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08 Mai 2021

Spielsachen für Kinder: Was lohnt sich?

 Es steht nach 13 Jahren wieder ein Umzug an. Zwischen Einzug mit einem Kind und Auszug mit drei Kindern hat sich einiges angesammelt. Obwohl ich die Kinderkleidung immer mal wieder aussortiert habe: Kinderspielsachen und Kinderbücher wurden ja immer noch fürs nächste Kind gebraucht... das heißt, wir haben einen Großteil noch hier und müssen jetzt auss
ortieren, denn ich möchte nichts mitnehmen, was die Kinder nicht mehr interessiert.

Also ein idealer Zeitpunkt, um rückblickend zu schauen: was waren tolle Anschaffungen, die die Kinder geliebt haben und viel und lange damit gespielt haben? Was hätten wir uns sparen können? Und was hätten wir mal besser früher angeschafft?

Spielzeug für Mädchen. Spielzeug für Jungs. Oder?

Unsere ersten beiden Kinder sind Mädchen, unser drittes ein Junge. Obwohl wir nicht so sehr auf Mädchen-/ oder Jungenspielsachen geschaut haben, war es trotzdem so, dass wir einige Spielsachen "erst" beim Jungen angeschafft haben. Manches haben wir auch einfach "spät" geerbt von Freunden und Verwandten.
Eins meiner Mädchen hat später mal gesagt: "Damit hätte ich auch total gerne gespielt! Warum habt ihr das nicht früher angeschafft?"  --- Bitte macht diesen Fehler nicht und bringt eure Mädchen nicht um diese Erfahrung. Und auch Jungs spielen total gerne mit einer Spielküche oder mit Puppen!

Zu den Spielsachen, die wir erst spät angeschafft haben und die die Mädchen vermisst haben, gehörte insbesondere Spielzeug zum kreativen Bauen, also

- Murmelbahn von Haba plus gaaaanz viele Bausteine
- Lego (die Mädels haben fast nur mit Playmo gespielt)
- Kappla Bausteine

Darüber hinaus haben sich alle drei Kinder gerne mit der Holzeisenbahn und mit Playmobil beschäftigt und immer wieder richtige kleine "Welten" aufgebaut. Diese Spielsachen lohnen sich meiner Meinung nach wirklich. Also es sei denn, Eure Kinder sind nicht so die Bau- und Kreativfans, aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass es solche Kinder gibt. Wir haben vieles gebraucht gekauft oder von Freunden und Verwandten geschenkt bekommen. Fast jeder, der Kinder hat, hat irgendwann Dinge über...!
Murmelbahn, Lego und Kappla dürfen auch mit ins neue Zuhause. 

Gesellschaftsspiele

Wir haben ziemlich viele Brettspiele, Kartenspiele und ähnliches geschenkt bekommen oder selbst angeschafft. Wir sind ehrlicherweise nicht gerade die "Exzessiv-Brettspiel-Familie". Deswegen ist manches auch im Schrank verstaubt.
Hier eine kleine Auswahl, was wir gerne zusammen gespielt haben:

Im KiGa Alter:

"Obstgarten" von Haba.
Eins der ersten Spiele, das man mit kleinen Kindern spielen kann, und es ist wirklich sehr schön, einfach und wurde hier gern ausgepackt.

"Diego Drachenzahn" von Haba.
Ein Geschicklichkeitsspiel mit Murmeln, was vor allem unserem Jüngsten viel Spaß machte. 

"Husch, husch, kleine Hexe" von Zoch - ein Merkspiel für KiGa Kinder

"Uno": die Kinderversion mit Tieren, seeeehr beliebt.

Für Schulkinder:

"Carcassonne" - ein Anlegespiel, man baut Städte und Straßen. Es gibt viele Erweiterungen.

"Mogel Motte" von "drei Magier" - Kartenspiel mit Mogeln, sehr lustig.

"Das verrückte Labyrinth" von Ravensburger

"Die Siedler von Catan" von Kosmos - ab 10 Jahren interessant, auch für Erwachsene. Strategiespiel.

"Scotland Yard" gefällt meinem Sohn so gut, dass er jetzt unbedingt mal nach London möchte. 

In einigen Stadtbüchereien kann man auch Spiele ausleihen. Das ist ein guter Weg, um herauszufinden, ob es was für Euch ist oder nicht so sehr. 

