14 November 2009

Hab die Haare wieder kurz...

... war mal wieder fällig.



Lese zur Zeit das Buch "Heimspiel" von Lisa Ortgies und lasse mich inspirieren, hinterfrage mein Tun und Lassen. Ob ich wohl mit Stoff wickle als eine Art Kompensation, weil ich ja nicht mehr ständig da bin? Nein wohl eher nicht, ich habe ja auch schon zuvor mit Stoff gewickelt. Frau Ortgies geht auf ziemlich viele "Mütter-Phänomene" ein, leider auch sehr, sehr negativ zum Thema Stillen. Ich finde, sie vermischt hier medizinische Tatsachen mit einer ganz bestimmten "Mütter-Propaganda", die ich auch gar nicht wegdiskutieren will.
Allerdings bin ich schon ganz klar auf dem Standpunkt, dass man Stillen und Arbeiten durchaus vereinbaren kann, z.B. durch Abpumpen: oder so wie es jetzt bei uns ist: Mona stillt eben, wenn ich da bin. Wenn ich nicht da bin, ist es auch ok für sie. Aber abends und wenn ich sie abhole und oft auch früh möcht sie halt trinken. Die aus medizinischer Sicht positiven Effekte sind meiner Meinung nach derart vielfältig und relevant, dass ich dies meinen Kindern nicht vorenthalten will.
Ich finde das Buch wirklich sehr inspirierend. Zum Einen hinterfrage ich mich selbst. Zum anderen fange ich an, uns so einzusortieren. Wo ich früher vielleicht dachte, mein Mann wäre weit entfernt vom sich einbringenden Vater, muss ich doch erkennen, dass er sich verglichen mit dem Durschnittsmann wirklich viel kümmert. Es ist aber auch so, wie Frau Ortgies schreibt: eine Tendenz zum Rosinen-Picken ist nicht zu leugnen. Windeln in die Waschmaschine schmeißen oder aufräumen gehört nicht gerade zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. :-)
Und es ist leider auch bei uns so, dass Arbeit, die Geld bringt, wertvoller/besser/wichtiger/.... ist als Arbeit, die kein Geld bringt (und die keiner sieht).
Soweit ich das Buch jetzt gelesen habe, kommen die Männer echt schlecht weg. Aber die Frauen nicht minder! Ok es ist ein langer Weg, und die eigene Prägung kann keiner einfach ausschalten.

soviel erst mal... muss schlafen gehen.

08 Oktober 2009

PJ mit Kindern

Seit kurzem bin ich an 3 Tagen im KKH, das entspannt die Situation deutlich. Wir kommen einigermaßen klar, Gott sei Dank hilft Volker wirklich sehr viel. Im Moment bringt er die Kinder an den 3 "KKH-Tagen" in den Kindergarten bzw. zur Tagesmutter. Ich hole an 2 Tagen ab, am 3. Tag holt Volker auch ab, was für ihn schon ziemlich stressig ist, da er dann nur 4 h auf Arbeit ist.

Im KKH ist es sehr ... nett! Die Atmosphäre in diesem Krankenhaus ist sehr gut, gerade die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft, das ist nicht selbstverständlich! Also ich bin momentan auf einer hämato-onkologischen Station, was für den Einstieg schon herausfordernd ist. Die Krankheitsbilder sind in aller Regel sehr komplex. - Na gut, wir haben auch ein paar Patienten mit "Schwindel" auf Station... Und es gibt mehrere Palliativ-Zimmer. Der Tod ist um die Ecke, es verstirbt eigentlich jede Woche mindestens 1 Patient. Oder geht nach Hause, um kurz darauf zu sterben.

Diese Situation beschäftigt mich schon sehr. - Auch Patienten, die sehr alt, bettlägrig, kaum ansprechbar sind... klar kenne ich das auch von früher. Jetzt denke ich dabei manchmal an meine verstorbene Großmutter, die am Ende in einer ähnlichen Situation war. Ich habe sie nicht mehr so erlebt, ich war zu weit weg. Das läuft mir jetzt ein bisschen nach. --
Ich bin auch etwas irritiert, wie schnell die Patienten teilweise versterben. Drei Tage zuvor noch mit ihm/ihr ein gutes Gespräch geführt und dann schon tot! Meine medizinischen Kenntnisse sind da noch zu rudimentär, und auch die Erfahrung fehlt, wie schnell es gehen kann. Aber es hat so viel mit der Seele und dem Geist zu tun. Gerade, wenn die Ärzte sich und dem Patienten eingestanden haben, dass sie endgültig nichts mehr für ihn/sie tun können, geht es häufig sehr schnell. Auf der anderen Seite ein Patient, der mir von einem Traum berichtet, der ihn letztlich sehr bestärkt hat, weiter leben zu wollen. Und das ein Patient mit diversen malignen Erkrankungen! -- Leider fehlt die Supervision. Hier wäre so vieles zu reflektieren, auch mich selbst zu hinterfragen. War meine Antwort nun gut, förderlich oder eher negativ?

