Dabei ist mir ein Buch in Händen gefallen, das wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Es ist mir bis heute ein großes Rätsel, welche seltsamen Gedankengänge und -zusammenhänge den Schenkenden dazu bewegt haben, uns einen
Pilzatlaszu schenken. Keine Ahnung. Weder ich noch Volker sind Pilzesammler. Gut, als Kind hab ich das ein paar mal mit meinem Vater gemacht, aber seither? Champignons gibt´s im Laden, Steinpilze auch (aber teuer!). Na gut. Jesus sagt:
Wer suchet, der findetIch verstehe das Geschenk als Hinweis darauf, nicht aufzugeben, zu suchen...
Am Samstag haben wir die Tiefgarage der Gemeinde in eine "Fahrradwerkstatt" verwandelt. Die Männer haben wirklich alles gegeben und viele Stunden lang an Fahrrädern geschraubt. Obwohl wir anderen "nur" Kuchen verteilt und mit Leuten geredet haben, waren wir ebenfalls ziemlich k.o. am Abend. Das muss am anstrengenden Auf- und Abbau sowie an Andreas´Geburtstagsparty am Freitag gelegen haben.
Es war eine sehr gute, irgendwie auch innerlich - geistlich - inspirierende Aktion. Bei über 60 Fahrrädern kommt man auch mit einer Menge Leuten in Kontakt. Hat uns alle einerseits geerdet: ganz normale Menschen, die teilweise in ziemlich chaotischen Verhältnissen leben, haben uns von sich erzählt. Andererseits echt Flügel verliehen: Viele Leute sind mit müdem, deprimiertem Gesicht gekommen und mit einem Lächeln im Gesicht gegangen.
Wir hatten auch einen kleinen Gebetsraum, für den ich verantwortlich war. Leider habe ich meine Verantwortung zu wenig wahrgenommen und v.a. zu wenig im Vorfeld organisiert.
Dennoch war für mich die Zeit im Gebet total verändernd & bereichernd. Es ist für mich sonst irgendwie sehr, sehr schwierig, abzuschalten und Zeit mit Gott zu haben - es kreist doch alles um Ida oder um den Haushalt. Ida hat aber netterweise mal eine Stunde geschlafen, und in dem Gebetsraum braucht man sich dann auch keine Gedanken um den Haushalt machen, da kann man sowieso grad nix dran ändern.
Gott hat mir in der Zeit neue Kraft gegeben und ein neues Beter-Herz für die vielen Nöte der Menschen, die mir so begegnen.
An dem Abend habe ich noch in einer (alten) Zeitung gelesen, dass die offizielle chinesische Staatskirche zwei Bischöfe eingesetzt hat, die von Rom gleich exkommuniziert wurden. Schließlich lässt die katholische Kirche keine "weltlichen" Ernennungen von Würdenträgern (mehr) zu. Es gibt auch eine katholische Untergrundkirche in China, die, wie auch die charismatische Untergrundkirche, unter Repressalien leidet. Was macht das mit uns, zu wissen, dass andere Christen tatsächlich leiden für ihren Glauben? Bei mir hat es mein Beter-Herz erreicht.
Ich wünsche mir viel mehr Beter, Menschen, deren Herzen angerührt sind und deswegen Gott suchen und bestürmen. Denn sie werden finden.
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