Nächste Woche fängt auch für mich endlich wieder die Uni an. Das hat mich doch kürzlich dazu gebracht, endlich mal meinen Schreibtisch aufzuräumen. Dabei bin ich auf ein Gedicht gestoßen:
long lasting love in
ewiger Treue
wohin führt das
wovon träumst du
poesie
wo bist du
hinter bäumen versteckt
in wiesenkraut lilane
sternchen auf dem gras am
sternenhimmel verdeckt
von wolken durchdringend
der schein hell
am Morgenrot
was willst du mehr
herz was suchst du
den tod und das siechtum
rechts und links lass liegen
lebe lebe lebe
der himmel ist weit der tag lang
lass die sorgen
ruhe mein herz ruhe
vergiss vergiss vergiss
long lasting love
Beim Blättern bin ich auf noch ein anderes Gedicht gestoßen:
Diesseits
Im diesseits
unberührt angehaucht
eingeschränkt betrachtend ohne
mühe vergeblich suchend
nicht wissend ahnend
hoffend
angerührt entfacht un
vorstellbar bereit weiter
ein schritt
ins dasein
Es muss auch nicht jeder etwas damit anfangen können. Selbst ich kann nicht mehr unbedingt nachvollziehen, woher die Worte kamen... Das erste Gedicht entstand aber in einer Zeit, in der zwei Menschen gestorben sind und in der mich mein Studium durch den Patho-Kurs auch ziemlich durcheinander gebracht hat, gerade was den Glauben angeht. Die Tatsache, dass es so viel persönliches Leid gibt auf dieser Welt ist dann umso schockierender, wenn man mit diesen
lebenszeichen konfrontiert wird. Denn auch das gehört zum Leben.
Gestern haben eine Freundin und ich uns ausgetauscht über das Leben, das wir als Mediziner sehen. Wir (und meine Freundin weit mehr als ich, sie arbeitet bereits) sehen die tiefsten Abgründe, die stärksten Emotionen, das, was Menschen in ihren Grundfesten erschüttert. Und den Anfang und das Ende des Lebens. Das
leben ist doch so anders als wir oft denken. Es besteht aus so viel mehr
Tiefe soviel mehr
liebe und
weite.
Leben und sterben: das Kloster...
ist wohl vorerst gestorben. Die Leute, die sich das unter Umständen vorstellen konnten, sind einer nach dem anderen weggebrochen. Das heißt nicht, dass wir den Gedanken komplett beerdigen. Aber... vielleicht ist es der falsche Ort oder die falsche Zeit. Oder wir sind noch nicht genug vorbereitet.
Oder oder oder....
Jedenfalls gibt es in unserem Leben, in unserer Ehe genug Entwicklungspotential für einen "klostermäßigen Lebensstil", dass wir auch so erst mal beschäftigt sind. Das geht mit regelmäßigen Zeiten für Jesus los und hört noch lange nicht beim gemeinsamen Abendessen auf... Gott arbeitet an uns und verändert uns.
Ich selbst habe immer mehr eine tiefe Sehnsucht nach echtem Glauben, nach... ich kann es so schlecht greifen. Nach Ganzheitlichkeit. Nicht nur am Sonntag in den GoDi gehen, nicht nur ab und zu Bibel lesen, sondern unser Leben - auch das physische - von Gott durchdringen lassen, von seinem Rhythmus bestimmen lassen. Gottes Atem einatmen. Seinem Herzschlag nachspüren und so schwingen wie Er. Klingt abstrakt, ja? Ist es aber eben gar nicht. Es ist nicht nur eine geistliche Handlung, ein innerlicher Prozess, sondern auch ein äußerer, sichtbarer Prozess. Leib, Seele und Geist gehören untrennbar zusammen!
Das ist nicht so ganz einfach mit einem Kleinkind. Aber es wird besser. :)
Soviel erstmal für heute. Ich könnt noch weiterschreiben, aber ich möcht noch Obstmus einkochen.