14 November 2008

Umzug - und dann?...

Ich habe es ja angekündigt und angedroht: Irgenddwann kommen die Katastrophen.

Wir sind also am 21. Juli eingezogen.

Wenige Tage später gabs hier ein Riesenunwetter. Es stürmte, blitzte und goss aus Kübeln. Weil wir uns nicht sicher waren, ob in der "alten Wohnung" alle Fenster geschlossen waren, ist Volker nachts durch das Unwetter gefahren, hat nachgesehen und ist so gegen Mitternacht zurück gekommen.

Als er die Tür aufsperrte, kam ihm der Gedanke, doch auch mal bei uns in den Keller zu sehen. Als er das Treppenhaus betrat, kam ihm ein etwas modriger Geruch entgegen.

Im Keller stand das Wasser... gottseidank nur 1-2cm tief.

Leider hatte es Volkers zukünftiges "Arbeitszimmer" erwischt: Der Kellerraum mit Fußboden drin. Und natürlich war das auch der Kellerraum, in dem wir alles "vorerst" gestapelt hatten, was noch keinen richtigen Platz hatte......................................
Und so sah das ungefähr aus:



Schuld war das hier:



Es hatte nämlich kein Rückschlagventil. Da die Zuläufe auf den Straßen übersprudelten, weil das Wasser nicht so schnell abfließen konnte, wie es reinregnete, drückte es dann auch Wasser aus der Abwasserleitung ins Waschbecken... und in unseren Keller.

Volker war ziemlich fertig. Er hatte da jede Menge Segelflug- und Fahrrad-Bücher gelagert, die man nicht so einfach wieder kaufen könnte. Aber letztendlich war er schnell genug: Er räumte alles um, einige Kartons zerfielen, aber von seinen für ihn sehr wertvollen Büchern ist so gut wie nichts kaputt gegangen.
Unsere "Gästematratzen" waren allerdings hin, ebenso Volkers Schreibtisch.

Zum Glück war unser Vermieter sehr verständig und half uns, (indem er zwei starke Jungs vorbeischickte), den Keller zu räumen. Kurz darauf wurde der Boden herausgerissen.

Jetzt ist der Keller leer. Also er ist heute, am 14. November 2008, immer noch leer...

Wie kommt das?

Bei der Hausübergabe erwähnten die Vormieter, dass in diesem Kellerraum Schimmel an der Wand ist, für sie erst sichtbar nachdem sie ihre Regale abgebaut hatten. Bald war klar, dass man da von außen aufgraben muss, die Wand trocknen lassen, versiegeln und anschließend wieder zubaggern muss
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich zu diesem Zeitpunkt hochschwanger war und wir im Prinzip jeden Tag mit der Geburt rechneten...

Nach der Geschichte mit dem Regenguss beschloss der Vermieter kurzerhand, dass der Bagger so bald als möglich kommen soll.

Ich war sehr begeistert... Also ging es los.
Direkt vor unserem Esszimmerfenster baumelte die Baggerschaufel. Ida fand das mächtig interessant, sie war also erst mal beschäftigt. Ich fand den Lärm ziemlich nervtötend. Und das Baby hatte dann erst mal gar keine Lust mehr rauszukommen.


Mehr von den Komplikationen der Bagger-Aktion beim nächsten Mal.

24 Oktober 2008

Selbstwertgefühle, Homöopathie und anderes

Dein Platz im Himmel wird aussehen, als sei er für dich gemacht, und zwar für dich allein, weil du für ihn gemacht worden bist. -- C.S. Lewis


Dieser Satz beschäftigt und beflügelt mich zur Zeit. Ein Platz, für den ich gemacht worden bin. Da kommt die Frage auf: Wie bin ich eigentlich? Wie könnte dieser Platz aussehen? Ich glaube, ein bisschen so, wie unser Wohnzimmer jetzt: Wir haben nun ein bequemes Sofa, und gleich nebendran Regale voller Bücher. Ganz wichtig wäre mir dann noch ein Telefon... Wie bin ich gemacht? --
Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind hier alle auf der Flucht. Als ich vom Kindergarten zurückgelaufen bin, vor ein paar Tagen, da hab ich die Felder weit draußen gesehen und das Morgenrot - und irgendwie wär ich gern weit weg gewesen. Vielleicht in Greifswald, am Meer. Habe mir gedacht: Wo ist der Ort, wo ich hingehöre? Wie weit müssen wir noch reisen, wie oft umziehen? Ich glaube, es geht vielen so. Oder sind nur wir so ruhelos? Ich denke wir suchen nach diesem Platz, für den wir geschaffen wurden, unablässig. Nachdem ich den Satz von C.S. Lewis gelesen habe, bin ich etwas ruhiger geworden: Nein, ich werde ihn hier auf Erden einfach nicht finden. Vielleicht ist es so unperfekt wie es grad ist, doch sehr schön? Kann ich´s trotzdem genießen? --

