15 März 2009

So also...

... es gibt sie die Leser. Das verpflichtet, oder?

Vor kurzem hatte ich einen runden Geburtstag, den wir nur so ein ganz klitzeklein bisschen gefeiert haben. Zwei Tage zuvor habe ich mich mal wieder bei einer meiner wenigen Autofahrten grandios verfahren. (hin 30 min, zurück 1h). Mein Schatz hatte ein Einsehen und hat mir ein Navi geschenkt. Es ist das absolut schönste Navi der Welt, und diesen Dienstag werde ich es endlich "einweihen".

Sonst.... waren wir hier alle viel krank. Am 6. März war Weltgebetstag der Frauen, Gastgeberland: Papua Neuguinea. Ich habe viel über das Land gelernt. Der Gottesdienst, den wir aus dem Nichts gestampft haben (so kam es mir vor), war ganz gut, denke ich. Mir ist im Kopf geblieben, Mut zu haben und den Geboten Gottes zu folgen. OK, das ist die Kurzform.... der Bibeltext war die Rettung des Mose..... Ähm. Es ist einfach zu spät. nachts um 2:30h krieg ich nix mehr gebacken.

Es ist viel passiert, auch Dinge, die ich gerne aufschreiben möchte aber nicht kann, denn sie sind einfach nicht für hier geeignet. Manchmal gerät das Leben völlig aus der Bahn, auch wenn äußerlich alles intakt ist... so bei mir - fühle mich wie zerschlagen und muss mich erst wieder berappeln. Mein Herz ... hofft dass es das übersteht ohne allzuviel Schaden zu nehmen.

Ida ist nicht so ganz glücklich im Kindergarten. Ich frage mich, ob ich eine neue Einrichtung suchen sollte. Falls ich ganztags PJ mache, bräuchte ich sowieso was, wo Mona auch hingehen kann.... Ich knicke langsam ein. Die Kölner kommen nicht in die Puschen. Ich versteh nach wie vor nicht, wieso sie sich so anstellen, es geht ja quasi nur um eine halbe PJ-Stelle.... ??!!

Na denn muss doch mal schlafen.

03 Februar 2009

Heimkehrer und Kinderland

Möchte ja gerne mal wissen, wer hier ab und zu vorbeischaut... zumindest von zweien weiß ich es. Diese beiden mussten sich fast einen Monat gedulden.

Es ist viel passiert in dem Monat. Mein Großvater ist heimgekehrt, und zwar am 10. Januar, also einen Tag nach meinem letzten Eintrag. Es war etwas plötzlich und unerwartet, obwohl er schon ziemlich betagt war. 94 Jahre sind eine ganze Menge.

Mein Großvater...

still und unerkannt
bescheiden und
mit Gnade überhäuft
auf der Suche nach
dem kleinen bisschen Glück
kam zurück aus der
Hölle des Krieges
sein bruder nicht
hat gearbeitet
hat mit seinen Händen
so viel immer noch sichtbares
geschaffen, gemalt, mit
Stuck geschmückt
liebte liebte liebte
seine Schlittschuhe
seine Frau
meine Schwester
las auch mit 94 noch Zeitung
hat in seinen jungen Jahren
so viel erlebt
ich glaub
der Krieg hat ihn gebrochen
wo sollte das Glück nur sein
so vieles nimmt er mit
weiß keiner mehr
nur er

Es ist so traurig, dass ich niemals mehr seine Hand werde drücken können. Zumindest nicht im Diesseits. Aber ich bin mir recht sicher, er hat am 11. Januar mit meiner anderen im Oktober verstorbenen Oma deren Geburtstag gefeiert. Gerade rechtzeitig ist er da angekommen...

Das Jetzt ist so kostbar, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir jetzt in unsere Nächsten investieren müssen, denn irgendwann ist es zu spät. Zu vieles bleibt dann unwiderbringlich.

Im Jetzt bin ich deswegen auch nicht bereit, mich fürs Praktische Jahr krummzumachen. In den letzten Tagen bin ich gegen unsichtbare Betonmauern gelaufen, was meinen Wunsch nach PJ in Teilzeit angeht. Einzig das Krankenhaus, das in der Angelegenheit ja eigentlich am meisten zu sagen haben sollte, ist in allen Punkten einverstanden. Die Verwaltungsmaschinerie des Landesprüfungsamtes sowie der medizin. Fakultät der Uni köln stellen sich quer.... Das macht mich ein bisschen verzweifelt. Ich bin nicht bereit, Vollzeit PJ zu machen. Mona ist im August grade ein Jahr alt. Vielleicht bin ich ja doch etwas altmodisch in der HInsicht. Aber ... nein, ich will das nicht. Ich will sie auch nicht in eine KiTa geben, sondern zu einer Tagesmutter. Das war einfach auch der Grund, warum ich meine Kinder im Studium bekommen habe: Weil solche Dinge einfacher zu realisieren sein sollten als später!

