflug auf oben genannte Homepage bin ich auf etwas Literatur gestoßen, die man auch in Deutschland zumindest über einen großen (internationalen) Buchversand bekommen kann, und so habe ich mir "God´s Economy" von Jonathan Wilson-Hartgrove besorgt. Und es in ca. 2 Tagen durchgelesen. (Ja ich weiß, ich sollte eigentlich lernen...)

Weil ich das Buch sehr herausfordernd und faszinierend finde, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen, so Gott will, die essentiellen Aussagen herausdestillieren und hier einstellen. Gott segne Euch damit!

06 Dezember 2009

Geschenke und Gedanken vor Weihnachten (alter Beitrag..

Vor kurzem fragte Ida mich: "Irgendeine Zahl muss doch die letzte Zahl sein, oder?" Da hätte ich dann über Unendlichkeit reden können. Aber mir fiel ein Artikel im National Geographic ein, den wir kürzlich gelesen hatten: Das Volk der Hadza, mit die letzten Jäger und Sammler, kennen nur Zahlwörter von eins bis vier. Armselig, könnte man meinen. Aber nein, sie sind unendlich reich: denn fünf Leute sind bereits "viele", und sechs Affenbrotbaumfrüchte sind auch "viele" Früchte. Was würde es in unserem Denken verändern, wenn wir zu allem, was jenseits des Zahlwortes "vier" liegt, "viele" sagen würden? - Sobald wir hier einen Menschen zu Besuch haben, sind wir viele. Wenn im Kühlschrank noch fünf Eier liegen, sind das viele. Fünf oder zehn Euro im Geldbeutel sind viel. So gesehen, haben wir viele, viele Freunde und sind überhaupt mit einem unermesslichen Reichtum gesegnet. Wir haben von allem viel. Vielleicht manchmal zu viel.
Ich möchte sensibler sein für Armut und Reichtum, für echten Reichtum im Leben und Armseligkeit trotz Überfluss. Für mich ist das ein Dauerthema. Ich komme mir oft vor wie der Reiche, der nicht durchs Nadelöhr passt. Gerade jetzt vor Weihnachten ist Konsum wieder ein großes Thema. Das geht schon mit den Geschenken für die Kinder los... Ich merke, wie gut es uns trotz Krise geht. Vieles, was für mich heute selbstverständlich ist, war es nicht in meiner Kindheit. Ich kann nicht sagen, ob es an meiner Familie, den Einstellungen meiner Eltern, oder einfach dem anderen "Zeitgeist" lag. Damals war dieses "höher, schneller, besser, mehr, weiter, toller, noch viel mehr", dieses Unersättliche nicht so ausgeprägt vorhanden wie heute, wie bis vor der Krise. Ich frage mich, wann die Kehrtwende kommt. Sie muss kommen. Es ist Utopie zu meinen, es ginge immer weiter bergauf, es gäbe immer mehr L*go, playm*bil und d*plo im Kinderzimmer, immer mehr Autos, eine wachsende Zahl an einkunftsstarken gesunden Menschen, eine immer breitere Mittelschicht. Nein, die Mittelschicht schrumpft, die Ränder werden breiter, die Schere größer. In der Süddeutschen Zeitung habe ich dazu einen ganz tollen Artikel gelesen, der den Bogen schlägt zur Klimakonferenz: in der "Außenansicht" von David Suzuki.
Seid gesegnet! Gottes Maß für Reichtum ist eben ein anderes als unseres...

14 November 2009

Hab die Haare wieder kurz...

... war mal wieder fällig.