Ich hatte vor kurzem wieder so eine Begegnung, bei der ich mich so klein und nichtig gefühlt habe. Wir waren mit einer anderen Kindergarten-Mama unterwegs, die Kinder verschwanden hinter einer Hecke im Gebüsch und spielten da. Wir unterhielten uns. Irgendwann kamen wir auch aufs Alter zu sprechen, und da musste ich feststellen, dass ich ganze 5 Jahre jünger bin als besagte Mutter... Da sie zudem ungefähr zwei Köpfe größer ist als ich, fühlte ich mich doppelt klein. Ich konnte richtig spüren, wie in mir dieses Minderwertigkeitsgefühl aufstieg...

Das ist wohl schwer zu verstehen. Aber die meisten Mütter heutzutage haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung hinter sich. Ich mute da immer noch wie ein Küken an: Ich habe zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung. Aber eben noch eine nicht ganz abgeschlossene. Und von Berufserfahrung keine Rede... Das ist so ein bisschen frustrierend, ich komme mir oft wie ein kleines, dummes Mädchen vor.

In dem Fall konnte ich das aber erspüren, fühlte, dass dabei ganz viel "gespiegelt" ist, also eigentlich die Gefühle der Frau mir gegenüber sind, die sich in meiner Gefühlswelt spiegeln (ich weiß auch nicht, warum?). Im Nachdenken habe ich gemerkt: Nein, ich muss mich nicht minderwertig fühlen. Ich bin fast 30,bin verheiratet, habe zwei Kinder, und bald bin ich mit dem Studium fertig.

Ein für mich zur Zeit recht zentrales Erlebnis, was Selbstwert angeht, war Monas Geburt. Ich habe im wahrsten Sinn des Wortes ein Kind zur Welt gebracht, habe es geboren, aus mir heraus, mit meiner Kraft. Ich kann es nicht so ganz erklären, aber das stärkt mich innerlich schon sehr. Ich möchte deswegen keine Frau abwerten, die einen Kaiserschnitt hatte oder anderweitig medizinisch unterstützt wurde. Aber... es ist eben was anderes!
Ob die Geburt einen Unterschied für den Selbstwert eines Kindes ausmacht? Ich hatte vor kurzem eine Art "Zwiegespräch" mit Mona - es war, als wollte sie sagen: Danke, Mama, dass Du mich zur Welt gebracht hast!" - Und ich konnte ihr antworten: "Das habe ich gerne für Dich gemacht, meine Liebe!" -- Mir kam dieser Vergleich mit Jesus: Gott ist für mich durch unsägliches Leid gegangen, damit ich "von Neuem geboren" werden kann. Im christlichen Verständnis herrscht ja das Bild vom "Vater-Gott" vor, obwohl die Bibel auch andere Metaphern benutzt.
Doch der Herr antwortet: "Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es vergessen würde - ich vergesse dich niemals! Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben -- Jesaja 49,15-16

Unser Bild von Gott wird immer Stückwerk bleiben. Ich bin dennoch der Meinung, dass ein einseitiges Vaterbild falsch ist. In Gott steckt auch das Weibliche, die Mutter Gott. Oh jeh, das hört sich für manch einen ketzerisch an. Aber Gott hat Mann und Frau als sein Ebenbild geschaffen. So können nur Mann und Frau zusammen Gott "abbilden", ihm ähnlich sein. Sonst fehlt einfach etwas. -- Frauen fühlen sich im christlich-religiösen Zusammenhang zur "Mutter Gottes, Maria" hingezogen. Der Marienkult wird v.a. von Frauen hochgehalten. Ich denke, er rührt daher, dass ein patriarchalisches Christentum die "weibliche Seite" Gottes komplett ausgeblendet hat. Das ist bis heute nicht anders! Mutter Gott, das klingt gleich nach Indianern (Mutter Erde), nach Esoterik und allem Möglichen "Verbotenen". Leider wird Weiblichkeit immer noch sehr mit "Sünde" gleichgesetzt, zumindest in christlichen Kreisen. Und sei es nur unbewusst. (Meine Schwester könnte darüber eine Dissertation verfassen. Wäre sicherlich sehr interessant...) Vielleicht ändert sich das ja noch. Zumindest die Jesus Freaks sind da - soweit ich das mitbekomme - auf einem sehr guten Weg! (Sehr zu empfehlen: "Die Prinzessin auf der Kanzel" von Storch, im orkrist verlag erschienen.)

