09 August 2019

Sommer, Hitze, Großeinkauf per Rad.

Ich weiß ja nicht, wie da bei Euch ist. Bei uns bedeutet Sommer insbesondere für mich: wenig Schlaf. Wir haben eine Teenagerin hier , die immer öfter abends bis 23h unterwegs ist, z.B. in der Gemeindejugend. Und wir haben einen 7jährigen Frühaufsteher. Der ist auch um 7 schon wach... Die präpubertäre fast 11jährige ist auch öfters mal noch früh auf. Dazu kommt der Schlafmangel, den die Hitze verschuldet...

Im Moment ist es ja quasi täglich sehr warm, sonnig und trocken. Da gibt es dann keine Ausreden mehr, wenn es um den Einkauf mit dem Fahrrad geht. In letzter Zeit habe ich ein paar Versuche gestartet, auch unseren Großeinkauf (für 5 Personen!) mit dem Fahrrad zu erledigen.

Wie das funktionieren kann?

Wir besitzen ein besonderes Tandem, ein Liege-Sitz-Tandem von der Fa. Haase. Die neuen Modelle sehen so aus:

Haasebikes

Es war meiner Meinung nach mit die beste Anschaffung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben. Als wir noch keine Kinder hatten, haben wir das Tandem mal Probe gefahren und waren damals schon begeistert. Nur halt nicht vom Preis. Und überhaupt, nutzen wir so ein Tandem oft genug?
Jahre später, als alle drei Kinder schon da waren, wollten wir gerne endlich mal wieder eine große Radtour machen. Der Jüngste mit 1,5Jahren sollte in den Fahrradanhänger. Die "große" 7jährige sollte selbst radeln, ihr trauten wir 15-20km am Tag zu.
Unsere Mittlere, 5 Jahre alt, hätte längere Strecken nicht geschafft. Wir überlegten hin und her. Für das Pino gibt es ein Kindertretlager, das man vorne einsetzten kann, sodass auch Menschen mit kurzen Beinen mittreten können. Mit viel Glück fanden wir ein gebrauchtes Pino und kauften es schließlich. Hätten wir das bloß mal früher gemacht!

Inzwischen war das Pino schon sehr viel im Einsatz: als Kinder(garten)-Taxi. Bei einer Radtour zu zweit an der Nordsee. Für Hol- und Bringfahrten jeglicher Art.
Aber einen Großeinkauf hatte ich noch nicht gemacht.

Mein Mann hat mir dann ganz einfach mit ein paar Expandern eine Faltkiste vorne drauf befestigt. Und los ging´s.



Für einen Großeinkauf (ohne Getränke) reicht uns die Faltkiste und 1-2 große Fahrradtaschen. Da geht wirklich viel rein...

Richtig gut funktioniert das Ganze, wenn es einen Fahrradparkplatz direkt vor dem Supermarkt gibt und dieser Supermarkt nicht im Industriegebiet weit ab vom Schuss liegt. Zum Glück haben wir so etwas in unserem Stadtteil.


Ich denke, wenn mehr Leute mit dem Rad fahren, braucht es auch mehr solcher Infrastruktur. Zunehmender Radverkehr  führt vielleicht langfristig auch zu einer Wiederbelebung der Innenstadt.
Aber das muss man auch wollen. Für mich dauert es nicht länger, mit dem Rad zu fahren als mit dem Auto. Ich bin sogar schneller, weil ich nicht mehr an den Stadtrand fahre. Mein Supermarkt hat auch seit kurzem viele Bioprodukte im Programm, das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.

Ich schaffe es nicht, immer nur Bioprodukte zu kaufen. Zum einen ist es mir zu aufwändig, mehrere verschiedene Geschäfte anzufahren. Zum anderen ist es mir teilweise auch zu teuer.
Wir haben zum Glück auch noch einen Bauernladen  in unmittelbarer Nähe, wo wir frische Eier und Obst und Gemüse, meist aus der Region, kaufen können. Die Eier kommen vom ca. 500m (!)  entfernten Stall.

So wie es jetzt ist, haben wir einen recht umweltverträglichen Kompromiss gefunden. Finde ich.


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