Manchmal ist der Sprung für mich schon heftig, aus dem Krankenhaus raus, zu meinen Mädels, die mich brauchen!!! Brauchen!!! Weit mehr, als ich es gedacht habe. Gerade meine "Große" Ida, ich habe den Eindruck, sie ist innerlich wieder mal in einer Umbruchs-Phase, weiß noch nicht, was dabei heraus kommt. Sie geht sehr gerne in die Musikschule. Sie ist so unheimlich kreativ und hat auch vom Malen her innerhalb kürzester Zeit einen Riesen-Sprung gemacht vom "Krickeln" zum "Gegenständlichen Malen".




Hier zu sehen: Familie Appel! :-)

Es geht also vom Sterben zum prallen Leben, und dafür LIEBE ich meine Kinder! Ohne sie wär das alles noch viel trister.

Morgen wird hier richtig viel Leben in der Bude sein, denn Ida hat 4. Geburtstag. Wir werden unseren 1. richtigen Kindergeburtstag ohne Eltern feiern. Volker und ich werden die Party schon schaukeln. Ich freu mich drauf, muss mich aber auch bewusst drauf einlassen, da ich eigentlich nicht so der Spiele-Spaß-Quatsch-Mensch bin. Ich werd mein Bestes geben!



Bis denn...

21 August 2009

Stoffis und Co.

Stoffwindeln


Also ich wickle immer noch mit Stoff, obwohl Volker wieder arbeitet. Und Monas Tagesmutter hat auch kein Problem damit, so dass es also auch während des PJs weitergehen wird. Inzwischen habe ich ganz selten "Nässeunfälle", das ist dann meist selbst verschuldet (zB. enge BW-Hose über Wollhöschen... das nässt durch..) Nachts wickle ich Mona allerdings meistens mit Papier, weil ich den Eindruck hab, dass sie dann besser schläft. (Heut aber nicht...) Insgesamt ist es einfach SCHÖN, mit Stoff zu wickeln.

Praktisches Jahr
Es war ziemlich nervaufreibend, aber schließlich und endlich hat alles so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Jetzt kann ich das PJ am 31. August im 6km entfernten Krankenhaus anfangen, und das sogar in Teilzeit. Mona ist nun auch schon ganz gut an Isabell gewöhnt, nächste Woche kommt die "Generalprobe", auch für uns, wir müssen nämlich endlich mal früher aufstehen. Das klappt hier noch gar nicht, wir sind allesamt Langschläfer, einschließlich der Kinder. Ida wird selten vor 7:30h wach, Mona so um 7h. Na... mit Gottes Hilfe werden wir es schon schaffen!
Schweden

Wir waren ja 2 Wochen in Schweden, mit einer Freundin und ihrem kleinen Sohn Yannick. Es war eine sehr erholsame Zeit. Die Kinder haben echt schön miteinander gespielt! Die Großen haben viel gelesen, in der Sonne gesessen, Süßkram gegessen, Windeln gewaschen... :-) Doch, war sehr nett!

Irgendwie bin ich heut zu müde für tiefgreifende Gedankengänge.. wünsche eine gute Nacht!!




09 Juni 2009

Stoffwindeln

Das Konsumfasten hat bei mir ganz gut geklappt! Es hat sogar zu der Erkenntnis geführt, dass ich mit Stoff wickeln möchte.

Das wollte ich eigentlich schon damals bei Ida, habe es dann aber nicht getan: Wir wohnten im 2. Stock, ich hätte also noch mehr Wäsche treppauf, treppab schleppen müssen. Und ich war ja viel am Studieren und wollte mich nicht noch zusätzlich "belasten".

Im Moment hat Volker ja noch Elternzeit und ist zu Hause, also sehr günstige Voraussetzungen, um es doch noch zu probieren. Bis jetzt klappt es recht gut. Klar haben wir immer mal eine eingenässte Mona, und für nachts habe ich noch keine richtig gute Lösung. Aber... Ich hab ja noch nicht mal meine "Windelsammlung" komplett. Ich empfinde das Waschen nicht als große zusätzliche Belastung. Wir haben im 4-Personen-Haushalt doch so viel Wäsche, dass es nicht soo sehr auffällt. Gut finde ich, dass es mich zum regelmäßigen Waschen zwingt. So entstehen auch nicht mehr so riesige Wäschehaufen... höchstens mit sauberer Wäsche, die wegsortiert werden muss... Das Wickeln selbst ist heutzutage eher unspektakulär. Mit Höschenwindeln geht das fast so schnell wie mit den Papierwindeln.