Lese zur Zeit das Buch "Heimspiel" von Lisa Ortgies und lasse mich inspirieren, hinterfrage mein Tun und Lassen. Ob ich wohl mit Stoff wickle als eine Art Kompensation, weil ich ja nicht mehr ständig da bin? Nein wohl eher nicht, ich habe ja auch schon zuvor mit Stoff gewickelt. Frau Ortgies geht auf ziemlich viele "Mütter-Phänomene" ein, leider auch sehr, sehr negativ zum Thema Stillen. Ich finde, sie vermischt hier medizinische Tatsachen mit einer ganz bestimmten "Mütter-Propaganda", die ich auch gar nicht wegdiskutieren will.
Allerdings bin ich schon ganz klar auf dem Standpunkt, dass man Stillen und Arbeiten durchaus vereinbaren kann, z.B. durch Abpumpen: oder so wie es jetzt bei uns ist: Mona stillt eben, wenn ich da bin. Wenn ich nicht da bin, ist es auch ok für sie. Aber abends und wenn ich sie abhole und oft auch früh möcht sie halt trinken. Die aus medizinischer Sicht positiven Effekte sind meiner Meinung nach derart vielfältig und relevant, dass ich dies meinen Kindern nicht vorenthalten will.
Ich finde das Buch wirklich sehr inspirierend. Zum Einen hinterfrage ich mich selbst. Zum anderen fange ich an, uns so einzusortieren. Wo ich früher vielleicht dachte, mein Mann wäre weit entfernt vom sich einbringenden Vater, muss ich doch erkennen, dass er sich verglichen mit dem Durschnittsmann wirklich viel kümmert. Es ist aber auch so, wie Frau Ortgies schreibt: eine Tendenz zum Rosinen-Picken ist nicht zu leugnen. Windeln in die Waschmaschine schmeißen oder aufräumen gehört nicht gerade zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. :-)
Und es ist leider auch bei uns so, dass Arbeit, die Geld bringt, wertvoller/besser/wichtiger/.... ist als Arbeit, die kein Geld bringt (und die keiner sieht).
Soweit ich das Buch jetzt gelesen habe, kommen die Männer echt schlecht weg. Aber die Frauen nicht minder! Ok es ist ein langer Weg, und die eigene Prägung kann keiner einfach ausschalten.

soviel erst mal... muss schlafen gehen.

24 Oktober 2008

Selbstwertgefühle, Homöopathie und anderes

Dein Platz im Himmel wird aussehen, als sei er für dich gemacht, und zwar für dich allein, weil du für ihn gemacht worden bist. -- C.S. Lewis


Dieser Satz beschäftigt und beflügelt mich zur Zeit. Ein Platz, für den ich gemacht worden bin. Da kommt die Frage auf: Wie bin ich eigentlich? Wie könnte dieser Platz aussehen? Ich glaube, ein bisschen so, wie unser Wohnzimmer jetzt: Wir haben nun ein bequemes Sofa, und gleich nebendran Regale voller Bücher. Ganz wichtig wäre mir dann noch ein Telefon... Wie bin ich gemacht? --
Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind hier alle auf der Flucht. Als ich vom Kindergarten zurückgelaufen bin, vor ein paar Tagen, da hab ich die Felder weit draußen gesehen und das Morgenrot - und irgendwie wär ich gern weit weg gewesen. Vielleicht in Greifswald, am Meer. Habe mir gedacht: Wo ist der Ort, wo ich hingehöre? Wie weit müssen wir noch reisen, wie oft umziehen? Ich glaube, es geht vielen so. Oder sind nur wir so ruhelos? Ich denke wir suchen nach diesem Platz, für den wir geschaffen wurden, unablässig. Nachdem ich den Satz von C.S. Lewis gelesen habe, bin ich etwas ruhiger geworden: Nein, ich werde ihn hier auf Erden einfach nicht finden. Vielleicht ist es so unperfekt wie es grad ist, doch sehr schön? Kann ich´s trotzdem genießen? --

Ich hatte vor kurzem wieder so eine Begegnung, bei der ich mich so klein und nichtig gefühlt habe. Wir waren mit einer anderen Kindergarten-Mama unterwegs, die Kinder verschwanden hinter einer Hecke im Gebüsch und spielten da. Wir unterhielten uns. Irgendwann kamen wir auch aufs Alter zu sprechen, und da musste ich feststellen, dass ich ganze 5 Jahre jünger bin als besagte Mutter... Da sie zudem ungefähr zwei Köpfe größer ist als ich, fühlte ich mich doppelt klein. Ich konnte richtig spüren, wie in mir dieses Minderwertigkeitsgefühl aufstieg...