(Noch eine Anmerkung zum Bibeltext: Gott hat also Tattoos auf den Händen.. noch so ein Thema... - Ich erinnere mich mit guten, schönen Gefühlen daran, wie wir uns in Indien die Hände mit Henna bemalen ließen...)

Homöopathie

Noch ein Thema, was mich zur Zeit beschäftigt. Warum? Na, einmal wegen des Medizinstudiums. Zum anderen wegen ersten Selbstversuchen. Zum dritten: Homöopathie wird in christlichen Kreisen heiß diskutiert und von manchen als "okkult" bezeichnet. Man möchte natürlich nix falschmachen... naja, ich habe schon vor längerem festgestellt, dass Christen sich das Leben manchmal extra sehr kompliziert machen. Ich denke, für Gott wird es nicht so wichtig sein, ob ich nun mal Globuli genommen habe oder nicht. Meine innere Haltung dazu wird ihn aber schon interessieren!
Es gibt einen Verein Christlicher Heilpraktiker (Jaaa, es gibt auch Christen, die sich professionell mit alternativer Medizin beschäftigen!). Die sehen das grad mit der Homöopathie ganz locker. Ich vertraue diesen Menschen und bin also erstmal grundsätzlich der Meinung, dass Homöopathie ursprünglich nichts mit Okkultismus, Esoterik und Antoposophie (Steiner, Waldorf) zu tun hat(te). (Übrigens weiß ich aus der Biographie "Mother of an Army", dass Catherine Booth, Frau des Gründers der Heilsarmee, Homöopathie anwendete, als sie an Brustkrebs erkrankte)

Was mich auch sehr skeptisch macht: Homöopathie hilft so ziemlich gegen alles, zumindest, wenn man der DHU glaubt. Ich habe auch schon beobachtet, dass geradezu eine Abhängigkeit von den Globuli entsteht. Ohne Gobuli kann ja nichts mehr normal heilen! Kinder brauchen unbedingt Globuli, wenn sie sich den Kopf stoßen, es grenzt geradezu an Kindsmisshandlung, ihnen die Globuli zu verweigern! Für jede Befindlichkeit gibt es ein Kügelchen. Die DHU hat jetzt ein neues Mittel gegen Erschöpfung und Stress herausgebracht.Das trifft den Zeitgeist. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie schnell dieses ansonsten harmlose Mittelchen zur Sucht werden kann. Statt Strategien zu entwickeln, mit Stress umzugehen, werden Globuli eingeworfen...

Homöopathie behandelt ausschließlich Symptome und kennt keine Krankheiten, sondern "nur" "Krankheitsbilder". Dies ist einerseits positiv: Der Blick geht auf den ganzen Menschen, bezieht sein Temperament/seinen Charakter mit ein. Andererseits: Ein allergischer Schnupfen erzeugt die gleichen Symptome wie ein viraler Schnupfen. Trotzdem sollte man eine Allergie anders behandeln als eine Viruserkrankung. Das ist bei der Homöopathie nicht der Fall.
Dann bleibt also noch die Frage nach der Wirksamkeit und Wissenschaftlichkeit offen. Ich habe einen sehr aufschlussreichen Artikel im Wiki gelesen (hier) Danach muss ich ja mal sagen: Gute Nacht, Homöopathie! Alles Quark, Mumpitz und Käse. Kann eigentlich nicht funktionieren.

Dennoch: meine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie sind nicht völlig negativ.
Ich komme da einfach zu dem Schluss, dass Homöopathie zur sogenannten "Erfahrungsmedizin" gehört, zu der Gruppe von Arzneimitteln, die (wenigstens begrenzt) wirken, was wir eben aus der Erfahrung mehrerer Generationen wissen. Aber nicht erklären können.
Ich möchte dennoch davor warnen. Abhängigkeit und sich nur noch auf die Globuli verlassen können einfach nicht die Antwort sein.

Das soll nun mal reichen für heute.



16 Oktober 2008

Fotos eingefügt

Ich füge so nach und nach noch Fotos in alte Posts, es lohnt sich also, da nochmal zu schaun!!

Rückblende: Umzugstag

Am 21. Juli 2008 kamen die Möbelpacker und verfrachteten unseren Hausstand in den LKW.

Zuvor mussten natürlich Kartons gepackt werden... dazu kamen u.a. meine Eltern angereist, sie haben bestimmt 30-50(?) Kartons gepackt. Ich hatte ja schon einen dicken Bauch und war für solche Arbeiten eben nur begrenzt einsetzbar. Ich hab zwar auch einiges in Kartons gepackt (v.a. unsere Bücher und Anziehsachen), aber ohne die tatkräftige HIlfe verschiedener Leute hätten wir das nicht geschafft.


Sehr schade war allerdings, dass wir wegen des Umzugs nicht zur Hochzeit von Freunden konnten. Sie heirateten am Samstag vor unserem Umzugs-Montag, und da war einfach noch so viel zu tun...