Ich bin gespannt, wie es wird, wenn Volker wieder arbeitet... und besonders, wenn ich PJ mache! Wir bleiben dran. Und ich bin da auch nicht völlig verbissen... Papierwindeln gibt es ja auch noch.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich das mache. Das ist eine gute Frage. Also, einmal spart es schon eine ganze Menge Müll. Sonst ist die Umweltbilanz wahrscheinlich nicht viel besser als bei modernen (Öko-)Papierwindeln. Es ist auf jeden Fall billiger. Tja, und dann gehen mir die rationellen Argumente aus....

Für mich ist es in erster Linie ein Statement in dieser Wegwerfgesellschaft. Ein Ausrufezeichen!! Es geht auch ohne Wegwerfen.

Mein Schlüsselerlebnis: Ich habe mir zunächst eine einzelne Stoffwindel von einer Freundin geliehen und 2 Wochen lang "getestet". Und da machte es irgendwie *klick*: Ich hielt die (vollgepinkelte, triefend nasse) Windel in der Hand und dachte: So, und *Du* kommst jetzt nicht in die Mülltonne, sondern in die Waschmaschine! Und es fühlte sich einfach "richtiger" an.

Wäre sehr cool, wenn sich noch mehr Eltern anschließen. Nicht aus einem seltsam-überzogenen Ökodenken heraus, sondern - als Ausrufezeichen in einer Gesellschaft, die auf Wegwerfen gepolt ist.

Mona ist übrigens eher indifferent. Ihrem recht empfindlichen Po tut es meiner Meinung nach gut. Wenn die Haut ganz trocken liegt und kaum Luft drankommt, habe ich den Eindruck, versucht sie sich zu kratzen und es juckt sie. Eine ganze Nacht in nasser Stoffwindel dagegen macht dem Po gar nichts, zu meinem eigenen Erstaunen. Ich hatte die Angst, sie würde dann mit wundem, knallrotem Po aufwachen... neenee, eher im Gegenteil! - Ich habe zudem Windeln (oder diese hier oderoderoder...) gefunden, die ihre Bewegungsfreiheit kaum einschränken. Klar trägt Stoff mehr auf als Papierwindeln. Mona ist trotzdem recht "websig"....

So denn. Wir fahren bald nach Schweden! Ein kurzer Bericht wird folgen.

17 Mai 2009

Konsum und Wirtschaftskrise

Schon seit längerer Zeit mache ich mir Gedanken über mein Konsumverhalten. Als ich vor kurzem bei einem großen schwedischen Möbelhaus war, bin ich wirklich sehr ins Grübeln gekommen.

Wir waren mit den Kindern und einer Freundin und deren Sohn also bei Ikea. Die Kinder konnten ins Smaland, worauf Ida sich schon lange gefreut hatte. Mona habe ich mir im TT umgebunden, das war sehr gut, sonst wär es zu viel für sie gewesen.
Volker besorgte schon mal seine Regal-Teile, während ich mit M. durch den Laden zog.
M. muss finanziell immer sehr gut kalkulieren. Sie überlegt also sehr genau, ob etwas passt bzw. ob sie es braucht, oder nicht. Volker und ich hatten uns auch vorab eine kleine Liste zusammengestellt, damit wir nichts vergessen (und stattdessen dann irgendwelchen überflüssigen Kram kaufen).

Also… los… Hmm. Es ist schon ziemlich hardcore, durch I**A zu ziehen und wirklich nur die Sachen mitzunehmen, die man sich aufgeschrieben hat. Bei den Küchenutensilien meinte ich zu M.: „Lass uns schnell durch. Tassen und so sind echt billig, sehr verführerisch! Und Frischhaltedosen hab ich sowieso zu viele.“ – Nun ja, Volker kam dann mit 10 Gläsern und einer großen Packung Frischhaltedosen an… J da sag noch mal einer, Frauen wären dem Einkaufen verfallen…
Noch viel krasser finde ich es allerdings, wie meine Freundin M. es getan hat: Durch dieses schwedische Möbelhaus ziehen und abselut NICHTS zu kaufen. Keine Servietten. Keine Teller. Keinen Stoff. Keine Bettwäsche. Keine Kisten. Kein garnix.