Manchmal reißt mich dann der Frust weg... So vieles verpasst, Dinge, die ich nie nachholen kann:
Studium schnell durchziehen
mich nebenbei engagieren, z.B. Teddybärkrankenhaus,
Famulaturen im Ausland
PJ im Ausland
Zeit fürs Schreiben
Eindrücke sammeln
Er-leben
...
...

Stattdessen:
fast 10 Jahre Studium
zwei Kinder
langweilige Hausarbeit
keine einzige Woche meines Studiums im Ausland
null Engagement (wenn man von der Eltern-Kind-Initiative absieht)
wenig Zeit fürs Schreiben
viele Erlebnisse mit den Kids
viel Liebe zurück
ein Stück vom Glück
einen meist sehr lieben Ehemann
viele kurze Nächte
Kotze in den Haaren
Pipi am Boden
Spaß
Nervaufreibendes Schreien
manchmal abselut keine Nerven für nix
ein sich ständig Reflektieren
Erleben, dass ich so unfertig bin
so fehlbar voller Schwachstellen
viel viel lernen und an sich selbst arbeiten
verletzlich sein, denn Kinder machen sehr verletzlich
bin unersetzlich für meine Familie
viele viele bunte Bilder und Bastelarbeiten
(was macht man damit?? Ich kann kaum alles aufheben...)

Vielleicht hat sichs doch gelohnt.... war nicht im Ausland, dafür im Kinderland!

09 Januar 2009

Eigentlich...

... müsste ich nun davon erzählen, wie der Bagger unsere (bis dahin sowieso nutzlose) Telefonleitung kappte, unser alter Vermieter einen Anfall bekam wegen der Streifen in den (geputzten!) Fensterscheiben, die Stadt Dormagen unseren Wasseranschluss erneuerte (also die Zuleitung aus den großen Rohren von der Straße her, was erheblichen Lärm bedeutete) und so ziemlich alle und jeder hofften, das Baby würde schön brav im Bauch bleiben, bis die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen sind.
Was es ja auch tat, das Baby, ausgezählt von offizieller medizinischer Seite her für den 30.07., inoffiziell von meiner Hebamme und mir für den 04.08., machte sich erst am Nachmittag des 08.08.08 (!!!!!?!) auf den Weg, um dann doch erst in der ersten Stunde des 09.08.08 das Licht der Welt zu erblicken. (Wir haben das Wahnsinns-Schnapszahlen-Datum um ganze 26 min. verpasst.)

Also könnte ich jetzt den Geburtsbericht hier einfügen.

Habe ich aber gerade keine Lust zu! Wer ihn lesen möchte, schicke mir eine E-Mail, ich werde ihn umgehend zusenden. (Geschrieben ist er schon sehr lange. Es war eine sehr schöne, besondere Geburt, wenn auch ziemlich schmerzhaft.)

Was dann?

Nichts weiter, denke ich, denn mein Leben ist zur Zeit etwas einseitig: Ich bin von früh bis spät mit den Kindern und dem Haushalt beschäftigt. Zum Glück habe ich eine so liebe und redefreudige Tochter, sonst wäre es wirklich sehr langweilig hier.

Habe ich schon erwähnt, dass ich nach dem Jahrhundert-Unwetter hier auch noch den Jahrzehnte-Schneefall hier in der Gegend miterleben darf? Was für mich als alte Fränkin (fast) selbstverständlich zum Winter dazugehörte, nämlich das weiße Glitzern auf den Wiesen, Schlittschuh fahren und rodeln, ist hier fast unbekannt, mangels Kälte. Wir haben in den sechs Jahren, die wir hier wohnen, noch nie mehr als ein bis zwei Zentimeter Matschschnee erlebt.

Dieses Jahr hat Gott sich was anderes überlegt. Ich hege ja den Verdacht, dass er einfach mal wieder zeigen wollte, wie wahnsinnig lieb er die Appels hat. Eigentlich wollte ich ja gern einen Winterurlaub machen. Aber da Volker so viel arbeiten muss, geht das nun nicht.... - Ich war wirklich etwas traurig darüber, Ida ist schließlich schon 3 und hatte noch keinen richtigen Schnee gesehen!! Gott fand das wohl auch einen absolut unhaltbaren Zustand, zumal für eine Halb-Fränkin - und schickte umgehend größere Mengen Schnee nach NRW! Da liegt er nun, 15cm dick, schon seit einer Woche. Wir haben es sogar geschafft, einen Schlitten zu besorgen.

