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18 Februar 2010

bad hair day und schmerzhaftes Chaos -alter Post, lag noch rum-

Diese Woche stand im Zeichen der Chaos-Strubbel-Frisur. Eigentlich wollte ich schon vor ungefähr 2 Wochen zum Friseur - kurze Haare muss man irgendwann nachschneiden - leider wurde Ida krank und mein Friseur fiel ins Wasser.

Der Reihe nach:

1. bad hair day: Dienstag, 16. Februar 2010
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, den Wecker gehört zu haben. Volker berichtet allerdings, ich hätte gemurmelt, ich wolle ihn auch garnicht hören... Jedenfalls schaffe ich es, um 7:00h aufzustehen. Um 7:30h muss ich in der Klinik sein. Das bedeutete: Haare legen, frühstücken und Kinder knuddeln war nicht drin. Zum Glück hatte ich an diesem Tag das Auto, so dass ich tatsächlich um 7:35h bei der Frühbesprechung anwesend sein kann. Anschließend erschlagen mich zwei volle Blutabnahme-Tabletts. Ich mache mich an die Arbeit, die an diesem Tag besonders frustrierend ist. Nach der xten nicht gelungenen Blutabnahme und Viggo, die para liegt, bin ich nahe einem Weinkrampf. Einige Patienten sind nicht da wo sie sein sollen, Schwestern geben blöde Kommentare, Angehörige halten mich für die Ärztin (fühle mich genau 10 sec. geschmeichelt) oder wahlweise für die Schwester (na danke!). So gegen 10h bin ich durch mit den Blutabnahmen. Habe ich die Noro-Virus-Zimmer erwähnt, vor denen man sich immer mit Mundschutz, Kittel und Handschuhen vermummen muss?
Zumindest findet an diesem Tag keine Chefarzt-Visite statt, der ist nämlich unterwegs. (es ist ja auch Faschings-Dienstag...)
Nach den Blutabnahmen kommen die Viggos... ich weiß nicht, wie viele ich versemmelt habe...

Danach irgendwann geht es - mit nach wie vor leerem Magen - nach Hause. Unterwegs noch ein paar Dinge erledigt, komme ich um 13h mit in den Kniekehlen hängenden Eingeweihden an. Mona stürzt sich auf mich und will erst mal was trinken. Na danke!! Und Volker hat leider nichts gekocht. Mona hätte keinen Hunger gehabt, und er hat sich mit Broten zufrieden gegeben.

Also koche ich für meine Wenigkeit eine Kleinigkeit...

...schon wieder so ein unvollendeter Beitrag... aber ich kann Euch versichern, in dem Stil ging der Tag weiter :-)....

08 Oktober 2009

PJ mit Kindern

Seit kurzem bin ich an 3 Tagen im KKH, das entspannt die Situation deutlich. Wir kommen einigermaßen klar, Gott sei Dank hilft Volker wirklich sehr viel. Im Moment bringt er die Kinder an den 3 "KKH-Tagen" in den Kindergarten bzw. zur Tagesmutter. Ich hole an 2 Tagen ab, am 3. Tag holt Volker auch ab, was für ihn schon ziemlich stressig ist, da er dann nur 4 h auf Arbeit ist.

Im KKH ist es sehr ... nett! Die Atmosphäre in diesem Krankenhaus ist sehr gut, gerade die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft, das ist nicht selbstverständlich! Also ich bin momentan auf einer hämato-onkologischen Station, was für den Einstieg schon herausfordernd ist. Die Krankheitsbilder sind in aller Regel sehr komplex. - Na gut, wir haben auch ein paar Patienten mit "Schwindel" auf Station... Und es gibt mehrere Palliativ-Zimmer. Der Tod ist um die Ecke, es verstirbt eigentlich jede Woche mindestens 1 Patient. Oder geht nach Hause, um kurz darauf zu sterben.

Diese Situation beschäftigt mich schon sehr. - Auch Patienten, die sehr alt, bettlägrig, kaum ansprechbar sind... klar kenne ich das auch von früher. Jetzt denke ich dabei manchmal an meine verstorbene Großmutter, die am Ende in einer ähnlichen Situation war. Ich habe sie nicht mehr so erlebt, ich war zu weit weg. Das läuft mir jetzt ein bisschen nach. --
Ich bin auch etwas irritiert, wie schnell die Patienten teilweise versterben. Drei Tage zuvor noch mit ihm/ihr ein gutes Gespräch geführt und dann schon tot! Meine medizinischen Kenntnisse sind da noch zu rudimentär, und auch die Erfahrung fehlt, wie schnell es gehen kann. Aber es hat so viel mit der Seele und dem Geist zu tun. Gerade, wenn die Ärzte sich und dem Patienten eingestanden haben, dass sie endgültig nichts mehr für ihn/sie tun können, geht es häufig sehr schnell. Auf der anderen Seite ein Patient, der mir von einem Traum berichtet, der ihn letztlich sehr bestärkt hat, weiter leben zu wollen. Und das ein Patient mit diversen malignen Erkrankungen! -- Leider fehlt die Supervision. Hier wäre so vieles zu reflektieren, auch mich selbst zu hinterfragen. War meine Antwort nun gut, förderlich oder eher negativ?

Manchmal ist der Sprung für mich schon heftig, aus dem Krankenhaus raus, zu meinen Mädels, die mich brauchen!!! Brauchen!!! Weit mehr, als ich es gedacht habe. Gerade meine "Große" Ida, ich habe den Eindruck, sie ist innerlich wieder mal in einer Umbruchs-Phase, weiß noch nicht, was dabei heraus kommt. Sie geht sehr gerne in die Musikschule. Sie ist so unheimlich kreativ und hat auch vom Malen her innerhalb kürzester Zeit einen Riesen-Sprung gemacht vom "Krickeln" zum "Gegenständlichen Malen".




Hier zu sehen: Familie Appel! :-)

Es geht also vom Sterben zum prallen Leben, und dafür LIEBE ich meine Kinder! Ohne sie wär das alles noch viel trister.

Morgen wird hier richtig viel Leben in der Bude sein, denn Ida hat 4. Geburtstag. Wir werden unseren 1. richtigen Kindergeburtstag ohne Eltern feiern. Volker und ich werden die Party schon schaukeln. Ich freu mich drauf, muss mich aber auch bewusst drauf einlassen, da ich eigentlich nicht so der Spiele-Spaß-Quatsch-Mensch bin. Ich werd mein Bestes geben!



Bis denn...