Abends habe ich dann ein bisschen sinniert und nachgedacht und mit Volker gesprochen.
Vor einiger Zeit habe ich mich mit meinen „ökologischen Fußabdruck“ auseinandergesetzt. Dabei bin ich über eine Frage zu second-hand-Waren gestolpert. Ist ja eigentlich logisch: jedes neue Pressspan-Regal muss hergestellt werden. Das verbraucht Ressourcen, Energie, Bäume…. Und wie lange hält so ein Regal? Ein bis zwei Umzüge. Dann ist es hin. – Wir haben einen Esstisch da stehen, der ist noch von Volkers Großmutter, also bestimmt an die 100 Jahre alt. Insgesamt haben wir doch deutlich mehr gebrauchte als neue Möbel. Auch für Ida haben wir gebrauchte KiZi-Möbel gekauft, warum auch nicht? Ich finde sie total schön, zeitlos, und sie sehen auch noch nicht „abgenutzt“ aus.

Seien wir mal ehrlich: Der Konsummarkt ist völlig übersättigt. Eine breite Schicht hat fast alles: Kinderspielzeug in rauen Mengen (davon später mehr), Möbel, Kleidung, Elektronikwaren, also PCs, Handys, Kameras etc. Gerade bei Kindersachen ist es sehr offenkundig: Das meiste braucht man nur eine recht kurze Zeitspanne. (KiWa, Laufstall, Babywippe – die sind neu echt schweineteuer!, Kindertisch und –stühle etc., Strampler, Bodys….) Und dann? Ist das alles meist noch ganz gut in Schuss. Kann wieder getragen werden. Hat vielleicht nen Fleck mehr, der nicht rausgeht. Aber wen stört das bei einem Kleinkind, was sich sowieso nach spätestens 10 min vollsabbert?
Klar gibt es Sachen, die sich auch lohnen, neu zu kaufen. Wir haben Ida z.B. eine gute Robust-Jacke gekauft. Die war teuer, hält aber mindestens bis nächstes Frühjahr (da schön groß gekauft) und Mona darf die auch noch anziehen!
Ich weiß nicht, ich hab keinen Bock mehr auf billigen Kram kaufen, der nach kürzester Zeit kaputt geht. Ich hab auch keine Lust mehr, langlebige Dinge neu zu kaufen. Berühmtes Beispiel aus unserem Haushalt: Wir besitzen einen Kinder(hoch)stuhl, in dem meine inzwischen 16- und 18-jährigen Geschwister schon drinsaßen. Wir haben jetzt (gebraucht) einen zweiten gekauft. Wertverlust hatte der glaub ich keinen. J Wenn sowieso alle alles haben und man Dinge wie Kinderspielzeug und –anziehsachen zirkulieren lassen kann, warum dann überhaupt noch auf die Konsummasche reinfallen? ---

Die Weltwirtschaftskrise ist für den Westen absolut symptomatisch, wenn ihr mich fragt: Der Markt ist einfach hemmungslos übersättigt. Für mich ist es eigentlich logisch, dass das Wirtschaftswachstum an Grenzen stoßen muss. Gleichzeitig widert mich der Kaufrausch inzwischen an. Insbesondere dieses „Hauptsache billig! Schnäppchen gemacht!“ Uahh. Wobei man es schwieriger hat, wenn man nicht so aufs Geld schauen muss. Jesper Juul hat das so nett ausgedrückt: In einer Zeit, in der es kein großes Problem für viele Eltern ist, jeden Tag eine Kugel Eis zu kaufen, muss man seine Werte, seine Grenzen, seine Prinzipien neu überdenken. Und man kann sie eben nicht einfach am Geld festmachen… da muss man sich schon bessere Argumente überlegen. Besonders, wenn man so ein schlaues Mädchen hat wie wir!

Meine theoretischen Überlegungen sollten sich schon bald in der Praxis bestätigen. Drei Tage später hatten wir hier Sperrmüll. Ida wollte nicht in den KiGa gehen. Also sind wir so ein bisschen unterwegs gewesen. Ich hab mich so bisschen umgesehen, was es da alles für umsonst gab: z.B. einen Wipp-Schaukelstuhl, der nur einen etwas schmuddeligen Bezug hatte. Oder eine Plastik-Spielküche „mit Zubehör“, die unbeschädigt war. – Die haben wir dann zu Idas Freude mitgenommen. Sie steht nun auf unserer Terrasse.
Was gabs noch? Tischplatten, Eckbänke und Sofas, die etwas aus der Mode gekommen waren, einen sehr schönen gedrechselten Stuhl habe ich leider erst gesehen, als er ins „Entsorgungs-Mobil“ wanderte. Einen weißen Sonnenschirm mit Ständer, der halt bissl grau geworden war. Ich fühlte mich in meinen Überlegungen voll bestätigt. Die Leuts haben einfach alles und davon ZU VIEL!