Aber aus Plastik. - Ich zitiere Volker: "Der ist so schön handlich, kann man ganz einfach im Auto verstauen, nimmt nicht viel Platz weg!". Ich zitiere Oma Ursel: "Oh, Du hast einen Schlitten bekommen. Einen richtigen Holzschlitten?" Ich zitiere Ida: "Ich hatte mir doch einen Holzschlitten gewünscht!" Und ich, als ich feststellte, dass der Schlitten tatsächlich unten in den Kinderwagen reinpasst: "Da hat Volker ja doch das richtige gekauft! Einen Holzschlitten könnte ich nicht so mitnehmen!"

Der Schnee ist herrlich. Leider schaffe ich es nicht so oft und lange wie ich möchte, mit den beiden Mädels rauszugehen. Ich könnte Mona ja ins Tuch tun, aber da fehlen im Moment Monas warme Fleece-Schläppchen. Die sind wie vom Erdboden verschluckt. (Wer hätte es gedacht: ein größeres Haus verschluckt noch mehr Dinge als eine kleine Wohnung. Manchmal frage ich mich, ob es irgendwo in diesem Haus ein Schwarzes Loch gibt. Ich meine, schwarze Türen hats ja genug..)

Wenn ich jetzt Single wäre... würde ich Skifahren gehen oder, wenn ich schon nicht wegfahren könnte, dann zumindest auf die Karnbaumweiher, Schlittschuh laufen.

Weil ich aber Mama bin, stille ich jetzt. Und wer immer da draußen mitliest, muss sich eben bis zum nächsten Mal gedulden.

14 November 2008

Umzug - und dann?...

Ich habe es ja angekündigt und angedroht: Irgenddwann kommen die Katastrophen.

Wir sind also am 21. Juli eingezogen.

Wenige Tage später gabs hier ein Riesenunwetter. Es stürmte, blitzte und goss aus Kübeln. Weil wir uns nicht sicher waren, ob in der "alten Wohnung" alle Fenster geschlossen waren, ist Volker nachts durch das Unwetter gefahren, hat nachgesehen und ist so gegen Mitternacht zurück gekommen.

Als er die Tür aufsperrte, kam ihm der Gedanke, doch auch mal bei uns in den Keller zu sehen. Als er das Treppenhaus betrat, kam ihm ein etwas modriger Geruch entgegen.

Im Keller stand das Wasser... gottseidank nur 1-2cm tief.

Leider hatte es Volkers zukünftiges "Arbeitszimmer" erwischt: Der Kellerraum mit Fußboden drin. Und natürlich war das auch der Kellerraum, in dem wir alles "vorerst" gestapelt hatten, was noch keinen richtigen Platz hatte......................................
Und so sah das ungefähr aus:



Schuld war das hier:



Es hatte nämlich kein Rückschlagventil. Da die Zuläufe auf den Straßen übersprudelten, weil das Wasser nicht so schnell abfließen konnte, wie es reinregnete, drückte es dann auch Wasser aus der Abwasserleitung ins Waschbecken... und in unseren Keller.

Volker war ziemlich fertig. Er hatte da jede Menge Segelflug- und Fahrrad-Bücher gelagert, die man nicht so einfach wieder kaufen könnte. Aber letztendlich war er schnell genug: Er räumte alles um, einige Kartons zerfielen, aber von seinen für ihn sehr wertvollen Büchern ist so gut wie nichts kaputt gegangen.
Unsere "Gästematratzen" waren allerdings hin, ebenso Volkers Schreibtisch.

Zum Glück war unser Vermieter sehr verständig und half uns, (indem er zwei starke Jungs vorbeischickte), den Keller zu räumen. Kurz darauf wurde der Boden herausgerissen.

Jetzt ist der Keller leer. Also er ist heute, am 14. November 2008, immer noch leer...

Wie kommt das?

Bei der Hausübergabe erwähnten die Vormieter, dass in diesem Kellerraum Schimmel an der Wand ist, für sie erst sichtbar nachdem sie ihre Regale abgebaut hatten. Bald war klar, dass man da von außen aufgraben muss, die Wand trocknen lassen, versiegeln und anschließend wieder zubaggern muss
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich zu diesem Zeitpunkt hochschwanger war und wir im Prinzip jeden Tag mit der Geburt rechneten...

Nach der Geschichte mit dem Regenguss beschloss der Vermieter kurzerhand, dass der Bagger so bald als möglich kommen soll.