Am Montag bin ich dann mit Ida zu meiner lieben Freundin Maria "ausgewandert". Sie war auch schwanger, allerdings mit Nr. 3. Irgendwie kriegt sie das sehr gut hin mit ihren Kindern, so dass es kein Problem war, dass wir sie "belagert" haben. Na, die Kids konnten ja auch miteinander spielen! Ida ist sehr gern bei Maria, da sie einen Garten haben. (Na, wir haben ja jetzt auch einen...)

Volker war den ganzen Tag schwer beschäftigt: Der Keller war noch nicht ganz verpackt. In der Küche war noch einiges übrig (Ich dachte, sie packen nicht nur das Geschirr ein.) Die vom Umzugsunternehmen veranschlagten 8h waren völlig utopisch. Ich glaube, insgesamt dauerte es 12h bis alles umgezogen war. Noch heute ärgere ich mich, wenn beschriftete Kartons im falschen Zimmer stehen. Gut, es waren auch einige nicht beschriftet... das ist dann auch was anderes.

Abends... das Schlafzimmer ist so riesig, ich hätte nicht gedacht, dass auch mit den aufgebauten Möbeln noch so viel Platz ist. Volker war sehr geschafft und musste am nächsten Tag arbeiten. Trotz allem waren und sind wir froh, den Schritt getan zu haben.

Die erste Woche war ein bisschen abenteuerlich: wie koche ich einigermaßen gesundes Essen ohne Herd? Na gut, wir sind dann auch einmal zu McDonald´s gefahren. Improvisation ist alles. Würstchen kann man mit heißem Wassser aus dem Wasserkocher überbrühen und ein paar minuten "ziehen" lassen.. :-) Ein Eimer taugt auch zum Abspülen...

In der zweiten Woche schafften wir es, mit Hilfe von meinen Vater, (der nochmal kam) und zwei guten Freunden, die Küche soweit aufzubauen, dass sie benutzbar war. Das war sehr viel wert. Sehr, sehr gut war auch, dass Susanne, Volkers Schwester, uns mit ihren Kindern besuchte. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Küche auch eingeräumt war und also sinnvoll benutzbar war, bevor Mona zur Welt kam. Wir werden sehen, die Küche spielte auch eine wichtige Rolle unter der Geburt...


Das war in den Tagen bis Anfang August nicht einfach: Ich war mit dem Bauch und Ida zu Hause, wir kannten noch kaum wen, es war teils sehr heiß, Ida vermisste ihre EKI und wollte bespaßt werden. Anfang August (Errechneter Termin war der 30. Juli, aber meine Kinder finden es immer sehr schön im Bauch...) habe ich darauf bestanden, dass Volker zu Hause bleibt. Das war die einzig richtige Entscheidung.

In den zwei Wochen vor der Geburt passierten noch haufensweise Katastrophen. Die gibts im nächsten Eintrag... :-)

26 September 2008

Rückblende: Uni und EKI

Da ja sonst alles ganz konfus läuft, drösle ich hier die einzelnen "Themenkreise" der letzten Monate auseinander.

Ein wichtiger Lebensabschnitt für mich und auch für Ida ging zu Ende.
Uni

Ich habe meine letzten Kurse belegt und ein paar Prüfungen abgelegt:

Zu Beginn des Semesters konnte ich Rechtsmedizin belegen: vier Wochen lang eineinhalb Tage die Woche. Die sehr guten Vorlesungen der Professorin Ritz-Timme kann ich wirklich sehr empfehlen. Das Baby im Bauch hat aber immer gestrampelt, als sie die ekligen Bilder an die Wand geworfen hat. Da hab ich mich ja schon gefragt, ob das so gut ist... Sehr interessant fand ich den Themenkreis Häusliche Gewalt sowie Umgang mit Gewaltopfern. Als Arzt wird man immer wieder auf diese Probleme stoßen. Die Opfer sind oft gar nicht bereit, sich als solche zu sehen. Täter kommen manchmal aufgrund der fehlenden Dokumentation ungeschoren davon. Frauen bleiben bei ihren schlagenden Männern, weil sie emotional nicht rauskommen.

Die mündliche Prüfung war sehr angenehm. Ich hatte zwar das Gefühl, alle anderen hätten viel fundiertere Antworten gegeben, aber letztendlich haben wir alle die gleiche Note bekommen. Also wieder ein Punkt abgehakt.

