
... ist immer noch nicht viel geschehen... - Es war gut am Sonntag. Es waren nur ein paar Leute da, von denen ein guter Teil schon viel von uns gehört hatte. Die meisten, die schon irgendwie interessiert sind, möchten jedoch keine oder möglichst wenig Verbindlichkeit. Das heißt: nahe beieinander wohnen - ja, aber kein Extra-Treffen, das verbindlich ist. Ich kann´s gut verstehen. Aber ich glaub, dass Gott uns herausfordert, einen Schritt nach vorne zu gehen. Mich kostet es auch was. Aber ich habe keine Lust auf halbe Sachen.
Ich meine, die Frage ist doch: Wovon wird unser Leben bestimmt? Nicht nur im Kopf, von der Theorie her. Theoretisch wird jeder Christ sagen: Gott bestimmt mein Leben. Wenn ich eine Entscheidung zu treffen habe, frage ich IHN, usw.
Aber praktisch bestimmt oft die Umwelt unser Leben: die Uni fängt um 9:00h an, auf Arbeit muss ich von-bis sein. Darum herum drapieren wir fein säuberlich unsere Beziehung zu Jesus und alle anderen Beziehungen. Manche haben dann noch so feste Termine wie bestimmte Fernsehserien oder ...
Eine enge, gute Gemeinschaft hat Schlagkraft!
Hmm, letztlich wird Gott schon die Leutchen zusammenbringen, die zusammengehören. Wird einen Weg bahnen für das, was von Ihm ist. - Eine Zuhörerin fragte mich am Sonntag, woher wir wüssten, dass das von Gott ist. Schwierige Frage. Also jedenfalls haben wir keine Stimme aus dem Off gehört, die uns gesagt hätte: tut mal das und das. Es ist eher so, dass uns der Gedanke einer "christlichen Gemeinschaft" nicht loslässt, seit einem dreiviertel Jahr nicht. Da man ein Schiff, das nicht fährt, auch nicht steuern kann, haben wir uns eben in Bewegung gesetzt. Jetzt erwarten wir, dass uns der Große Kapitän an sein Ziel bringt. - Was für ein schönes Bild! Gott, der dreieinige Gott, ist der Große Kapitän! Das erinnert mich spontan an die Irischen Mönche. Da gab es so ein Gelübde, da sind einige von ihnen (z.B. Brendan the navigator) in ein Boot gestiegen und haben die Paddel über Bord geworfen und darauf vertraut, dass Gott sie dahin bringt, wo Er sie haben möchte. - Mal sehen, wo es hingeht.
Das 24-Stunden-Gebet war auch sehr gut! Die Liste war schließlich so gut wie voll, und den Rest haben wir improvisiert. Ich habe nur absolut begeistertes feedback bekommen. Renate, die Frau vom Pastor, war fast ein bisschen überrascht, dass es so gut ankam, und ein bisschen traurig, weil ihr selbst so eine positive Bet-Aktion bis jetzt nicht so recht gelingen wollte. (Da kommen dann nur die eingefleischten Beter...) Der Raum war nicht soo besonders hergerichtet. Das Bild oben ist aus dem Gebetsraum.
In mir bewirkt das Gebet einen Drang zum Handeln. Ich möchte hineinwirken in das Leben der Menschen um mich herum. - Gleichzeitig merke ich, dass ich mich nicht traue: die Frauen auf dem Spielplatz anzusprechen, weil ich weiß, sie wohnen in Sozialwohnungen, sie rauchen, sie sprechen eine andere Muttersprache. Was kann ich schon tun? - Eine Freundin erzählte mir, dass bei ihnen im Haus eine junge Mutter mit zwei Kindern wohnt. Sie raucht Kette und ist mit den Kids völlig überfordert. Meine Freundin hört oft lautes Geschrei und Weinen. Und sie hört die Kinder husten. Das macht sie ziemlich fertig, weil sie nicht weiß, was sie tun kann. Vielleicht fehlt ihr wie mir der Mut. Wir leben in unserer heilen Christenwelt und die Chancen, da rauszukommen, werden immer kleiner, je länger wir darin leben...
Seit dem 24-Stunden-Gebet steht für mich fest: in der nächsten Wohnung muss ein Gebetsraum umgesetzt werden! Oder wenigstens eine extra abgeteilte Ecke.
Vielleicht sollte ich mal für Mut beten?
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