Andere Spiele...:

"Wikingerschach" - Ein Wurfspiel für draußen, für große Familien oder Gruppen

"Shuffle board" - bei den Schwiegereltern entdeckt...taugt super zum verletzungsfreien Dampfablassen.

"Kicker" - wir haben dieses Jahr zu Weihnachten einen kleinen Tischkicker für 35 EUR gekauft. Den musste mein Mann zwar verbessern (vernünftige Metallstäbe; mit Schraubzwingen auf sideboard befestigen). Aber seitdem ist er sehr beliebt! Unsere Mittlere schlägt den Jüngsten beim Kicker. Mich zieht er immer ab. Mein Mann und ich liefern uns auch öfters ein Match. Auch eins der Dinge, die wir früher anschaffen hätten sollen... und das wir uns ohne den Jungen wahrscheinlich auch nicht angeschafft hätten....Mädchen-Eltern! Schafft Euch nen Kicker an! Das übt die Hand-Auge-Koordination!

 Ausblick

So. Das ist eine kleine Auswahl, was bei uns an Spielsachen gut funktioniert (hat). Ich hoffe, Ihr findet was dabei für Euch und fühlt Euch bereichert. Gibt es Spiele, die bei Euch gut ankommen? Schreibt gerne in die Kommentare.

Ich mache demächst noch einen Post zu Kinderbüchern. Ein Herzensanliegen von mir. Auch zum Thema "Spiele fürs Tablet" schreibe ich noch einen kleinen Text, auch wenn meine Erfahrungen im Bereich elektronische Medien sehr überschaubar ist ...


 

 







12 April 2021

Von den Stoffies zu den Stoffies... zur Mooncup

 Vor vielen Jahren habe ich von meinem Stoffwindel-Experiment berichtet. Ich habe meine mittlere Tochter tatsächlich ungefähr 1,5 Jahre mit Stoff gewickelt. Mein jüngstes Kind kam mit Stoffies nicht gut zurecht, so dass ich dann nur noch teilweise "umweltfreundlich" gewickelt habe. 

Wenn man in der Stoffwindel-Szene drin ist, kommt man früher oder später mit Stoffbinden in Berührung. Ich war so mutig und habe es ausprobiert. Weil ich immer gleich "alles oder nichts" will, habe ich zeitgleich auch meine erste Menstruationstasse gekauft. Das hat dann teilweise nicht so gut funktioniert. Um genau zu sein, hat es Jahre gedauert, bis ich nun einen sehr zufriedenstellenden Modus gefunden habe. Meine ersten beiden Tassen saßen irgendwie nie richtig, so dass ich es zeitweise wieder völlig eingestellt hatte. Stoffbinden funktionieren bei mir gut nachts und wenn ich zu Hause bin. Da ich an wenigen Tagen eher starke Blutungen habe, bin ich zeitweise wieder auf Tampons und Wegwerfbinden umgestiegen, vor allem während der Arbeitszeiten. 

Vor einiger Zeit habe ich dann Mut gefasst und habe mir in einer Drogerie nochmal eine Menstruations-tasse gekauft. Und siehe da: diese funktionierte deutlich besser. Seitdem benutze ich nur noch außer Haus Wegwerfbinden, in Kombination mit der Tasse. Klappt meistens. Wichtig sind Toiletten mit Waschbecken in der Kabine. Diese sind nicht immer vorhanden. Zur Not hilft eine Flasche Wasser... Aber: die Tasse hält bei mir deutlich länger als die Tampons. Also... Alles kein Problem!

Ich kann nur dazu ermutigen, nochmals eine andere Tasse auszuprobieren, wenn man unzufrieden ist. Bei mir war die günstigere Cup dann die bessere. :-)

 Eigentlich mache ich ja nicht so gerne Werbung. Aber... diese Binden und Menstruationstassen kann ich sehr empfehlen:

- Maijat Nachtbinden (mit Bambus, super dünn)
- alles von yurtcraft auf etsy
(beste Binden ever, schön, sehr langlebig, ohne PUL, dafür mit Fleece, aber: aus USA...)
- SERENA Cup (günstig, angenehm zu tragen, kein Stiel, sondern ein kleiner Ring zum Rausnehmen)
- Lunette Cup (teurer, festeres Material als Serena, für den Anfang besser, weil sie gut aufploppt)

 So weit, so gut....