Als nächstes kam dann Humangenetik dran. Das war zwar nur eine VL, aber mit Anwesenheitspflicht. Da EKI erst um 8:30 begann, die VL aber um 8:00h, war das für mich schwierig, wenn Volker früh zur Arbeit ging und Ida nicht in die EKI bringen konnte. Der Dozent war aber sehr entgegenkommend, ich habe mehrmals mit ihm gesprochen, und schlussendlich waren meine Fehlzeiten kein Problem. Die schriftliche Prüfung war bekanntermaßen gut zu bestehen. Da waren wir zwar schon so halb am Umziehen, aber irgendwie geht immer was.

Nebenbei musste ich noch für Augenheilkunde lernen, da fehlte mir noch die Prüfung. Diese war ziemlich schwer, was zu erwarten war. Ich hab´s bestanden, das war für mich die Hauptsache.

EKI


Die Elterninitiative, die Ida besuchte, befand sich bereits in einer Umbruchphase. Einige Kinder kamen in den Kindergarten. Neue Kinder kamen dazu. Dadurch auch neue Eltern. Gleichzeitig hatten wir unsere Wohnung schon halb in Umzugkartons gepackt, und alle paar Tage fuhren wir zum neuen Haus. Dadurch war EKI noch so das beständigste in Idas Leben.

Am 18. Juli hatten wir dann unseren letzten Tag in der EKI und "feierten" Abschied, zusammen mit Yannick. Es war schön, aber es waren nur wenige Kinder da, das war wiederum schade.
Da EKI ja eine Elterninitiative ist, und man so einen recht engen Kontakt zu den anderen Eltern bekommt, bricht für uns ein "soziales Netz" weg. Zu einigen haben wir schon noch Kontakt, aber die Entfernungen sind doch so groß, dass man sich nicht mal eben besuchen kann. Na, es ist ja meistens so: wenn man sich gerne hat, spielt die Distanz keine Rolle, wenn beide Parteien Interesse haben, dann findet sich ein Weg.

22 September 2008

Kinderliebe

Heute war ein guter Tag: Früh nettes Frühstück mit den Frauen vom Geburtsvorbereitungskurs (aber es war schrecklich, bis wir losgekommen sind...), danach eine ruhige Zeit zu Hause, Essen war vorgekocht, also auch damit kein Stress!

Heute Nachmittag hatte Ida die Idee, dass eins ihrer Playmobil-Männchen "sich so doll verletzt hat, dass es stirbt!" Sie lachte dabei. Da habe ich ihr erklärt, dass man jemanden, der stirbt, in eine Kiste legt und beerdigt. Wir mussten dann also das Playmobil-Männchen beerdigen. Ich habe ihr von unserer Seele erzählt und dass Jesus die lebendig macht und mit in den Himmel nimmt und dass wir dann bei Gott sind. Was sagt meine Maus? "Dann ist das wie bei Jesus." "Ja, so ähnlich, der ist auch auferstanden und in den Himmel gekommen."

Volker fliegt morgen für ein paar Tage nach Amerika, Cedar Rapids, Iowa. Deswegen war der Abend etwas konfus, Volker versuchte zu packen, ich versuchte zu stillen und gleichzeitig Ida ins Bett zu bringen. Funktionierte natürlich nicht. Also hab ich erstmal gestillt, während Volker eine Geschichte vorlas. Dann habe ich wieder übernommen. Mit Ida und Mona gekuschelt, gesungen, gebetet. Ida hat das Thema des Nachmittages wieder aufgegriffen: Sie fragte mich, wie alt der Papa bei seinem nächsten Geburtstag wird. Ich: "40 Jahre".. Sie: "Na dann muss er ja bald sterben!" ich: "Nein, das glaub ich nicht, guck, Opa ist ja auch schon viel älter und lebt noch. Wir wollen, dass Papa noch gaaaanz lange lebt." "Ich will, dass Papa gar nicht stirbt." Hmm. Was sagt man da? Im Lauf des Gespräches kam dann noch: "Ich sterbe ja auch einmal." Ich habe ihr dann noch mal von Jesus erzählt und das fand sie, glaub ich, gut! Ich weiß nicht, ob ich hierbei alles richtig mache... Erziehung und alles was dazu gehört ist wirklich spannend.

Als Ida dann neben mir im Bett schlief und Mona auf der Matratze auf der anderen Seite, war ich irgendwie sehr glücklich. Schaute von einem Kind zum anderen. Fand es einfach so schön, zwei Kinder zu haben. Fragte mich, ob ich noch mehr von der Sorte will. Spürte eine Ruhe und einen Frieden. Oft bin ich nicht so nett zu Ida, finde ich. Mehr Klarheit und Ausgewogenheit täten gut. Ich arbeite daran. Ich glaube, ich darf unperfekt sein, meine Kinder werden daran nicht kaputt gehen. Solange sie spüren, dass ich sie liebe...