Das ist wohl schwer zu verstehen. Aber die meisten Mütter heutzutage haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung hinter sich. Ich mute da immer noch wie ein Küken an: Ich habe zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung. Aber eben noch eine nicht ganz abgeschlossene. Und von Berufserfahrung keine Rede... Das ist so ein bisschen frustrierend, ich komme mir oft wie ein kleines, dummes Mädchen vor.

In dem Fall konnte ich das aber erspüren, fühlte, dass dabei ganz viel "gespiegelt" ist, also eigentlich die Gefühle der Frau mir gegenüber sind, die sich in meiner Gefühlswelt spiegeln (ich weiß auch nicht, warum?). Im Nachdenken habe ich gemerkt: Nein, ich muss mich nicht minderwertig fühlen. Ich bin fast 30,bin verheiratet, habe zwei Kinder, und bald bin ich mit dem Studium fertig.

Ein für mich zur Zeit recht zentrales Erlebnis, was Selbstwert angeht, war Monas Geburt. Ich habe im wahrsten Sinn des Wortes ein Kind zur Welt gebracht, habe es geboren, aus mir heraus, mit meiner Kraft. Ich kann es nicht so ganz erklären, aber das stärkt mich innerlich schon sehr. Ich möchte deswegen keine Frau abwerten, die einen Kaiserschnitt hatte oder anderweitig medizinisch unterstützt wurde. Aber... es ist eben was anderes!
Ob die Geburt einen Unterschied für den Selbstwert eines Kindes ausmacht? Ich hatte vor kurzem eine Art "Zwiegespräch" mit Mona - es war, als wollte sie sagen: Danke, Mama, dass Du mich zur Welt gebracht hast!" - Und ich konnte ihr antworten: "Das habe ich gerne für Dich gemacht, meine Liebe!" -- Mir kam dieser Vergleich mit Jesus: Gott ist für mich durch unsägliches Leid gegangen, damit ich "von Neuem geboren" werden kann. Im christlichen Verständnis herrscht ja das Bild vom "Vater-Gott" vor, obwohl die Bibel auch andere Metaphern benutzt.
Doch der Herr antwortet: "Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es vergessen würde - ich vergesse dich niemals! Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben -- Jesaja 49,15-16

Unser Bild von Gott wird immer Stückwerk bleiben. Ich bin dennoch der Meinung, dass ein einseitiges Vaterbild falsch ist. In Gott steckt auch das Weibliche, die Mutter Gott. Oh jeh, das hört sich für manch einen ketzerisch an. Aber Gott hat Mann und Frau als sein Ebenbild geschaffen. So können nur Mann und Frau zusammen Gott "abbilden", ihm ähnlich sein. Sonst fehlt einfach etwas. -- Frauen fühlen sich im christlich-religiösen Zusammenhang zur "Mutter Gottes, Maria" hingezogen. Der Marienkult wird v.a. von Frauen hochgehalten. Ich denke, er rührt daher, dass ein patriarchalisches Christentum die "weibliche Seite" Gottes komplett ausgeblendet hat. Das ist bis heute nicht anders! Mutter Gott, das klingt gleich nach Indianern (Mutter Erde), nach Esoterik und allem Möglichen "Verbotenen". Leider wird Weiblichkeit immer noch sehr mit "Sünde" gleichgesetzt, zumindest in christlichen Kreisen. Und sei es nur unbewusst. (Meine Schwester könnte darüber eine Dissertation verfassen. Wäre sicherlich sehr interessant...) Vielleicht ändert sich das ja noch. Zumindest die Jesus Freaks sind da - soweit ich das mitbekomme - auf einem sehr guten Weg! (Sehr zu empfehlen: "Die Prinzessin auf der Kanzel" von Storch, im orkrist verlag erschienen.)