Ich war sehr begeistert... Also ging es los.
Direkt vor unserem Esszimmerfenster baumelte die Baggerschaufel. Ida fand das mächtig interessant, sie war also erst mal beschäftigt. Ich fand den Lärm ziemlich nervtötend. Und das Baby hatte dann erst mal gar keine Lust mehr rauszukommen.


Mehr von den Komplikationen der Bagger-Aktion beim nächsten Mal.

24 Oktober 2008

Selbstwertgefühle, Homöopathie und anderes

Dein Platz im Himmel wird aussehen, als sei er für dich gemacht, und zwar für dich allein, weil du für ihn gemacht worden bist. -- C.S. Lewis


Dieser Satz beschäftigt und beflügelt mich zur Zeit. Ein Platz, für den ich gemacht worden bin. Da kommt die Frage auf: Wie bin ich eigentlich? Wie könnte dieser Platz aussehen? Ich glaube, ein bisschen so, wie unser Wohnzimmer jetzt: Wir haben nun ein bequemes Sofa, und gleich nebendran Regale voller Bücher. Ganz wichtig wäre mir dann noch ein Telefon... Wie bin ich gemacht? --
Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind hier alle auf der Flucht. Als ich vom Kindergarten zurückgelaufen bin, vor ein paar Tagen, da hab ich die Felder weit draußen gesehen und das Morgenrot - und irgendwie wär ich gern weit weg gewesen. Vielleicht in Greifswald, am Meer. Habe mir gedacht: Wo ist der Ort, wo ich hingehöre? Wie weit müssen wir noch reisen, wie oft umziehen? Ich glaube, es geht vielen so. Oder sind nur wir so ruhelos? Ich denke wir suchen nach diesem Platz, für den wir geschaffen wurden, unablässig. Nachdem ich den Satz von C.S. Lewis gelesen habe, bin ich etwas ruhiger geworden: Nein, ich werde ihn hier auf Erden einfach nicht finden. Vielleicht ist es so unperfekt wie es grad ist, doch sehr schön? Kann ich´s trotzdem genießen? --

Ich hatte vor kurzem wieder so eine Begegnung, bei der ich mich so klein und nichtig gefühlt habe. Wir waren mit einer anderen Kindergarten-Mama unterwegs, die Kinder verschwanden hinter einer Hecke im Gebüsch und spielten da. Wir unterhielten uns. Irgendwann kamen wir auch aufs Alter zu sprechen, und da musste ich feststellen, dass ich ganze 5 Jahre jünger bin als besagte Mutter... Da sie zudem ungefähr zwei Köpfe größer ist als ich, fühlte ich mich doppelt klein. Ich konnte richtig spüren, wie in mir dieses Minderwertigkeitsgefühl aufstieg...

Das ist wohl schwer zu verstehen. Aber die meisten Mütter heutzutage haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung hinter sich. Ich mute da immer noch wie ein Küken an: Ich habe zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung. Aber eben noch eine nicht ganz abgeschlossene. Und von Berufserfahrung keine Rede... Das ist so ein bisschen frustrierend, ich komme mir oft wie ein kleines, dummes Mädchen vor.

In dem Fall konnte ich das aber erspüren, fühlte, dass dabei ganz viel "gespiegelt" ist, also eigentlich die Gefühle der Frau mir gegenüber sind, die sich in meiner Gefühlswelt spiegeln (ich weiß auch nicht, warum?). Im Nachdenken habe ich gemerkt: Nein, ich muss mich nicht minderwertig fühlen. Ich bin fast 30,bin verheiratet, habe zwei Kinder, und bald bin ich mit dem Studium fertig.

Ein für mich zur Zeit recht zentrales Erlebnis, was Selbstwert angeht, war Monas Geburt. Ich habe im wahrsten Sinn des Wortes ein Kind zur Welt gebracht, habe es geboren, aus mir heraus, mit meiner Kraft. Ich kann es nicht so ganz erklären, aber das stärkt mich innerlich schon sehr. Ich möchte deswegen keine Frau abwerten, die einen Kaiserschnitt hatte oder anderweitig medizinisch unterstützt wurde. Aber... es ist eben was anderes!
Ob die Geburt einen Unterschied für den Selbstwert eines Kindes ausmacht? Ich hatte vor kurzem eine Art "Zwiegespräch" mit Mona - es war, als wollte sie sagen: Danke, Mama, dass Du mich zur Welt gebracht hast!" - Und ich konnte ihr antworten: "Das habe ich gerne für Dich gemacht, meine Liebe!" -- Mir kam dieser Vergleich mit Jesus: Gott ist für mich durch unsägliches Leid gegangen, damit ich "von Neuem geboren" werden kann. Im christlichen Verständnis herrscht ja das Bild vom "Vater-Gott" vor, obwohl die Bibel auch andere Metaphern benutzt.
Doch der Herr antwortet: "Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es vergessen würde - ich vergesse dich niemals! Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben -- Jesaja 49,15-16