Das Schlimme dabei ist, dass bei weitem selbst im Westen nicht alle alles haben. Es gibt da einen immer breiter werdenden Rand der Gesellschaft, der nicht teilhaben kann. Seit jeher geschieht Konsum auf Kosten anderer! Der ganze billige Kram muss ja auch billig produziert werden. Das geht nur mit billigen Arbeitskräften, billigen Rohstoffen und in aller Regel auf Kosten der Umwelt. Was für krasse Auswirkungen das haben kann, sieht man bspw. in Papua-Neuguinea.

Aber das … könnt ihr entweder selbst herausfinden. Oder auf einen Eintrag dazu warten.

Die Fastenzeit ist zwar schon vorbei. Wer will, kann sich mit mir auf ein Konsum-Fasten einlassen. Sagen wir, für 14 Tage?
Bis dahin. Gods Blessing.

28 April 2009

Pui war dieses Jahr noch viel schöner als letztes Jahr, obwohl Volker weniger zum Fliegen kam - oder grad deswegen? Es fühlte sich fast ein bisschen wie nach Nach-Hause-Kommen an, denn wir waren wieder im selben Bungalow wie im letzten Jahr. Jedenfalls waren wir schön wandern, hatten viel viel Spaß mit den Kindern und haben jede Menge Carokaffee getrunken. Mit Familie M. haben wir so ziemlich jeden Tag zusammen gegessen und uns beim Kochen abgewechselt. (Oder: ich koch die Nudeln, du die Soße...)



Ich bin sogar mal mitgeflogen! Wir haben uns die Verdun-Schlucht von oben angesehen, das ist wirklich sehr beeindruckend.



Natürlich gabs auch Reibereien, zwischen den Kleinen wie den Großen. Aber insgesamt... wars sehr harmonisch. Wir freuen uns sehr aufs nächste Jahr! - Ich wünsch mir allerdings dann ein richtiges Osterfest und ein bisschen mehr Besinnlichkeit zum Karfreitag. Das ist leider total untergegangen. Ida durfte am Sonntag zwar noch Ostereier suchen. Aber dann sind wir ja schon wieder gefahren. So haben wir Ostern mehr oder weniger auf der Straße verbracht...

Kaum zu Hause, hat es mich "umgehauen" und ich lag mit 39,5 Grad Fieber im Bett. Das hatte ich schon sehr sehr lange nicht mehr! Gott sei Dank war es nach 3 Tagen überstanden. Die zugehörigen Hals- und Kopfschmerzen waren verschwunden.

Volker ist ja nun ganz viel hier zu Hause, denn er hat noch bis Ende Juni Elternzeit. Er hat schon geunkt, ob er jetzt auch einen Bestseller schreiben soll... aber wir sind ja alle hier, er hat es also denkbar einfach. Mona gewöhnt sich nun langsam an ihn und freut sich inzwischen richtig, wenn sie ihn sieht. (Das war zuvor nicht der Fall, muss wohl daran gelegen haben, dass Volker sehr viel gearbeitet hat und oft ging und kam, als sie schlief.) So ist es insgesamt recht entspannt hier. Es gibt natürlich trotzdem 1001 Sachen zu tun. Die allerletzten Kartons warten aufs Auspacken, Idas Zimmer und Spielecke müssen dringend überarbeitet und aufgeräumt werden, Kisten beschriftet, noch ein paar Regale angebohrt werden und und und. Im Garten gibt es jetzt auch jede Menge zu tun, bin am Unkraut zupfen und habe die Tage einen (noch ganz kleinen) Flieder gepflanzt.

So, demnächst mehr -- :-)

15 März 2009

So also...

... es gibt sie die Leser. Das verpflichtet, oder?

Vor kurzem hatte ich einen runden Geburtstag, den wir nur so ein ganz klitzeklein bisschen gefeiert haben. Zwei Tage zuvor habe ich mich mal wieder bei einer meiner wenigen Autofahrten grandios verfahren. (hin 30 min, zurück 1h). Mein Schatz hatte ein Einsehen und hat mir ein Navi geschenkt. Es ist das absolut schönste Navi der Welt, und diesen Dienstag werde ich es endlich "einweihen".