(Noch eine Anmerkung zum Bibeltext: Gott hat also Tattoos auf den Händen.. noch so ein Thema... - Ich erinnere mich mit guten, schönen Gefühlen daran, wie wir uns in Indien die Hände mit Henna bemalen ließen...)

Homöopathie

Noch ein Thema, was mich zur Zeit beschäftigt. Warum? Na, einmal wegen des Medizinstudiums. Zum anderen wegen ersten Selbstversuchen. Zum dritten: Homöopathie wird in christlichen Kreisen heiß diskutiert und von manchen als "okkult" bezeichnet. Man möchte natürlich nix falschmachen... naja, ich habe schon vor längerem festgestellt, dass Christen sich das Leben manchmal extra sehr kompliziert machen. Ich denke, für Gott wird es nicht so wichtig sein, ob ich nun mal Globuli genommen habe oder nicht. Meine innere Haltung dazu wird ihn aber schon interessieren!
Es gibt einen Verein Christlicher Heilpraktiker (Jaaa, es gibt auch Christen, die sich professionell mit alternativer Medizin beschäftigen!). Die sehen das grad mit der Homöopathie ganz locker. Ich vertraue diesen Menschen und bin also erstmal grundsätzlich der Meinung, dass Homöopathie ursprünglich nichts mit Okkultismus, Esoterik und Antoposophie (Steiner, Waldorf) zu tun hat(te). (Übrigens weiß ich aus der Biographie "Mother of an Army", dass Catherine Booth, Frau des Gründers der Heilsarmee, Homöopathie anwendete, als sie an Brustkrebs erkrankte)

Was mich auch sehr skeptisch macht: Homöopathie hilft so ziemlich gegen alles, zumindest, wenn man der DHU glaubt. Ich habe auch schon beobachtet, dass geradezu eine Abhängigkeit von den Globuli entsteht. Ohne Gobuli kann ja nichts mehr normal heilen! Kinder brauchen unbedingt Globuli, wenn sie sich den Kopf stoßen, es grenzt geradezu an Kindsmisshandlung, ihnen die Globuli zu verweigern! Für jede Befindlichkeit gibt es ein Kügelchen. Die DHU hat jetzt ein neues Mittel gegen Erschöpfung und Stress herausgebracht.Das trifft den Zeitgeist. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie schnell dieses ansonsten harmlose Mittelchen zur Sucht werden kann. Statt Strategien zu entwickeln, mit Stress umzugehen, werden Globuli eingeworfen...

Homöopathie behandelt ausschließlich Symptome und kennt keine Krankheiten, sondern "nur" "Krankheitsbilder". Dies ist einerseits positiv: Der Blick geht auf den ganzen Menschen, bezieht sein Temperament/seinen Charakter mit ein. Andererseits: Ein allergischer Schnupfen erzeugt die gleichen Symptome wie ein viraler Schnupfen. Trotzdem sollte man eine Allergie anders behandeln als eine Viruserkrankung. Das ist bei der Homöopathie nicht der Fall.
Dann bleibt also noch die Frage nach der Wirksamkeit und Wissenschaftlichkeit offen. Ich habe einen sehr aufschlussreichen Artikel im Wiki gelesen (hier) Danach muss ich ja mal sagen: Gute Nacht, Homöopathie! Alles Quark, Mumpitz und Käse. Kann eigentlich nicht funktionieren.

Dennoch: meine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie sind nicht völlig negativ.
Ich komme da einfach zu dem Schluss, dass Homöopathie zur sogenannten "Erfahrungsmedizin" gehört, zu der Gruppe von Arzneimitteln, die (wenigstens begrenzt) wirken, was wir eben aus der Erfahrung mehrerer Generationen wissen. Aber nicht erklären können.
Ich möchte dennoch davor warnen. Abhängigkeit und sich nur noch auf die Globuli verlassen können einfach nicht die Antwort sein.

