Was ist ein Bullet Journal für mich?
Im Internet gibt es tausend und eine Ideen, was man mit diesem Notizbuch so anstellen kann. Aber eigentlich ist es ganz simpel.
Der Erfinder des ganzen ist Ryder Carrol.
Er hat es eigentlich nur für sich selbst entworfen, um besser in einer sich immer schneller drehenden Welt klarzukommen. Und um seine vielen Gedanken und Ideen, alles, was er irgendwann mal umsetzten möchte und all die wichtigen Informationen festzuhalten.
Also für mich ist es zum Beispiel super lästig, das Rezept fürs Sauerteigbrot immer wieder im Internet aufzurufen, durchzuscrollen zu den wesentlichen Infos etc. Steht jetzt im Bullet Journal. Da das BuJo Seitenzahlen und einen Index hat, finde ich das Rp. ruck zuck wieder
Oder diese ewigen Packlisten. Stehen im BuJo.
Oder welches Kind welche Gemüsesorten mag und welche nicht. Hilft ihnen aber trotzdem nicht viel, weil meistens irgendwas im Essen ist, was irgendwer nicht mag. 😀
Ich habe auch eine "Irgendwann möchte ich mal... "-Liste. Diese Liste hat mir enorm geholfen, Dinge loszulassen und auf einzelne Projekte zu fokussieren. Diese Projekte sind zwar immer noch nur teilweise umgesetzt. Aber ... sonst wären alle 20 Projekte weiter in meinem Hirn und würden Energie fressen. Neben den täglichen ToDo Listen ist für mich der größte Gewinn das "Kopf-frei-bekommen". Und wenn ich eine Sache fast 12 Monate durchhalte... dann... ist es eine wirklich gute Sache.
Ich schreibe auch Vortragsprojekte ins BuJo. Und Fortbildungsinhalte. Ich bin dazu übergegangen, alles, was mir wichtig erscheint, da rein zu schreiben. Warum? Weil ich es da auch wiederfinde.
Lange Bank, Index, Future Log
Ich bin eine Heldin der Langen Bank. Das ist teilweise wirklich unglaublich. In der Hinsicht hat mir das BuJo enorm geholfen, auch wenn ich für eine Sache fast das ganze Jahr gebraucht habe. Aber: letzten Monat bin ich endlich über meinen riesigen schwarzen Schatten gesprungen und habe gelernt, dass es gar nicht so scary ist, wie es vorher aussah.
Als ich mit dem Journalling begonnen habe, habe ich innerhalb von zwei Wochen Dinge erledigt, und zwar wichtige Dinge, die ich monatelang vor mir her geschoben habe.
Dafür muss ich jetzt doch etwas mehr zum Aufbau erklären.
Das BuJo besteht aus verschiedenen Teilen. Der erste Teil ist der Index. Das sind mehrere Seiten, die für das Inhaltsverzeichnis frei gelassen werden. Hier trägt man alle wichtigen Einträge mit Seitenzahl ein.
Der zweite Teil ist das sog. Future Log. Man unterteilt zwei Doppelseiten in jeweils 6 Abschnitte, also für zwölf Monate. Hier kommen rein: fixe Termine, Impftermine, Steuererklärungs-Abgabe Termine, Geburtstage oder was sonst wichtig ist in den nächsten 12 Monaten.
Monthly Log
Danach kommt die erste Doppelseite für den ersten Monat, den sog. Monthly Log.
Ich erstelle auf der rechten Seite eine Art "Kalender", eine Zeile für jeden Tag.
Auf der linken Seite liste ich alle wichtigen Dinge auf, die zu erledigen sind in diesem Monat. Meistens sortiere ich nach "beruflich", "Kinder", "Haushalt" etc.
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| Beispiel Monthly Log |
Ich habe für mich interessanterweise festgestellt, dass ich rechts den Kalender und links die ToDo Listen brauche. Andersrum funktioniert irgendwie nicht so gut für mich.
Neben dem "Kalender" habe ich noch eine kleine Tabelle, mein "Mini"-Habit-Tracker.
Wenn Du "BuJo" und "Habit Tracker" in eine Suchmaschine eingibst, wirst Du die tollsten Tracker in allen möglichen Formen zu sehen bekommen. Sehr cool fand ich einen Tannenbaumwald für den Mood (Stimmungs-)Tracker, der in verschiedenen Grüntönen bemalt wurde... Aber.. ich bin ja nicht so die Künstlerin, deswegen ist das bei mir nur eine Tabelle, ein Kästchen für jeden Tag.
Ich "tracke" meine Stimmung, ob ich mich bewegt habe (die Spalte heißt irreführenderweise "Sport"😄), ob ich mich von Süßkram ferngehalten habe, ob ich vor 23h im Bett war. Ob ich gelesen oder was geschrieben habe. Aber ganz ehrlich: es sind schon wieder zu viele Spalten. Für den Anfang reicht es völlig, z.B. nur die Stimmung zu dokumentieren. Mit der Zeit habe ich den Tracker immer wieder angepasst.
Daily Log
Der Clou besteht darin, dass man alle ToDo Listen mit einem Listen-Zeichen, am besten einem Punkt, beginnt. Abends bekommt alles, was ich erledigt habe, ein X vorne. Was ich nie mehr tun werde, streiche ich durch. Was übrig ist, kommt auf die Liste für den nächsten Tag und erhält einen kleinen > Verschiebepfeil.
Am Anfang habe ich mir viel zu viel auf diese Listen gepackt. Inzwischen kommt da nur noch das Wichtigste drauf - mit dem Erfolg, dass ich abends öfters noch ein, zwei Punkte mit x anfüge, weil ich die auch noch erledigt habe...
Das "Aus-X-En" oder > Verschieben oder Durchstreichen mache ich mindestens am Ende eines Monats im Monthly Log. Und die übrig gebliebenen Aufgaben kommen auf den nächsten Monthly Log. Das ist sehr genial, weil mir so bestimmte Dinge immer wieder unter die Nase gerieben werden. Das ist überhaupt ein wichtiger Bestandteil des BuJos: alle Listen werden regelmäßig gescannt. Der Daily Log täglich, der Monthly Log mindestens am Ende eines Monats. Der Future Log immer zu Beginn eines Monats. Am Ende eines Monats gehe ich (meistens) alle täglichen ToDo Listen noch einmal durch und schaue, ob irgend etwas wichtiges übrig geblieben ist.
Das schöne ist: wenn man mal ein paar Tage nix reinschreibt, macht das nichts. Es bleiben keine Seiten leer. Da ich mein BuJo selbst gestalte, kann ich es an meine Bedürfnisse anpassen.
Was ich nicht mache: Ich schreibe keine Termine in den Daily log. Dafür habe ich einen elektronischen Terminkalender (TimeTree), den ich mit meinem Mann und den Kindern teile. Was ich auch nicht mache: Wochenplaner. Hab ich mal probiert, funktioniert für mich nicht.
Ab und zu reserviere ich auf einer Doppelseite eine "Ecke" für z.B. Urlaubsvorbereitung, die ich die ganze Woche über im Blick behalten will.
So, jetzt habe ich Euch einen Überblick über "mein" Bullet Journal gegeben. Ich werde hier bei Gelegenheit noch ein paar Fotos einfügen. Aber... Bilder dazu gibt es zu tausenden im Internet. Ich kann die HP von Ryder Carrol empfehlen. Auch seine Videos und sein Instagram Account sind einfach, also simpel, und sehr gut. Bullet Journal geht auch minimalistisch, auch und gerade für die weniger künstlerisch veranlagten Menschen.
To be continued.

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