Sonst.... waren wir hier alle viel krank. Am 6. März war Weltgebetstag der Frauen, Gastgeberland: Papua Neuguinea. Ich habe viel über das Land gelernt. Der Gottesdienst, den wir aus dem Nichts gestampft haben (so kam es mir vor), war ganz gut, denke ich. Mir ist im Kopf geblieben, Mut zu haben und den Geboten Gottes zu folgen. OK, das ist die Kurzform.... der Bibeltext war die Rettung des Mose..... Ähm. Es ist einfach zu spät. nachts um 2:30h krieg ich nix mehr gebacken.

Es ist viel passiert, auch Dinge, die ich gerne aufschreiben möchte aber nicht kann, denn sie sind einfach nicht für hier geeignet. Manchmal gerät das Leben völlig aus der Bahn, auch wenn äußerlich alles intakt ist... so bei mir - fühle mich wie zerschlagen und muss mich erst wieder berappeln. Mein Herz ... hofft dass es das übersteht ohne allzuviel Schaden zu nehmen.

Ida ist nicht so ganz glücklich im Kindergarten. Ich frage mich, ob ich eine neue Einrichtung suchen sollte. Falls ich ganztags PJ mache, bräuchte ich sowieso was, wo Mona auch hingehen kann.... Ich knicke langsam ein. Die Kölner kommen nicht in die Puschen. Ich versteh nach wie vor nicht, wieso sie sich so anstellen, es geht ja quasi nur um eine halbe PJ-Stelle.... ??!!

Na denn muss doch mal schlafen.

03 Februar 2009

Heimkehrer und Kinderland

Möchte ja gerne mal wissen, wer hier ab und zu vorbeischaut... zumindest von zweien weiß ich es. Diese beiden mussten sich fast einen Monat gedulden.

Es ist viel passiert in dem Monat. Mein Großvater ist heimgekehrt, und zwar am 10. Januar, also einen Tag nach meinem letzten Eintrag. Es war etwas plötzlich und unerwartet, obwohl er schon ziemlich betagt war. 94 Jahre sind eine ganze Menge.

Mein Großvater...

still und unerkannt
bescheiden und
mit Gnade überhäuft
auf der Suche nach
dem kleinen bisschen Glück
kam zurück aus der
Hölle des Krieges
sein bruder nicht
hat gearbeitet
hat mit seinen Händen
so viel immer noch sichtbares
geschaffen, gemalt, mit
Stuck geschmückt
liebte liebte liebte
seine Schlittschuhe
seine Frau
meine Schwester
las auch mit 94 noch Zeitung
hat in seinen jungen Jahren
so viel erlebt
ich glaub
der Krieg hat ihn gebrochen
wo sollte das Glück nur sein
so vieles nimmt er mit
weiß keiner mehr
nur er

Es ist so traurig, dass ich niemals mehr seine Hand werde drücken können. Zumindest nicht im Diesseits. Aber ich bin mir recht sicher, er hat am 11. Januar mit meiner anderen im Oktober verstorbenen Oma deren Geburtstag gefeiert. Gerade rechtzeitig ist er da angekommen...

Das Jetzt ist so kostbar, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir jetzt in unsere Nächsten investieren müssen, denn irgendwann ist es zu spät. Zu vieles bleibt dann unwiderbringlich.

Im Jetzt bin ich deswegen auch nicht bereit, mich fürs Praktische Jahr krummzumachen. In den letzten Tagen bin ich gegen unsichtbare Betonmauern gelaufen, was meinen Wunsch nach PJ in Teilzeit angeht. Einzig das Krankenhaus, das in der Angelegenheit ja eigentlich am meisten zu sagen haben sollte, ist in allen Punkten einverstanden. Die Verwaltungsmaschinerie des Landesprüfungsamtes sowie der medizin. Fakultät der Uni köln stellen sich quer.... Das macht mich ein bisschen verzweifelt. Ich bin nicht bereit, Vollzeit PJ zu machen. Mona ist im August grade ein Jahr alt. Vielleicht bin ich ja doch etwas altmodisch in der HInsicht. Aber ... nein, ich will das nicht. Ich will sie auch nicht in eine KiTa geben, sondern zu einer Tagesmutter. Das war einfach auch der Grund, warum ich meine Kinder im Studium bekommen habe: Weil solche Dinge einfacher zu realisieren sein sollten als später!

Manchmal reißt mich dann der Frust weg... So vieles verpasst, Dinge, die ich nie nachholen kann:
Studium schnell durchziehen
mich nebenbei engagieren, z.B. Teddybärkrankenhaus,
Famulaturen im Ausland
PJ im Ausland
Zeit fürs Schreiben
Eindrücke sammeln
Er-leben
...
...