Unser Bild von Gott wird immer Stückwerk bleiben. Ich bin dennoch der Meinung, dass ein einseitiges Vaterbild falsch ist. In Gott steckt auch das Weibliche, die Mutter Gott. Oh jeh, das hört sich für manch einen ketzerisch an. Aber Gott hat Mann und Frau als sein Ebenbild geschaffen. So können nur Mann und Frau zusammen Gott "abbilden", ihm ähnlich sein. Sonst fehlt einfach etwas. -- Frauen fühlen sich im christlich-religiösen Zusammenhang zur "Mutter Gottes, Maria" hingezogen. Der Marienkult wird v.a. von Frauen hochgehalten. Ich denke, er rührt daher, dass ein patriarchalisches Christentum die "weibliche Seite" Gottes komplett ausgeblendet hat. Das ist bis heute nicht anders! Mutter Gott, das klingt gleich nach Indianern (Mutter Erde), nach Esoterik und allem Möglichen "Verbotenen". Leider wird Weiblichkeit immer noch sehr mit "Sünde" gleichgesetzt, zumindest in christlichen Kreisen. Und sei es nur unbewusst. (Meine Schwester könnte darüber eine Dissertation verfassen. Wäre sicherlich sehr interessant...) Vielleicht ändert sich das ja noch. Zumindest die Jesus Freaks sind da - soweit ich das mitbekomme - auf einem sehr guten Weg! (Sehr zu empfehlen: "Die Prinzessin auf der Kanzel" von Storch, im orkrist verlag erschienen.)

(Noch eine Anmerkung zum Bibeltext: Gott hat also Tattoos auf den Händen.. noch so ein Thema... - Ich erinnere mich mit guten, schönen Gefühlen daran, wie wir uns in Indien die Hände mit Henna bemalen ließen...)

Homöopathie

Noch ein Thema, was mich zur Zeit beschäftigt. Warum? Na, einmal wegen des Medizinstudiums. Zum anderen wegen ersten Selbstversuchen. Zum dritten: Homöopathie wird in christlichen Kreisen heiß diskutiert und von manchen als "okkult" bezeichnet. Man möchte natürlich nix falschmachen... naja, ich habe schon vor längerem festgestellt, dass Christen sich das Leben manchmal extra sehr kompliziert machen. Ich denke, für Gott wird es nicht so wichtig sein, ob ich nun mal Globuli genommen habe oder nicht. Meine innere Haltung dazu wird ihn aber schon interessieren!
Es gibt einen Verein Christlicher Heilpraktiker (Jaaa, es gibt auch Christen, die sich professionell mit alternativer Medizin beschäftigen!). Die sehen das grad mit der Homöopathie ganz locker. Ich vertraue diesen Menschen und bin also erstmal grundsätzlich der Meinung, dass Homöopathie ursprünglich nichts mit Okkultismus, Esoterik und Antoposophie (Steiner, Waldorf) zu tun hat(te). (Übrigens weiß ich aus der Biographie "Mother of an Army", dass Catherine Booth, Frau des Gründers der Heilsarmee, Homöopathie anwendete, als sie an Brustkrebs erkrankte)

Was mich auch sehr skeptisch macht: Homöopathie hilft so ziemlich gegen alles, zumindest, wenn man der DHU glaubt. Ich habe auch schon beobachtet, dass geradezu eine Abhängigkeit von den Globuli entsteht. Ohne Gobuli kann ja nichts mehr normal heilen! Kinder brauchen unbedingt Globuli, wenn sie sich den Kopf stoßen, es grenzt geradezu an Kindsmisshandlung, ihnen die Globuli zu verweigern! Für jede Befindlichkeit gibt es ein Kügelchen. Die DHU hat jetzt ein neues Mittel gegen Erschöpfung und Stress herausgebracht.Das trifft den Zeitgeist. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie schnell dieses ansonsten harmlose Mittelchen zur Sucht werden kann. Statt Strategien zu entwickeln, mit Stress umzugehen, werden Globuli eingeworfen...

Homöopathie behandelt ausschließlich Symptome und kennt keine Krankheiten, sondern "nur" "Krankheitsbilder". Dies ist einerseits positiv: Der Blick geht auf den ganzen Menschen, bezieht sein Temperament/seinen Charakter mit ein. Andererseits: Ein allergischer Schnupfen erzeugt die gleichen Symptome wie ein viraler Schnupfen. Trotzdem sollte man eine Allergie anders behandeln als eine Viruserkrankung. Das ist bei der Homöopathie nicht der Fall.
Dann bleibt also noch die Frage nach der Wirksamkeit und Wissenschaftlichkeit offen. Ich habe einen sehr aufschlussreichen Artikel im Wiki gelesen (hier) Danach muss ich ja mal sagen: Gute Nacht, Homöopathie! Alles Quark, Mumpitz und Käse. Kann eigentlich nicht funktionieren.