Seid mutig, Mädels, und probiert es aus. Ob Stoffbinden, Cups oder ... für Eure Kinder: Stoffwindeln. ;-)

 

Kurz zur Pflege: Ich sammle die Stoffbinden in einem Wetbag und gebe sie dann zunächst in den "Spülen & Schleudern"-Gang in die WaMa. Anschließend werden sie mit dunkler 40° Wäsche und ab und zu mit 60° Wäsche mitgewaschen. (Der Fleece kann hohe Temperaturen nicht so gut ab). Ich benutze ganz normales Colorwaschmittel. Auf den meisten Seiten zu Stoffbinden und Stoffwindeln wird dazu geraten, ökologisches Waschmittel zu verwenden. Bei den Stoffwindeln habe ich das teilweise so gemacht. Insgesamt ist meine Erfahrung aber die: je komplizierter es wird, desto weniger setzt man um. Es wäre mir schlicht zu viel Aufwand für die wenigen Stoffbinden anderes Waschmittel zu besorgen und sie gar extra zu waschen.... also lass ich es...

 



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09 August 2019

Sommer, Hitze, Großeinkauf per Rad.

Ich weiß ja nicht, wie da bei Euch ist. Bei uns bedeutet Sommer insbesondere für mich: wenig Schlaf. Wir haben eine Teenagerin hier , die immer öfter abends bis 23h unterwegs ist, z.B. in der Gemeindejugend. Und wir haben einen 7jährigen Frühaufsteher. Der ist auch um 7 schon wach... Die präpubertäre fast 11jährige ist auch öfters mal noch früh auf. Dazu kommt der Schlafmangel, den die Hitze verschuldet...

Im Moment ist es ja quasi täglich sehr warm, sonnig und trocken. Da gibt es dann keine Ausreden mehr, wenn es um den Einkauf mit dem Fahrrad geht. In letzter Zeit habe ich ein paar Versuche gestartet, auch unseren Großeinkauf (für 5 Personen!) mit dem Fahrrad zu erledigen.

Wie das funktionieren kann?

Wir besitzen ein besonderes Tandem, ein Liege-Sitz-Tandem von der Fa. Haase. Die neuen Modelle sehen so aus:

Haasebikes

Es war meiner Meinung nach mit die beste Anschaffung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben. Als wir noch keine Kinder hatten, haben wir das Tandem mal Probe gefahren und waren damals schon begeistert. Nur halt nicht vom Preis. Und überhaupt, nutzen wir so ein Tandem oft genug?
Jahre später, als alle drei Kinder schon da waren, wollten wir gerne endlich mal wieder eine große Radtour machen. Der Jüngste mit 1,5Jahren sollte in den Fahrradanhänger. Die "große" 7jährige sollte selbst radeln, ihr trauten wir 15-20km am Tag zu.
Unsere Mittlere, 5 Jahre alt, hätte längere Strecken nicht geschafft. Wir überlegten hin und her. Für das Pino gibt es ein Kindertretlager, das man vorne einsetzten kann, sodass auch Menschen mit kurzen Beinen mittreten können. Mit viel Glück fanden wir ein gebrauchtes Pino und kauften es schließlich. Hätten wir das bloß mal früher gemacht!

Inzwischen war das Pino schon sehr viel im Einsatz: als Kinder(garten)-Taxi. Bei einer Radtour zu zweit an der Nordsee. Für Hol- und Bringfahrten jeglicher Art.
Aber einen Großeinkauf hatte ich noch nicht gemacht.

Mein Mann hat mir dann ganz einfach mit ein paar Expandern eine Faltkiste vorne drauf befestigt. Und los ging´s.



Für einen Großeinkauf (ohne Getränke) reicht uns die Faltkiste und 1-2 große Fahrradtaschen. Da geht wirklich viel rein...

Richtig gut funktioniert das Ganze, wenn es einen Fahrradparkplatz direkt vor dem Supermarkt gibt und dieser Supermarkt nicht im Industriegebiet weit ab vom Schuss liegt. Zum Glück haben wir so etwas in unserem Stadtteil.


Ich denke, wenn mehr Leute mit dem Rad fahren, braucht es auch mehr solcher Infrastruktur. Zunehmender Radverkehr  führt vielleicht langfristig auch zu einer Wiederbelebung der Innenstadt.
Aber das muss man auch wollen. Für mich dauert es nicht länger, mit dem Rad zu fahren als mit dem Auto. Ich bin sogar schneller, weil ich nicht mehr an den Stadtrand fahre. Mein Supermarkt hat auch seit kurzem viele Bioprodukte im Programm, das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.