Stattdessen:
fast 10 Jahre Studium
zwei Kinder
langweilige Hausarbeit
keine einzige Woche meines Studiums im Ausland
null Engagement (wenn man von der Eltern-Kind-Initiative absieht)
wenig Zeit fürs Schreiben
viele Erlebnisse mit den Kids
viel Liebe zurück
ein Stück vom Glück
einen meist sehr lieben Ehemann
viele kurze Nächte
Kotze in den Haaren
Pipi am Boden
Spaß
Nervaufreibendes Schreien
manchmal abselut keine Nerven für nix
ein sich ständig Reflektieren
Erleben, dass ich so unfertig bin
so fehlbar voller Schwachstellen
viel viel lernen und an sich selbst arbeiten
verletzlich sein, denn Kinder machen sehr verletzlich
bin unersetzlich für meine Familie
viele viele bunte Bilder und Bastelarbeiten
(was macht man damit?? Ich kann kaum alles aufheben...)

Vielleicht hat sichs doch gelohnt.... war nicht im Ausland, dafür im Kinderland!

09 Januar 2009

Eigentlich...

... müsste ich nun davon erzählen, wie der Bagger unsere (bis dahin sowieso nutzlose) Telefonleitung kappte, unser alter Vermieter einen Anfall bekam wegen der Streifen in den (geputzten!) Fensterscheiben, die Stadt Dormagen unseren Wasseranschluss erneuerte (also die Zuleitung aus den großen Rohren von der Straße her, was erheblichen Lärm bedeutete) und so ziemlich alle und jeder hofften, das Baby würde schön brav im Bauch bleiben, bis die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen sind.
Was es ja auch tat, das Baby, ausgezählt von offizieller medizinischer Seite her für den 30.07., inoffiziell von meiner Hebamme und mir für den 04.08., machte sich erst am Nachmittag des 08.08.08 (!!!!!?!) auf den Weg, um dann doch erst in der ersten Stunde des 09.08.08 das Licht der Welt zu erblicken. (Wir haben das Wahnsinns-Schnapszahlen-Datum um ganze 26 min. verpasst.)

Also könnte ich jetzt den Geburtsbericht hier einfügen.

Habe ich aber gerade keine Lust zu! Wer ihn lesen möchte, schicke mir eine E-Mail, ich werde ihn umgehend zusenden. (Geschrieben ist er schon sehr lange. Es war eine sehr schöne, besondere Geburt, wenn auch ziemlich schmerzhaft.)

Was dann?

Nichts weiter, denke ich, denn mein Leben ist zur Zeit etwas einseitig: Ich bin von früh bis spät mit den Kindern und dem Haushalt beschäftigt. Zum Glück habe ich eine so liebe und redefreudige Tochter, sonst wäre es wirklich sehr langweilig hier.

Habe ich schon erwähnt, dass ich nach dem Jahrhundert-Unwetter hier auch noch den Jahrzehnte-Schneefall hier in der Gegend miterleben darf? Was für mich als alte Fränkin (fast) selbstverständlich zum Winter dazugehörte, nämlich das weiße Glitzern auf den Wiesen, Schlittschuh fahren und rodeln, ist hier fast unbekannt, mangels Kälte. Wir haben in den sechs Jahren, die wir hier wohnen, noch nie mehr als ein bis zwei Zentimeter Matschschnee erlebt.

Dieses Jahr hat Gott sich was anderes überlegt. Ich hege ja den Verdacht, dass er einfach mal wieder zeigen wollte, wie wahnsinnig lieb er die Appels hat. Eigentlich wollte ich ja gern einen Winterurlaub machen. Aber da Volker so viel arbeiten muss, geht das nun nicht.... - Ich war wirklich etwas traurig darüber, Ida ist schließlich schon 3 und hatte noch keinen richtigen Schnee gesehen!! Gott fand das wohl auch einen absolut unhaltbaren Zustand, zumal für eine Halb-Fränkin - und schickte umgehend größere Mengen Schnee nach NRW! Da liegt er nun, 15cm dick, schon seit einer Woche. Wir haben es sogar geschafft, einen Schlitten zu besorgen.