Dennoch: meine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie sind nicht völlig negativ.
Ich komme da einfach zu dem Schluss, dass Homöopathie zur sogenannten "Erfahrungsmedizin" gehört, zu der Gruppe von Arzneimitteln, die (wenigstens begrenzt) wirken, was wir eben aus der Erfahrung mehrerer Generationen wissen. Aber nicht erklären können.
Ich möchte dennoch davor warnen. Abhängigkeit und sich nur noch auf die Globuli verlassen können einfach nicht die Antwort sein.

Das soll nun mal reichen für heute.



16 Oktober 2008

Fotos eingefügt

Ich füge so nach und nach noch Fotos in alte Posts, es lohnt sich also, da nochmal zu schaun!!

Rückblende: Umzugstag

Am 21. Juli 2008 kamen die Möbelpacker und verfrachteten unseren Hausstand in den LKW.

Zuvor mussten natürlich Kartons gepackt werden... dazu kamen u.a. meine Eltern angereist, sie haben bestimmt 30-50(?) Kartons gepackt. Ich hatte ja schon einen dicken Bauch und war für solche Arbeiten eben nur begrenzt einsetzbar. Ich hab zwar auch einiges in Kartons gepackt (v.a. unsere Bücher und Anziehsachen), aber ohne die tatkräftige HIlfe verschiedener Leute hätten wir das nicht geschafft.


Sehr schade war allerdings, dass wir wegen des Umzugs nicht zur Hochzeit von Freunden konnten. Sie heirateten am Samstag vor unserem Umzugs-Montag, und da war einfach noch so viel zu tun...

Am Montag bin ich dann mit Ida zu meiner lieben Freundin Maria "ausgewandert". Sie war auch schwanger, allerdings mit Nr. 3. Irgendwie kriegt sie das sehr gut hin mit ihren Kindern, so dass es kein Problem war, dass wir sie "belagert" haben. Na, die Kids konnten ja auch miteinander spielen! Ida ist sehr gern bei Maria, da sie einen Garten haben. (Na, wir haben ja jetzt auch einen...)

Volker war den ganzen Tag schwer beschäftigt: Der Keller war noch nicht ganz verpackt. In der Küche war noch einiges übrig (Ich dachte, sie packen nicht nur das Geschirr ein.) Die vom Umzugsunternehmen veranschlagten 8h waren völlig utopisch. Ich glaube, insgesamt dauerte es 12h bis alles umgezogen war. Noch heute ärgere ich mich, wenn beschriftete Kartons im falschen Zimmer stehen. Gut, es waren auch einige nicht beschriftet... das ist dann auch was anderes.

Abends... das Schlafzimmer ist so riesig, ich hätte nicht gedacht, dass auch mit den aufgebauten Möbeln noch so viel Platz ist. Volker war sehr geschafft und musste am nächsten Tag arbeiten. Trotz allem waren und sind wir froh, den Schritt getan zu haben.

Die erste Woche war ein bisschen abenteuerlich: wie koche ich einigermaßen gesundes Essen ohne Herd? Na gut, wir sind dann auch einmal zu McDonald´s gefahren. Improvisation ist alles. Würstchen kann man mit heißem Wassser aus dem Wasserkocher überbrühen und ein paar minuten "ziehen" lassen.. :-) Ein Eimer taugt auch zum Abspülen...

In der zweiten Woche schafften wir es, mit Hilfe von meinen Vater, (der nochmal kam) und zwei guten Freunden, die Küche soweit aufzubauen, dass sie benutzbar war. Das war sehr viel wert. Sehr, sehr gut war auch, dass Susanne, Volkers Schwester, uns mit ihren Kindern besuchte. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Küche auch eingeräumt war und also sinnvoll benutzbar war, bevor Mona zur Welt kam. Wir werden sehen, die Küche spielte auch eine wichtige Rolle unter der Geburt...


Das war in den Tagen bis Anfang August nicht einfach: Ich war mit dem Bauch und Ida zu Hause, wir kannten noch kaum wen, es war teils sehr heiß, Ida vermisste ihre EKI und wollte bespaßt werden. Anfang August (Errechneter Termin war der 30. Juli, aber meine Kinder finden es immer sehr schön im Bauch...) habe ich darauf bestanden, dass Volker zu Hause bleibt. Das war die einzig richtige Entscheidung.