21 September 2008

Ritterliches

Zur Abwechslung mal was aus unserem "Alltag", wobei, Wochenende ist ja nicht Alltag. Gestern waren wir mit Y. und M. zusammen in Z. am Kunsthandwerkermarkt und - besonsers wichtig! - bei den Ritterspielen. Y. ist ein ganz lieber kleiner Junge, Idas bester Freund noch aus EKI-Zeiten. Sie verstehen sich sehr gut, und Ida mag M.auch sehr gerne - da werd ich manchmal schon neidisch. Aber Monika ist eben auch eine ganz, ganz Liebe! So haben sich also beide riesig gefreut, dass sie mal wieder zusammen spielen konnten. Am Nachmittag sind wir mit dem Bus also nach Z. gefahren. Das ist ein kleines, schon fast mittelalterlich wirkendes Städtchen mit einem Schloss, einer Freilichtbühne und einer Windmühle (leider nicht funktionstüchtig). Mit Mona ging das sehr unproblematisch, auch wenn sie beim Stillen wieder bisschen geschrien hat. Stillen ist mit Mona nicht so einfach. Ich habe teils sehr viel Milch, die dann richtig "einschießt". Mir zieht´s dabei im Busen, und Mona kriegt fast keine Luft, weil sie in Milch ertränkt wird. Zudem hat sie Schnupfen, deswegen kann sie noch schlechter atmen beim Trinken. Ich fand den Nachmittag sehr erholsam: Drei Erwachsene (Volker war ja auch dabei), und drei Kinder. Sehr entspannt. Um 16h gab es dann ein richtiges Ritterturnier, mit mittelalterlichem Prunk, Pferden, richtiger Ritterrüstung, Lanzen, Pfeil und Bogen und was man sich so vorstellen kann. Die Kinder haben es genossen. Allerdings, irgendwann war es doch etwas langatmig, da sind wir wieder gegangen. Anschließend sind wir noch eine ganze Weile durch die Stadt gebummelt, denn der Handwerkermarkt zog sich durch die ganze Innenstadt; die schönsten Stände fanden sich im Schlossinnenhof. Da gab es leckeren Käse aus der Region, sehr schöne Ledertaschen (ich hab eine gekauft!), hübsche getöpferte Kleinigkeiten für Haus und Hof, lustige Vögel aus Ton mit "Metallfedern" für den Garten, Schmuck, Holztiere, Geschmiedetes, Wollstulpen, Schaffelle... Mir hat vieles sehr gut gefallen. Abends hat Volker die beiden nach Hause gefahren, und ich habe es doch tatsächlich geschafft, beide Kinder alleine zum Schlafen zu bringen. Gute Übung für nächste Woche, Volker fliegt für ein paar Tage in die USA. Aber so wie es aussieht, kommt meine liebe Schwester!

20 September 2008

Wir mieten ein Haus...

Im April (meine ich) unterschreiben wir den Mietvertrag. --

Zuvor waren wir zwei Wochen in Puimoisson auf dem Segelflugplatz, zusammen mit Familie M. - Sie haben auch zwei Töchter, und die Kinder hatten viel Spaß zusammen und haben gerne miteinander gespielt. Leider waren dann auch die zwei kleinen krank mit Fieber; Ida hat sogar wieder ins Bett gemacht, obwohl sie schon ein paar Wochen keine Windel mehr hatte. Es war ziemlich kalt (Volker hatte mir noch vorher vorgeschwärmt, dass es bestimmt an die 20 Grad haben wird...), zum Glück hatten wir komplette Winterausrüstung mit dabei. Ich hatte schwangerschafts- und kältebedingt Symphysenschmerzen (Schambeinschmerzen), die teilweise wirklich heftig waren. Volker hatte zwei Tage ein entzündetes Auge und konnte also auch nicht fliegen. Der Strom fiel zwei, drei mal aus, da gingen dann die Elektroheizungen im Bungalow auch nicht mehr :-) ... na es war ein recht gelungener Urlaub... nein, irgendwie war es ja doch sehr schön! Gerade für die Kinder, und die Männer haben ein paar gute Flüge gemacht. Und die Frauen haben sich gut unterhalten, immer schön bei einer Tasse Kaffee oder Caro-Kaffee.

Der Mietvertrag galt ab 1. Juli. Die Vormieter jedoch hatten angedeutet, dass ihr Hausbau vielleicht schon früher so weit ist, dass sie einziehen könnten - sie wollten zu Ende Mai ausziehen. Das fanden wir sehr positiv, schließlich sollte das Baby Anfang August kommen, und renovieren wollten wir im "neuen" Haus ja auch noch.

Oh, ich habe glaube ich noch nicht erwähnt, dass das ganze Haus in verschiedenen Orange-Tönen gehalten war... die Vormieter hatten eine Vorliebe für echte Knallfarben. Uns war also klar, dass hier Profis ran müssen..