Aber aus Plastik. - Ich zitiere Volker: "Der ist so schön handlich, kann man ganz einfach im Auto verstauen, nimmt nicht viel Platz weg!". Ich zitiere Oma Ursel: "Oh, Du hast einen Schlitten bekommen. Einen richtigen Holzschlitten?" Ich zitiere Ida: "Ich hatte mir doch einen Holzschlitten gewünscht!" Und ich, als ich feststellte, dass der Schlitten tatsächlich unten in den Kinderwagen reinpasst: "Da hat Volker ja doch das richtige gekauft! Einen Holzschlitten könnte ich nicht so mitnehmen!"

Der Schnee ist herrlich. Leider schaffe ich es nicht so oft und lange wie ich möchte, mit den beiden Mädels rauszugehen. Ich könnte Mona ja ins Tuch tun, aber da fehlen im Moment Monas warme Fleece-Schläppchen. Die sind wie vom Erdboden verschluckt. (Wer hätte es gedacht: ein größeres Haus verschluckt noch mehr Dinge als eine kleine Wohnung. Manchmal frage ich mich, ob es irgendwo in diesem Haus ein Schwarzes Loch gibt. Ich meine, schwarze Türen hats ja genug..)

Wenn ich jetzt Single wäre... würde ich Skifahren gehen oder, wenn ich schon nicht wegfahren könnte, dann zumindest auf die Karnbaumweiher, Schlittschuh laufen.

Weil ich aber Mama bin, stille ich jetzt. Und wer immer da draußen mitliest, muss sich eben bis zum nächsten Mal gedulden.

14 November 2008

Umzug - und dann?...

Ich habe es ja angekündigt und angedroht: Irgenddwann kommen die Katastrophen.

Wir sind also am 21. Juli eingezogen.

Wenige Tage später gabs hier ein Riesenunwetter. Es stürmte, blitzte und goss aus Kübeln. Weil wir uns nicht sicher waren, ob in der "alten Wohnung" alle Fenster geschlossen waren, ist Volker nachts durch das Unwetter gefahren, hat nachgesehen und ist so gegen Mitternacht zurück gekommen.

Als er die Tür aufsperrte, kam ihm der Gedanke, doch auch mal bei uns in den Keller zu sehen. Als er das Treppenhaus betrat, kam ihm ein etwas modriger Geruch entgegen.

Im Keller stand das Wasser... gottseidank nur 1-2cm tief.

Leider hatte es Volkers zukünftiges "Arbeitszimmer" erwischt: Der Kellerraum mit Fußboden drin. Und natürlich war das auch der Kellerraum, in dem wir alles "vorerst" gestapelt hatten, was noch keinen richtigen Platz hatte......................................
Und so sah das ungefähr aus:



Schuld war das hier:



Es hatte nämlich kein Rückschlagventil. Da die Zuläufe auf den Straßen übersprudelten, weil das Wasser nicht so schnell abfließen konnte, wie es reinregnete, drückte es dann auch Wasser aus der Abwasserleitung ins Waschbecken... und in unseren Keller.

Volker war ziemlich fertig. Er hatte da jede Menge Segelflug- und Fahrrad-Bücher gelagert, die man nicht so einfach wieder kaufen könnte. Aber letztendlich war er schnell genug: Er räumte alles um, einige Kartons zerfielen, aber von seinen für ihn sehr wertvollen Büchern ist so gut wie nichts kaputt gegangen.
Unsere "Gästematratzen" waren allerdings hin, ebenso Volkers Schreibtisch.

Zum Glück war unser Vermieter sehr verständig und half uns, (indem er zwei starke Jungs vorbeischickte), den Keller zu räumen. Kurz darauf wurde der Boden herausgerissen.

Jetzt ist der Keller leer. Also er ist heute, am 14. November 2008, immer noch leer...

Wie kommt das?

Bei der Hausübergabe erwähnten die Vormieter, dass in diesem Kellerraum Schimmel an der Wand ist, für sie erst sichtbar nachdem sie ihre Regale abgebaut hatten. Bald war klar, dass man da von außen aufgraben muss, die Wand trocknen lassen, versiegeln und anschließend wieder zubaggern muss
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich zu diesem Zeitpunkt hochschwanger war und wir im Prinzip jeden Tag mit der Geburt rechneten...

Nach der Geschichte mit dem Regenguss beschloss der Vermieter kurzerhand, dass der Bagger so bald als möglich kommen soll.

Ich war sehr begeistert... Also ging es los.
Direkt vor unserem Esszimmerfenster baumelte die Baggerschaufel. Ida fand das mächtig interessant, sie war also erst mal beschäftigt. Ich fand den Lärm ziemlich nervtötend. Und das Baby hatte dann erst mal gar keine Lust mehr rauszukommen.


Mehr von den Komplikationen der Bagger-Aktion beim nächsten Mal.