Ich schaffe es nicht, immer nur Bioprodukte zu kaufen. Zum einen ist es mir zu aufwändig, mehrere verschiedene Geschäfte anzufahren. Zum anderen ist es mir teilweise auch zu teuer.
Wir haben zum Glück auch noch einen Bauernladen  in unmittelbarer Nähe, wo wir frische Eier und Obst und Gemüse, meist aus der Region, kaufen können. Die Eier kommen vom ca. 500m (!)  entfernten Stall.

So wie es jetzt ist, haben wir einen recht umweltverträglichen Kompromiss gefunden. Finde ich.


17 September 2012

Givebox

Gerade habe ich mich auf der Homepage des ERF umgeschaut - mein Bruder schwärmte so davon.
Dabei bin ich auf einen Artikel über die Givebox - zu Deutsch "Tauschbox" - gestoßen! Eine tolle Idee.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob es so was bei uns in der Nähe gibt. Oder vielleicht selbst eine
aufstellen?! Ich finde, die Idee ist nachahmenswert. Ob meine Stadt zu klein dafür ist?
Ob das ein Projekt für die Gemeinde wäre?!



25 März 2011

Einleitung zur Reihe "God´s Economy"

In etwas älteren Einträgen auf diesem Blog könnt Ihr nachlesen, dass Volker und ich uns eine Weile mit der alternativen Lebensform der "Neuen Klöster" beschäftigt haben. Jeder, der darüber mehr wissen möchte, kann sich diese homepage ansehen.

In letzter Zeit muss ich wieder öfter an diese Lebensgemeinschaften denken. Auch deswegen, weil ich es sehr unbefriedigend empfinde, mich den Zwängen dieser Welt auszuliefern. Ich habe irgendwie wenig Interesse daran, z.B. ein Haus zu erwerben und dann mit Volker zusammen 30 Jahre lang den dazugehörigen Kredit abzubezahlen. Es würde für uns beide viel Zeitaufwand für Geldverdienen bedeuten, Zeit, die wir eigentlich viel lieber mit anderen Dingen verbringen möchten:
- mit unseren Kindern
- Volker mit Fahrräder schrauben und fliegen
- mit Jesus abhängen
- Freunde treffen, Leben teilen
- etwas für andere tun, mich einbringen z.B. in der Gemeinde
- viele viele andere Ideen...

Bei meinem letzten Ausflug auf oben genannte Homepage bin ich auf etwas Literatur gestoßen, die man auch in Deutschland zumindest über einen großen (internationalen) Buchversand bekommen kann, und so habe ich mir "God´s Economy" von Jonathan Wilson-Hartgrove besorgt. Und es in ca. 2 Tagen durchgelesen. (Ja ich weiß, ich sollte eigentlich lernen...)

Weil ich das Buch sehr herausfordernd und faszinierend finde, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen, so Gott will, die essentiellen Aussagen herausdestillieren und hier einstellen. Gott segne Euch damit!

06 Dezember 2009

Geschenke und Gedanken vor Weihnachten (alter Beitrag..