In der Zwischenzeit hatte die Uni wieder angefangen. Bald schon war mir Fahrrad fahren mit Anhänger mit Ida drin echt zu anstrengend, was auf viel nervige Autofahrerei hinauslief. Ich fragte mich zeitweise, wie ich auf die glorreiche Idee gekommen war, gerade Rechtsmedizin und Humangenetik im schwangeren Zustand belegen zu müssen... Rechtsmedizin war teilweise schon etwas schaurig. Das Baby im Bauch strampelte immer in den Vorlesungen! Nun ja, es waren meine beiden letzten noch verbliebenen Fächer. Die mündliche Prüfung in Rechtsmedizin war gut zu machen, und so hatte ich im Mai einen weiteren Schein in der Tasche. Blieben nur noch zwei Klausuren.

EKI - Die Elterninitiative, in der Ida betreut wurde - wurde auch immer anstrengender für mich mit Bauch. Wegen meiner Schambeinschmerzen konnte ich im Prinzip nicht mehr schwer heben, also auch keine Kleinkinder mehr durch die Gegend schleppen. Zum Glück hatte ich meinen Dienst-Tag immer mit M. zusammen, die mir sehr viel abnahm und sehr, sehr viel Verständnis hatte. Sie ist aber auch Physiotherapeutin...

Meine Schambeinschmerzen hatten aber auch etwas Gutes: Ich wollte zum Orthopäden. Es ist ja bekannt, dass das deutsche Gesundheitssystem nur begrenzt funktioniert. Insbesondere bei Orthopäden hat man immer ein Problem mit den Wartezeiten... Ich sollte also um 8h in der Früh da sein. Das klappte aus diversen Gründen nicht (Volker konnte Ida nicht in die EKI bringen), also war ich erst um 10h da. Da wurde ich dann aber abgewiesen, sie könne nun wirklich keine Patienten mehr annehmen für den Tag...
Als ich aus der Praxis raus Richtung Auto lief, entdeckte ich den Ladenraum eines Maler- und Renovierungs-FAchmannes. Ich sah mal rein, und der Malermeister war mir recht sympathisch. So sind wir zu unserem Maler gekommen... da war der Weg zum Orthopäden doch nicht ganz für die Katz.

Ende Mai war dann endlich klar, dass wir nicht früher in das Haus einziehen können. Die Vormieter zogen dann schließlich Ende Juni aus, wir konnten eine Woche früher in das Haus.

Dann ging es los mit renovieren. Der Malermeister ging in den Urlaub. Sein Kompagnion übernahm, und etwas verzögert legten sie los. Volker und ich hatten uns bereits den Kopf zerbrochen, wie man die einzelnen Zimmer streichen könnte. Wir hatten teils recht unterschiedliche Vorstellungen. Volker war sehr gegen "grün". Jetzt ist der Küche-Ess-Bereich in einem sehr schönen Grünton gestrichen, zu dem unsre Birke-Küche und die Holzmöbel gut passen. Ich konnte mir "rosé" im Schlafzimmer überhaupt nicht vorstellen. Es ist aber sehr sehr schön geworden.

Die Appel´sche Arbeitsabordnung rückte an: Volkers Schwester, sowie die Schwiegereltern, legten los, bevor wir überhaupt offiziell drin waren. Tapeten in Idas Zimmer wurden runtergerissen. Das war recht mühsame Arbeit, da die Rauhfaser mehrfach übergestrichen war und sich nur mit viel Wasser und Einweichen gut von der Wand lösen ließ. Ich stand die ganze Zeit nur dumm rum oder beschäftigte Ida. Mit meinem inzwischen hochschwangeren Bauch hatte ich quasi Arbeitsverbot.

Zwei gute Freundinnen, M. und M. :-)begannen mit dem Tapezieren. - Insbesondere M., die mehrmals kam und mit mir einiges "organisierte", kaufte und auf die Beine stellte, sei hier erwähnt!! - . Auf Anraten des Malers klebten wir erst Makulatur (Volkers Schwester: So was hab ich nie gemacht! Braucht man nicht!...). Ein Tipp an alle, die mal Makulatur kleben wollen: Ganz kurz einweichen und ganz schnell an die Wand bringen!!!!!! Ist ganz anders als richtige Tapete, die ja erst eine Weile mit Kleister eingeweicht wird.

Es sei noch erwähnt, dass wir ja zeitgleich "zu Hause" Kartons packen mussten/sollten/wollten. Ich glaube, Volker und ich haben zusammen vielleicht 50 Kartons gepackt. Die restlichen 100 Stück verteilen sich auf: meine Eltern, meine liebe Freundin Christina und die Möbelpacker, die das Geschirr aus der Küche am Umzugstag einpackten.