In den zwei Wochen vor der Geburt passierten noch haufensweise Katastrophen. Die gibts im nächsten Eintrag... :-)

26 September 2008

Rückblende: Uni und EKI

Da ja sonst alles ganz konfus läuft, drösle ich hier die einzelnen "Themenkreise" der letzten Monate auseinander.

Ein wichtiger Lebensabschnitt für mich und auch für Ida ging zu Ende.
Uni

Ich habe meine letzten Kurse belegt und ein paar Prüfungen abgelegt:

Zu Beginn des Semesters konnte ich Rechtsmedizin belegen: vier Wochen lang eineinhalb Tage die Woche. Die sehr guten Vorlesungen der Professorin Ritz-Timme kann ich wirklich sehr empfehlen. Das Baby im Bauch hat aber immer gestrampelt, als sie die ekligen Bilder an die Wand geworfen hat. Da hab ich mich ja schon gefragt, ob das so gut ist... Sehr interessant fand ich den Themenkreis Häusliche Gewalt sowie Umgang mit Gewaltopfern. Als Arzt wird man immer wieder auf diese Probleme stoßen. Die Opfer sind oft gar nicht bereit, sich als solche zu sehen. Täter kommen manchmal aufgrund der fehlenden Dokumentation ungeschoren davon. Frauen bleiben bei ihren schlagenden Männern, weil sie emotional nicht rauskommen.

Die mündliche Prüfung war sehr angenehm. Ich hatte zwar das Gefühl, alle anderen hätten viel fundiertere Antworten gegeben, aber letztendlich haben wir alle die gleiche Note bekommen. Also wieder ein Punkt abgehakt.

Als nächstes kam dann Humangenetik dran. Das war zwar nur eine VL, aber mit Anwesenheitspflicht. Da EKI erst um 8:30 begann, die VL aber um 8:00h, war das für mich schwierig, wenn Volker früh zur Arbeit ging und Ida nicht in die EKI bringen konnte. Der Dozent war aber sehr entgegenkommend, ich habe mehrmals mit ihm gesprochen, und schlussendlich waren meine Fehlzeiten kein Problem. Die schriftliche Prüfung war bekanntermaßen gut zu bestehen. Da waren wir zwar schon so halb am Umziehen, aber irgendwie geht immer was.

Nebenbei musste ich noch für Augenheilkunde lernen, da fehlte mir noch die Prüfung. Diese war ziemlich schwer, was zu erwarten war. Ich hab´s bestanden, das war für mich die Hauptsache.

EKI


Die Elterninitiative, die Ida besuchte, befand sich bereits in einer Umbruchphase. Einige Kinder kamen in den Kindergarten. Neue Kinder kamen dazu. Dadurch auch neue Eltern. Gleichzeitig hatten wir unsere Wohnung schon halb in Umzugkartons gepackt, und alle paar Tage fuhren wir zum neuen Haus. Dadurch war EKI noch so das beständigste in Idas Leben.

Am 18. Juli hatten wir dann unseren letzten Tag in der EKI und "feierten" Abschied, zusammen mit Yannick. Es war schön, aber es waren nur wenige Kinder da, das war wiederum schade.
Da EKI ja eine Elterninitiative ist, und man so einen recht engen Kontakt zu den anderen Eltern bekommt, bricht für uns ein "soziales Netz" weg. Zu einigen haben wir schon noch Kontakt, aber die Entfernungen sind doch so groß, dass man sich nicht mal eben besuchen kann. Na, es ist ja meistens so: wenn man sich gerne hat, spielt die Distanz keine Rolle, wenn beide Parteien Interesse haben, dann findet sich ein Weg.

22 September 2008

Kinderliebe

Heute war ein guter Tag: Früh nettes Frühstück mit den Frauen vom Geburtsvorbereitungskurs (aber es war schrecklich, bis wir losgekommen sind...), danach eine ruhige Zeit zu Hause, Essen war vorgekocht, also auch damit kein Stress!

Heute Nachmittag hatte Ida die Idee, dass eins ihrer Playmobil-Männchen "sich so doll verletzt hat, dass es stirbt!" Sie lachte dabei. Da habe ich ihr erklärt, dass man jemanden, der stirbt, in eine Kiste legt und beerdigt. Wir mussten dann also das Playmobil-Männchen beerdigen. Ich habe ihr von unserer Seele erzählt und dass Jesus die lebendig macht und mit in den Himmel nimmt und dass wir dann bei Gott sind. Was sagt meine Maus? "Dann ist das wie bei Jesus." "Ja, so ähnlich, der ist auch auferstanden und in den Himmel gekommen."