Vor kurzem fragte Ida mich: "Irgendeine Zahl muss doch die letzte Zahl sein, oder?" Da hätte ich dann über Unendlichkeit reden können. Aber mir fiel ein Artikel im National Geographic ein, den wir kürzlich gelesen hatten: Das Volk der Hadza, mit die letzten Jäger und Sammler, kennen nur Zahlwörter von eins bis vier. Armselig, könnte man meinen. Aber nein, sie sind unendlich reich: denn fünf Leute sind bereits "viele", und sechs Affenbrotbaumfrüchte sind auch "viele" Früchte. Was würde es in unserem Denken verändern, wenn wir zu allem, was jenseits des Zahlwortes "vier" liegt, "viele" sagen würden? - Sobald wir hier einen Menschen zu Besuch haben, sind wir viele. Wenn im Kühlschrank noch fünf Eier liegen, sind das viele. Fünf oder zehn Euro im Geldbeutel sind viel. So gesehen, haben wir viele, viele Freunde und sind überhaupt mit einem unermesslichen Reichtum gesegnet. Wir haben von allem viel. Vielleicht manchmal zu viel.
Ich möchte sensibler sein für Armut und Reichtum, für echten Reichtum im Leben und Armseligkeit trotz Überfluss. Für mich ist das ein Dauerthema. Ich komme mir oft vor wie der Reiche, der nicht durchs Nadelöhr passt. Gerade jetzt vor Weihnachten ist Konsum wieder ein großes Thema. Das geht schon mit den Geschenken für die Kinder los... Ich merke, wie gut es uns trotz Krise geht. Vieles, was für mich heute selbstverständlich ist, war es nicht in meiner Kindheit. Ich kann nicht sagen, ob es an meiner Familie, den Einstellungen meiner Eltern, oder einfach dem anderen "Zeitgeist" lag. Damals war dieses "höher, schneller, besser, mehr, weiter, toller, noch viel mehr", dieses Unersättliche nicht so ausgeprägt vorhanden wie heute, wie bis vor der Krise. Ich frage mich, wann die Kehrtwende kommt. Sie muss kommen. Es ist Utopie zu meinen, es ginge immer weiter bergauf, es gäbe immer mehr L*go, playm*bil und d*plo im Kinderzimmer, immer mehr Autos, eine wachsende Zahl an einkunftsstarken gesunden Menschen, eine immer breitere Mittelschicht. Nein, die Mittelschicht schrumpft, die Ränder werden breiter, die Schere größer. In der Süddeutschen Zeitung habe ich dazu einen ganz tollen Artikel gelesen, der den Bogen schlägt zur Klimakonferenz: in der "Außenansicht" von David Suzuki.
Seid gesegnet! Gottes Maß für Reichtum ist eben ein anderes als unseres...

09 Juni 2009

Stoffwindeln

Das Konsumfasten hat bei mir ganz gut geklappt! Es hat sogar zu der Erkenntnis geführt, dass ich mit Stoff wickeln möchte.

Das wollte ich eigentlich schon damals bei Ida, habe es dann aber nicht getan: Wir wohnten im 2. Stock, ich hätte also noch mehr Wäsche treppauf, treppab schleppen müssen. Und ich war ja viel am Studieren und wollte mich nicht noch zusätzlich "belasten".

Im Moment hat Volker ja noch Elternzeit und ist zu Hause, also sehr günstige Voraussetzungen, um es doch noch zu probieren. Bis jetzt klappt es recht gut. Klar haben wir immer mal eine eingenässte Mona, und für nachts habe ich noch keine richtig gute Lösung. Aber... Ich hab ja noch nicht mal meine "Windelsammlung" komplett. Ich empfinde das Waschen nicht als große zusätzliche Belastung. Wir haben im 4-Personen-Haushalt doch so viel Wäsche, dass es nicht soo sehr auffällt. Gut finde ich, dass es mich zum regelmäßigen Waschen zwingt. So entstehen auch nicht mehr so riesige Wäschehaufen... höchstens mit sauberer Wäsche, die wegsortiert werden muss... Das Wickeln selbst ist heutzutage eher unspektakulär. Mit Höschenwindeln geht das fast so schnell wie mit den Papierwindeln.

Ich bin gespannt, wie es wird, wenn Volker wieder arbeitet... und besonders, wenn ich PJ mache! Wir bleiben dran. Und ich bin da auch nicht völlig verbissen... Papierwindeln gibt es ja auch noch.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich das mache. Das ist eine gute Frage. Also, einmal spart es schon eine ganze Menge Müll. Sonst ist die Umweltbilanz wahrscheinlich nicht viel besser als bei modernen (Öko-)Papierwindeln. Es ist auf jeden Fall billiger. Tja, und dann gehen mir die rationellen Argumente aus....

Für mich ist es in erster Linie ein Statement in dieser Wegwerfgesellschaft. Ein Ausrufezeichen!! Es geht auch ohne Wegwerfen.

Mein Schlüsselerlebnis: Ich habe mir zunächst eine einzelne Stoffwindel von einer Freundin geliehen und 2 Wochen lang "getestet". Und da machte es irgendwie *klick*: Ich hielt die (vollgepinkelte, triefend nasse) Windel in der Hand und dachte: So, und *Du* kommst jetzt nicht in die Mülltonne, sondern in die Waschmaschine! Und es fühlte sich einfach "richtiger" an.