So, bevor die Zeitkurve für alle Leser noch konfuser wird, hör ich jetzt mal auf und geh ins Bett. Eine kurze chronologische Abfolge sowie Fotos folgen.

09 September 2008

blogger name

Da ich heute zu müde bin, um vom Umziehen und Renovieren zu erzählen, heute also die Erklärung zu cruelty to flowers:

Ich war vor vielen Jahren für zwei Wochen in London, das ist wirklich sehr sehr lange her - ich war damals in der 7. Klasse, eine Sprachreise.Dort habe ich mir eine Telefonkarte gekauft, mit der sinnigen Werbung für die britische Telekom:

She loves me
she loves me not
stop cruelty to flowers
call her


Na. Und dazu hab ich einen blumigen Namen: Iris - also: (stop) cruelty to flowers...
Das Leben ist schließlich nicht immer einfach.

08 September 2008

Viel Neues...

... deswegen auch ein neuer Versuch mit dem Blog. Im letzten halben Jahr ist so viel passiert, und es gibt so viele Leute, die nur einen kleinen Teil mitbekommen haben. Ich habe mir fest vorgenommen, zwischen den Umzugskartons und den zwei kleinen Kindern diesen Blog mit unserer Geschichte des letzten halben Jahres zu füttern. Kann bisschen dauern... und verzeiht mir, wenn mal wieder eine längere Pause entsteht.

Aber der Reihe nach.

schwanger


Irgendwann im Oktober oder November letzten Jahres hatte ich so das Gefühl, es ist jetzt wieder Platz für ein weiteres Familienmitglied. Mein geliebter Volker war da natürlich Feuer und Flamme... und schwupps war ich schwanger...

die Wohnung wird zu klein


Heute ist es mir ein echtes Rätsel, wie wir den ganzen Krempel auf 85m² untergebracht haben. Ich weiß es einfach nicht.
Damals ist uns nur klar gewesen: mit 2 Kindern geht das hier gar nicht. Vor allem ich war sehr fürs Umziehen, weil mich das Sachen-Rauf-und-Runter-Tragen in den 2. Stock echt nervte und ich mir beim besten willen nicht vorstellen konnte, zwei Kinder plus Einkauf zu schleppen...
Also machten wir uns auf Wohnungssuche. Was uns sehr geholfen hat, und sehr zu empfehlen ist: wir haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt. Darauf hin haben sich einige Leute bei uns gemeldet. Wir haben so auch recht "lustige" Begegnungen gehabt. Wie z.B. mit dem Ehepaar, was sein Reihenhaus vermieten wollte. Dieses etwas ältere RMH hatte ungefähr 6 Zimmer auf 3 Etagen und eine vielleicht 60cm schmale Treppe zwischen diesen Etagen. Allein die Vorstellung, mit Baby auf dem Arm da rauf und runter zu stolpern... :-) Vom Preis möchte ich nicht reden...

Das war ungefähr im Februar/März diesen Jahres. Eines Tages rief uns ein nettes Ehepaar an, sie hätten da eine Doppelhaushälfte, die Mieter würden bald ausziehen. Sind wir also hingefahren und haben es uns angeschaut. Unser erster Eindruck war: hier passt ja so ziemlich alles: großer Garten, Garage, Keller (für Volker seeehr wichtig); im EG viel Licht mit großen Fenstern, ein großes Wohn-Ess-Küche-Zimmer, was ich sehr schön finde, weil man die Kinder immer im Blick hat und trotzdem Platz für die Erwachsenen ist; tja, und auch sonst schien alles perfekt.

Wir können uns nie nicht entscheiden


Nur die damaligen Mieter waren grad am Haus bauen. Sie wollten zwar Ende Mai ausziehen, aber sie hatten zu Ende Juni gekündigt. Garantien gab es keine.

Zudem wusste Volker grad nicht, ob er nun von einem Standort seiner Firma zum anderen wechseln wollte oder nicht.
So konnten auch wir nichts versprechen. Netterweise wollten die Vermieter auf unsere Entscheidung warten, bevor sie nach anderen Mietern suchen wollten. Ich weiß nicht, das war uns sehr sympathisch und hat uns viel Druck genommen.
Wir haben uns dann natürlich die Gegend um den zweiten Firmenstandort angeschaut und überlegt, ob wir uns vorstellen könnten, da hinzuziehen. Für Volker war es aber vor allem eine Frage der Arbeitszeiten. Er meinte, er müsste dann viel mehr arbeiten und hätte viel weniger Zeit für die Familie. (Fragt mich mal, wie es jetzt ist!)

Somit fiel dann nach den Osterferien und unserem schönen Urlaub in Pui die Entscheidung: Volker bleibt am alten Standort, und wir ziehen in das Haus!