Im KKH ist es sehr ... nett! Die Atmosphäre in diesem Krankenhaus ist sehr gut, gerade die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft, das ist nicht selbstverständlich! Also ich bin momentan auf einer hämato-onkologischen Station, was für den Einstieg schon herausfordernd ist. Die Krankheitsbilder sind in aller Regel sehr komplex. - Na gut, wir haben auch ein paar Patienten mit "Schwindel" auf Station... Und es gibt mehrere Palliativ-Zimmer. Der Tod ist um die Ecke, es verstirbt eigentlich jede Woche mindestens 1 Patient. Oder geht nach Hause, um kurz darauf zu sterben.
Diese Situation beschäftigt mich schon sehr. - Auch Patienten, die sehr alt, bettlägrig, kaum ansprechbar sind... klar kenne ich das auch von früher. Jetzt denke ich dabei manchmal an meine verstorbene Großmutter, die am Ende in einer ähnlichen Situation war. Ich habe sie nicht mehr so erlebt, ich war zu weit weg. Das läuft mir jetzt ein bisschen nach. --
Ich bin auch etwas irritiert, wie schnell die Patienten teilweise versterben. Drei Tage zuvor noch mit ihm/ihr ein gutes Gespräch geführt und dann schon tot! Meine medizinischen Kenntnisse sind da noch zu rudimentär, und auch die Erfahrung fehlt, wie schnell es gehen kann. Aber es hat so viel mit der Seele und dem Geist zu tun. Gerade, wenn die Ärzte sich und dem Patienten eingestanden haben, dass sie endgültig nichts mehr für ihn/sie tun können, geht es häufig sehr schnell. Auf der anderen Seite ein Patient, der mir von einem Traum berichtet, der ihn letztlich sehr bestärkt hat, weiter leben zu wollen. Und das ein Patient mit diversen malignen Erkrankungen! -- Leider fehlt die Supervision. Hier wäre so vieles zu reflektieren, auch mich selbst zu hinterfragen. War meine Antwort nun gut, förderlich oder eher negativ?
Manchmal ist der Sprung für mich schon heftig, aus dem Krankenhaus raus, zu meinen Mädels, die mich brauchen!!! Brauchen!!! Weit mehr, als ich es gedacht habe. Gerade meine "Große" Ida, ich habe den Eindruck, sie ist innerlich wieder mal in einer Umbruchs-Phase, weiß noch nicht, was dabei heraus kommt. Sie geht sehr gerne in die Musikschule. Sie ist so unheimlich kreativ und hat auch vom Malen her innerhalb kürzester Zeit einen Riesen-Sprung gemacht vom "Krickeln" zum "Gegenständlichen Malen".
Hier zu sehen: Familie Appel! :-)
Es geht also vom Sterben zum prallen Leben, und dafür LIEBE ich meine Kinder! Ohne sie wär das alles noch viel trister.
Morgen wird hier richtig viel Leben in der Bude sein, denn Ida hat 4. Geburtstag. Wir werden unseren 1. richtigen Kindergeburtstag ohne Eltern feiern. Volker und ich werden die Party schon schaukeln. Ich freu mich drauf, muss mich aber auch bewusst drauf einlassen, da ich eigentlich nicht so der Spiele-Spaß-Quatsch-Mensch bin. Ich werd mein Bestes geben!
Bis denn...