29 Mai 2006

24-1 und Gemeinsam Leben

Am 9. Juni geht die Fußball-WM los. Nicht dass mich Fußball an sich besonders interessieren würde. Aber dieses Jahr findet die WM in Deutschland statt. Quasi vor unserer Haustüre. – Vor zwei Wochen war ich bei einem Gebetstreffen der Gemeinde. Dort wurde für die WM und für „kickoff2006“ gebetet. Es sollen rund um den Fußball evangelistische Aktionen stattfinden, auch bei uns in der Gemeinde. In den Tagen danach reifte in mir der Gedanke, zum Start der WM ein 24-Stunden-Gebet in der Gemeinde anzustoßen. Gestern haben wir das im GoDi angesagt. Leider ist die Liste noch ziemlich leer. Gut, es ist ja nun auch relativ kurzfristig. Aber ich hatte schon ein bisschen auf mehr Resonanz gehofft… Am 11. Juni werden wir unsere „Info-Veranstaltung Gemeinsames Leben“ haben. Dafür haben wir gestern auch Werbung gemacht – und es war fast noch frustrierender. Einige Leute reagierten sehr negativ, so nach dem Motto: „Nein, auf gar keinen Fall!“ Das finde ich sehr schade! Diese Leute haben uns schon von vornherein die Chance genommen, ihnen genauer zu erklären, worum es eigentlich geht. Und sie haben sich die Chance genommen, sich überhaupt mal zu informieren. Ich glaube immer noch, der Satz:
„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“
gilt für alle Menschen und bezieht sich nicht nur auf´s Verheiratetsein. Im Gegenteil, ich denke, gerade alleinstehende Menschen können sehr viel für ihr Leben gewinnen, wenn sie in Gemeinschaft mit anderen leben… Naja. Vielleicht kommen dann doch einige Leute spontan dazu. Dafür war die Zeit mit unseren KONFIS-Teenies echt gut! Thema war Heiliger Geist, und seit ich mehr die Unterlagen von Alpha für Jugendliche verwende, bin ich auch zufriedener. Zuvor hatte ich das Gefühl, ich vermittle (Bibel-)Wissen, und es kommt irgendwie gar nicht rüber, was das mit dem persönlichen Leben der Teenies zu tun hat. Gestern dagegen hatte ich das Gefühl, es war für sie alle interessant und sie haben was für sich (zum Nachdenken) mitgenommen. Ich habe auch eine Bibelstelle aus der Volxbibel vorgelesen, da sie in der „normalen“ Übersetzung nicht so gut verständlich war.
„Denn durch Gottes Geist in uns sind wir uns hundertprozentig sicher, dass wir Teil seiner Familie sind.“
war irgendwie einleuchtender als: „Der Geist selbst aber bezeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“. Lag aber wahrscheinlich auch daran, dass wir uns alle nicht mehr so gut konzentrieren konnten. Da war so ein Text aus der Volxbibel ein Highlight, für das es sich noch mal lohnte, zuzuhören.. Nun denn. Ich wünsch mir, dass sich noch ganz viele Leute anstecken lassen vom Gebets-Fieber und dass Gott das Ding mit der Gemeinschaft zum Laufen bringt und die richtigen Leute zusammenstellt.

16 Mai 2006

Wer sucht, der findet

Ich habe kürzlich ein paar wenige Bücher aussortiert, unsere Bücherregale quillen über, und spätestens, wenn Ida krabbeln kann, geht´s ihnen an den Kragen...
Dabei ist mir ein Buch in Händen gefallen, das wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Es ist mir bis heute ein großes Rätsel, welche seltsamen Gedankengänge und -zusammenhänge den Schenkenden dazu bewegt haben, uns einen
Pilzatlas
zu schenken. Keine Ahnung. Weder ich noch Volker sind Pilzesammler. Gut, als Kind hab ich das ein paar mal mit meinem Vater gemacht, aber seither? Champignons gibt´s im Laden, Steinpilze auch (aber teuer!). Na gut. Jesus sagt:
Wer suchet, der findet
Ich verstehe das Geschenk als Hinweis darauf, nicht aufzugeben, zu suchen...

Am Samstag haben wir die Tiefgarage der Gemeinde in eine "Fahrradwerkstatt" verwandelt. Die Männer haben wirklich alles gegeben und viele Stunden lang an Fahrrädern geschraubt. Obwohl wir anderen "nur" Kuchen verteilt und mit Leuten geredet haben, waren wir ebenfalls ziemlich k.o. am Abend. Das muss am anstrengenden Auf- und Abbau sowie an Andreas´Geburtstagsparty am Freitag gelegen haben.
Es war eine sehr gute, irgendwie auch innerlich - geistlich - inspirierende Aktion. Bei über 60 Fahrrädern kommt man auch mit einer Menge Leuten in Kontakt. Hat uns alle einerseits geerdet: ganz normale Menschen, die teilweise in ziemlich chaotischen Verhältnissen leben, haben uns von sich erzählt. Andererseits echt Flügel verliehen: Viele Leute sind mit müdem, deprimiertem Gesicht gekommen und mit einem Lächeln im Gesicht gegangen.

Wir hatten auch einen kleinen Gebetsraum, für den ich verantwortlich war. Leider habe ich meine Verantwortung zu wenig wahrgenommen und v.a. zu wenig im Vorfeld organisiert.
Dennoch war für mich die Zeit im Gebet total verändernd & bereichernd. Es ist für mich sonst irgendwie sehr, sehr schwierig, abzuschalten und Zeit mit Gott zu haben - es kreist doch alles um Ida oder um den Haushalt. Ida hat aber netterweise mal eine Stunde geschlafen, und in dem Gebetsraum braucht man sich dann auch keine Gedanken um den Haushalt machen, da kann man sowieso grad nix dran ändern.

Gott hat mir in der Zeit neue Kraft gegeben und ein neues Beter-Herz für die vielen Nöte der Menschen, die mir so begegnen.

An dem Abend habe ich noch in einer (alten) Zeitung gelesen, dass die offizielle chinesische Staatskirche zwei Bischöfe eingesetzt hat, die von Rom gleich exkommuniziert wurden. Schließlich lässt die katholische Kirche keine "weltlichen" Ernennungen von Würdenträgern (mehr) zu. Es gibt auch eine katholische Untergrundkirche in China, die, wie auch die charismatische Untergrundkirche, unter Repressalien leidet. Was macht das mit uns, zu wissen, dass andere Christen tatsächlich leiden für ihren Glauben? Bei mir hat es mein Beter-Herz erreicht.

Ich wünsche mir viel mehr Beter, Menschen, deren Herzen angerührt sind und deswegen Gott suchen und bestürmen. Denn sie werden finden.