Volker fliegt morgen für ein paar Tage nach Amerika, Cedar Rapids, Iowa. Deswegen war der Abend etwas konfus, Volker versuchte zu packen, ich versuchte zu stillen und gleichzeitig Ida ins Bett zu bringen. Funktionierte natürlich nicht. Also hab ich erstmal gestillt, während Volker eine Geschichte vorlas. Dann habe ich wieder übernommen. Mit Ida und Mona gekuschelt, gesungen, gebetet. Ida hat das Thema des Nachmittages wieder aufgegriffen: Sie fragte mich, wie alt der Papa bei seinem nächsten Geburtstag wird. Ich: "40 Jahre".. Sie: "Na dann muss er ja bald sterben!" ich: "Nein, das glaub ich nicht, guck, Opa ist ja auch schon viel älter und lebt noch. Wir wollen, dass Papa noch gaaaanz lange lebt." "Ich will, dass Papa gar nicht stirbt." Hmm. Was sagt man da? Im Lauf des Gespräches kam dann noch: "Ich sterbe ja auch einmal." Ich habe ihr dann noch mal von Jesus erzählt und das fand sie, glaub ich, gut! Ich weiß nicht, ob ich hierbei alles richtig mache... Erziehung und alles was dazu gehört ist wirklich spannend.

Als Ida dann neben mir im Bett schlief und Mona auf der Matratze auf der anderen Seite, war ich irgendwie sehr glücklich. Schaute von einem Kind zum anderen. Fand es einfach so schön, zwei Kinder zu haben. Fragte mich, ob ich noch mehr von der Sorte will. Spürte eine Ruhe und einen Frieden. Oft bin ich nicht so nett zu Ida, finde ich. Mehr Klarheit und Ausgewogenheit täten gut. Ich arbeite daran. Ich glaube, ich darf unperfekt sein, meine Kinder werden daran nicht kaputt gehen. Solange sie spüren, dass ich sie liebe...

21 September 2008

Ritterliches

Zur Abwechslung mal was aus unserem "Alltag", wobei, Wochenende ist ja nicht Alltag. Gestern waren wir mit Y. und M. zusammen in Z. am Kunsthandwerkermarkt und - besonsers wichtig! - bei den Ritterspielen. Y. ist ein ganz lieber kleiner Junge, Idas bester Freund noch aus EKI-Zeiten. Sie verstehen sich sehr gut, und Ida mag M.auch sehr gerne - da werd ich manchmal schon neidisch. Aber Monika ist eben auch eine ganz, ganz Liebe! So haben sich also beide riesig gefreut, dass sie mal wieder zusammen spielen konnten. Am Nachmittag sind wir mit dem Bus also nach Z. gefahren. Das ist ein kleines, schon fast mittelalterlich wirkendes Städtchen mit einem Schloss, einer Freilichtbühne und einer Windmühle (leider nicht funktionstüchtig). Mit Mona ging das sehr unproblematisch, auch wenn sie beim Stillen wieder bisschen geschrien hat. Stillen ist mit Mona nicht so einfach. Ich habe teils sehr viel Milch, die dann richtig "einschießt". Mir zieht´s dabei im Busen, und Mona kriegt fast keine Luft, weil sie in Milch ertränkt wird. Zudem hat sie Schnupfen, deswegen kann sie noch schlechter atmen beim Trinken. Ich fand den Nachmittag sehr erholsam: Drei Erwachsene (Volker war ja auch dabei), und drei Kinder. Sehr entspannt. Um 16h gab es dann ein richtiges Ritterturnier, mit mittelalterlichem Prunk, Pferden, richtiger Ritterrüstung, Lanzen, Pfeil und Bogen und was man sich so vorstellen kann. Die Kinder haben es genossen. Allerdings, irgendwann war es doch etwas langatmig, da sind wir wieder gegangen. Anschließend sind wir noch eine ganze Weile durch die Stadt gebummelt, denn der Handwerkermarkt zog sich durch die ganze Innenstadt; die schönsten Stände fanden sich im Schlossinnenhof. Da gab es leckeren Käse aus der Region, sehr schöne Ledertaschen (ich hab eine gekauft!), hübsche getöpferte Kleinigkeiten für Haus und Hof, lustige Vögel aus Ton mit "Metallfedern" für den Garten, Schmuck, Holztiere, Geschmiedetes, Wollstulpen, Schaffelle... Mir hat vieles sehr gut gefallen. Abends hat Volker die beiden nach Hause gefahren, und ich habe es doch tatsächlich geschafft, beide Kinder alleine zum Schlafen zu bringen. Gute Übung für nächste Woche, Volker fliegt für ein paar Tage in die USA. Aber so wie es aussieht, kommt meine liebe Schwester!