Wäre sehr cool, wenn sich noch mehr Eltern anschließen. Nicht aus einem seltsam-überzogenen Ökodenken heraus, sondern - als Ausrufezeichen in einer Gesellschaft, die auf Wegwerfen gepolt ist.

Mona ist übrigens eher indifferent. Ihrem recht empfindlichen Po tut es meiner Meinung nach gut. Wenn die Haut ganz trocken liegt und kaum Luft drankommt, habe ich den Eindruck, versucht sie sich zu kratzen und es juckt sie. Eine ganze Nacht in nasser Stoffwindel dagegen macht dem Po gar nichts, zu meinem eigenen Erstaunen. Ich hatte die Angst, sie würde dann mit wundem, knallrotem Po aufwachen... neenee, eher im Gegenteil! - Ich habe zudem Windeln (oder diese hier oderoderoder...) gefunden, die ihre Bewegungsfreiheit kaum einschränken. Klar trägt Stoff mehr auf als Papierwindeln. Mona ist trotzdem recht "websig"....

So denn. Wir fahren bald nach Schweden! Ein kurzer Bericht wird folgen.

17 Mai 2009

Konsum und Wirtschaftskrise

Schon seit längerer Zeit mache ich mir Gedanken über mein Konsumverhalten. Als ich vor kurzem bei einem großen schwedischen Möbelhaus war, bin ich wirklich sehr ins Grübeln gekommen.

Wir waren mit den Kindern und einer Freundin und deren Sohn also bei Ikea. Die Kinder konnten ins Smaland, worauf Ida sich schon lange gefreut hatte. Mona habe ich mir im TT umgebunden, das war sehr gut, sonst wär es zu viel für sie gewesen.
Volker besorgte schon mal seine Regal-Teile, während ich mit M. durch den Laden zog.
M. muss finanziell immer sehr gut kalkulieren. Sie überlegt also sehr genau, ob etwas passt bzw. ob sie es braucht, oder nicht. Volker und ich hatten uns auch vorab eine kleine Liste zusammengestellt, damit wir nichts vergessen (und stattdessen dann irgendwelchen überflüssigen Kram kaufen).

Also… los… Hmm. Es ist schon ziemlich hardcore, durch I**A zu ziehen und wirklich nur die Sachen mitzunehmen, die man sich aufgeschrieben hat. Bei den Küchenutensilien meinte ich zu M.: „Lass uns schnell durch. Tassen und so sind echt billig, sehr verführerisch! Und Frischhaltedosen hab ich sowieso zu viele.“ – Nun ja, Volker kam dann mit 10 Gläsern und einer großen Packung Frischhaltedosen an… J da sag noch mal einer, Frauen wären dem Einkaufen verfallen…
Noch viel krasser finde ich es allerdings, wie meine Freundin M. es getan hat: Durch dieses schwedische Möbelhaus ziehen und abselut NICHTS zu kaufen. Keine Servietten. Keine Teller. Keinen Stoff. Keine Bettwäsche. Keine Kisten. Kein garnix.

Abends habe ich dann ein bisschen sinniert und nachgedacht und mit Volker gesprochen.
Vor einiger Zeit habe ich mich mit meinen „ökologischen Fußabdruck“ auseinandergesetzt. Dabei bin ich über eine Frage zu second-hand-Waren gestolpert. Ist ja eigentlich logisch: jedes neue Pressspan-Regal muss hergestellt werden. Das verbraucht Ressourcen, Energie, Bäume…. Und wie lange hält so ein Regal? Ein bis zwei Umzüge. Dann ist es hin. – Wir haben einen Esstisch da stehen, der ist noch von Volkers Großmutter, also bestimmt an die 100 Jahre alt. Insgesamt haben wir doch deutlich mehr gebrauchte als neue Möbel. Auch für Ida haben wir gebrauchte KiZi-Möbel gekauft, warum auch nicht? Ich finde sie total schön, zeitlos, und sie sehen auch noch nicht „abgenutzt“ aus.