Das soll nun mal reichen für heute.



17 Oktober 2006

Gedichte und leben und sterben

Nächste Woche fängt auch für mich endlich wieder die Uni an. Das hat mich doch kürzlich dazu gebracht, endlich mal meinen Schreibtisch aufzuräumen. Dabei bin ich auf ein Gedicht gestoßen:
long lasting love in ewiger Treue wohin führt das wovon träumst du poesie wo bist du hinter bäumen versteckt in wiesenkraut lilane sternchen auf dem gras am sternenhimmel verdeckt von wolken durchdringend der schein hell am Morgenrot was willst du mehr herz was suchst du den tod und das siechtum rechts und links lass liegen lebe lebe lebe der himmel ist weit der tag lang lass die sorgen ruhe mein herz ruhe vergiss vergiss vergiss long lasting love
Beim Blättern bin ich auf noch ein anderes Gedicht gestoßen:
Diesseits Im diesseits unberührt angehaucht eingeschränkt betrachtend ohne mühe vergeblich suchend nicht wissend ahnend hoffend angerührt entfacht un vorstellbar bereit weiter ein schritt ins dasein
Es muss auch nicht jeder etwas damit anfangen können. Selbst ich kann nicht mehr unbedingt nachvollziehen, woher die Worte kamen... Das erste Gedicht entstand aber in einer Zeit, in der zwei Menschen gestorben sind und in der mich mein Studium durch den Patho-Kurs auch ziemlich durcheinander gebracht hat, gerade was den Glauben angeht. Die Tatsache, dass es so viel persönliches Leid gibt auf dieser Welt ist dann umso schockierender, wenn man mit diesen lebenszeichen konfrontiert wird. Denn auch das gehört zum Leben. Gestern haben eine Freundin und ich uns ausgetauscht über das Leben, das wir als Mediziner sehen. Wir (und meine Freundin weit mehr als ich, sie arbeitet bereits) sehen die tiefsten Abgründe, die stärksten Emotionen, das, was Menschen in ihren Grundfesten erschüttert. Und den Anfang und das Ende des Lebens. Das leben ist doch so anders als wir oft denken. Es besteht aus so viel mehr Tiefe soviel mehr liebe und weite. Leben und sterben: das Kloster... ist wohl vorerst gestorben. Die Leute, die sich das unter Umständen vorstellen konnten, sind einer nach dem anderen weggebrochen. Das heißt nicht, dass wir den Gedanken komplett beerdigen. Aber... vielleicht ist es der falsche Ort oder die falsche Zeit. Oder wir sind noch nicht genug vorbereitet. Oder oder oder.... Jedenfalls gibt es in unserem Leben, in unserer Ehe genug Entwicklungspotential für einen "klostermäßigen Lebensstil", dass wir auch so erst mal beschäftigt sind. Das geht mit regelmäßigen Zeiten für Jesus los und hört noch lange nicht beim gemeinsamen Abendessen auf... Gott arbeitet an uns und verändert uns. Ich selbst habe immer mehr eine tiefe Sehnsucht nach echtem Glauben, nach... ich kann es so schlecht greifen. Nach Ganzheitlichkeit. Nicht nur am Sonntag in den GoDi gehen, nicht nur ab und zu Bibel lesen, sondern unser Leben - auch das physische - von Gott durchdringen lassen, von seinem Rhythmus bestimmen lassen. Gottes Atem einatmen. Seinem Herzschlag nachspüren und so schwingen wie Er. Klingt abstrakt, ja? Ist es aber eben gar nicht. Es ist nicht nur eine geistliche Handlung, ein innerlicher Prozess, sondern auch ein äußerer, sichtbarer Prozess. Leib, Seele und Geist gehören untrennbar zusammen! Das ist nicht so ganz einfach mit einem Kleinkind. Aber es wird besser. :) Soviel erstmal für heute. Ich könnt noch weiterschreiben, aber ich möcht noch Obstmus einkochen.