Seien wir mal ehrlich: Der Konsummarkt ist völlig übersättigt. Eine breite Schicht hat fast alles: Kinderspielzeug in rauen Mengen (davon später mehr), Möbel, Kleidung, Elektronikwaren, also PCs, Handys, Kameras etc. Gerade bei Kindersachen ist es sehr offenkundig: Das meiste braucht man nur eine recht kurze Zeitspanne. (KiWa, Laufstall, Babywippe – die sind neu echt schweineteuer!, Kindertisch und –stühle etc., Strampler, Bodys….) Und dann? Ist das alles meist noch ganz gut in Schuss. Kann wieder getragen werden. Hat vielleicht nen Fleck mehr, der nicht rausgeht. Aber wen stört das bei einem Kleinkind, was sich sowieso nach spätestens 10 min vollsabbert?
Klar gibt es Sachen, die sich auch lohnen, neu zu kaufen. Wir haben Ida z.B. eine gute Robust-Jacke gekauft. Die war teuer, hält aber mindestens bis nächstes Frühjahr (da schön groß gekauft) und Mona darf die auch noch anziehen!
Ich weiß nicht, ich hab keinen Bock mehr auf billigen Kram kaufen, der nach kürzester Zeit kaputt geht. Ich hab auch keine Lust mehr, langlebige Dinge neu zu kaufen. Berühmtes Beispiel aus unserem Haushalt: Wir besitzen einen Kinder(hoch)stuhl, in dem meine inzwischen 16- und 18-jährigen Geschwister schon drinsaßen. Wir haben jetzt (gebraucht) einen zweiten gekauft. Wertverlust hatte der glaub ich keinen. J Wenn sowieso alle alles haben und man Dinge wie Kinderspielzeug und –anziehsachen zirkulieren lassen kann, warum dann überhaupt noch auf die Konsummasche reinfallen? ---

Die Weltwirtschaftskrise ist für den Westen absolut symptomatisch, wenn ihr mich fragt: Der Markt ist einfach hemmungslos übersättigt. Für mich ist es eigentlich logisch, dass das Wirtschaftswachstum an Grenzen stoßen muss. Gleichzeitig widert mich der Kaufrausch inzwischen an. Insbesondere dieses „Hauptsache billig! Schnäppchen gemacht!“ Uahh. Wobei man es schwieriger hat, wenn man nicht so aufs Geld schauen muss. Jesper Juul hat das so nett ausgedrückt: In einer Zeit, in der es kein großes Problem für viele Eltern ist, jeden Tag eine Kugel Eis zu kaufen, muss man seine Werte, seine Grenzen, seine Prinzipien neu überdenken. Und man kann sie eben nicht einfach am Geld festmachen… da muss man sich schon bessere Argumente überlegen. Besonders, wenn man so ein schlaues Mädchen hat wie wir!

Meine theoretischen Überlegungen sollten sich schon bald in der Praxis bestätigen. Drei Tage später hatten wir hier Sperrmüll. Ida wollte nicht in den KiGa gehen. Also sind wir so ein bisschen unterwegs gewesen. Ich hab mich so bisschen umgesehen, was es da alles für umsonst gab: z.B. einen Wipp-Schaukelstuhl, der nur einen etwas schmuddeligen Bezug hatte. Oder eine Plastik-Spielküche „mit Zubehör“, die unbeschädigt war. – Die haben wir dann zu Idas Freude mitgenommen. Sie steht nun auf unserer Terrasse.
Was gabs noch? Tischplatten, Eckbänke und Sofas, die etwas aus der Mode gekommen waren, einen sehr schönen gedrechselten Stuhl habe ich leider erst gesehen, als er ins „Entsorgungs-Mobil“ wanderte. Einen weißen Sonnenschirm mit Ständer, der halt bissl grau geworden war. Ich fühlte mich in meinen Überlegungen voll bestätigt. Die Leuts haben einfach alles und davon ZU VIEL!

Das Schlimme dabei ist, dass bei weitem selbst im Westen nicht alle alles haben. Es gibt da einen immer breiter werdenden Rand der Gesellschaft, der nicht teilhaben kann. Seit jeher geschieht Konsum auf Kosten anderer! Der ganze billige Kram muss ja auch billig produziert werden. Das geht nur mit billigen Arbeitskräften, billigen Rohstoffen und in aller Regel auf Kosten der Umwelt. Was für krasse Auswirkungen das haben kann, sieht man bspw. in Papua-Neuguinea.

Aber das … könnt ihr entweder selbst herausfinden. Oder auf einen Eintrag dazu warten.

Die Fastenzeit ist zwar schon vorbei. Wer will, kann sich mit mir auf ein Konsum-Fasten einlassen. Sagen wir, für 14 Tage?
Bis dahin. Gods Blessing.