25 April 2006

Lääängst zurück zu hause

Bin ja schon lange wieder zu hause, bin nur nicht zum Schreiben gekommen.
Greifswald war sehr inspirierend. Ich habe mit Reni vom OJC geredet, zum Thema "Kloster". Das war sehr gut. Im Prinzip hat sie mich in den Punkten bestätigt, die mir vorher schon klar waren. Sie hat aber auch den Vorschlag gemacht, dass wir doch erst mal für uns intensiver Gemeinschaft leben - also vermehrt Leute einladen, offenes Haus leben.

Dann hatten sie in der WG einen absolut tollen Bildband liegen:
"24 Stunden im Leben der katholischen Kirche".
Ich fand so faszinierend, wie viele Facetten diese große Kirche hat. Vieles mag verkrustet und zum reinen "Gesetz" geworden sein, aber ich bin mir sicher, dass es auch viel echte Spiritualität innerhalb der katholischen Kirche gibt. Gerade in den Klöstern leben, denke ich, Leute, die es echt ernst meinen mit Gott. In dem Bildband waren Fotos aus einem Wüstenkloster, von der Probe einer (amerikanischen) Trauung und von einem chinesischen Pfarrer, der mit fünf Leuten und einem improvisierten Altar Gottesdienst feiert. Und natürlich viele, viele andere sehr schöne Fotos...

Ein paar Tage später haben wir im Hauskreis über "Gemeinsames Leben" gesprochen. Ich weiß, vieles ist bruchstückhaft, aber ich kann mir auch immer noch nicht so ganz vorstellen, wie das konkret aussehen könnte. Wir müssen einfach gemeinsam etwas entwickeln, keine Ahnung, was... als Anhaltspunkt könnten vielleicht andere, schon existierende Gemeinschaften dienen: http://www.newmonasticism.org/

... ich muss jetzt schlafen gehen bzw. nach Ida gucken....

17 April 2006

Geschepper und Greifswald

Heute morgen wurden wir von einem sehr seltsamen, Klapperschlangen ähnlichem Geräusch geweckt... Als Volker zu Ida guckte, hatte sie ihre kuh in der Hand und ratterte damit über die Gitterstäbe ihres Bettchens. Die kuh ist eine Stoffkuh-Spieluhr mit einem Plastikring, an dem man die Spieluhr aufziehen kann. Das war es auch, was so ratterte... :) -

Ansonsten war der Tag durchdrungen von meiner Abfahrt nach HGW morgen: Ich war schon seit Jahren nicht mehr da und bin sehr gespannt, was sich alles verändert hat und ob ich ein paar alte Bekannte treffen werde. Zudem werde ich dort bei den Leuten der OJC wohnen. Vielleicht kann ich meine Gedanken zum kloster dort in bereits konkreter Realität miterleben.

Ich freue mich schon sehr. Viele schöne Erinnerungen werden wach, besonders an die Ostsee und die Natur da!

Damals habe ich ein Gedicht geschrieben, allerdings war das auf Zingst, da ist es noch beschaulicher (viiiel beschaulicher) als in HGW:

9.4.99 - Zingst

Weite Weite Weite
Wellen und Meer
das
Wasser Sand Strand
ewige Weiße weit bis
das Auge reicht
leichte Halme
und Dünen
Wege ein wenig Wald
stemmt sich gegen den
Wind
Windhauch lufterfüllende
Vögel Büsche und Sträucher
dunkelgrün
Sand in Wogen bewachsene Dünen
Weite Ufer Buchten Brecher
Schaum
krone Sümpfe Morast fast schwarzes
Wasser die Bäume spiegelnd
Nester
Stille Quaken Zwitschern
Meerduft salziger
frischer ewiger
Meerduft
salziger frischer ewiger Meerduft
Weite Weite Weite

16 April 2006

Kinder, Kinder...

Ich muss nun doch mal meine Gedanken zum Thema Kinderkriegen niederschreiben. Wir waren letzes Wochenende auf einer Hochzeit mit gaanz vielen jungen Leuten (die Brautleute sind auch grade 20 Jahre jung!). Einige waren wohl so um die 25, die allermeisten "mit Anhang", also mit Freund oder Freundin, und ein paar junge Ehepaare. Dann waren da noch wir und ein Ehepaar, die werden wohl so in den 30ern oder 40ern gewesen sein. Wir und dieses Ehepaar waren die Einzigen mit Kindern. Ich kam mir wirklich vor wie ein Alien. Naja, zum Glück hat Klein-Ida recht früh mehr oder weniger geschlafen, sonst wär sie wohl von allen wie ein Marsmännchen betrachtet worden. Na gut, ich kann schon verstehen, dass die ganzen "jungen Leut" noch keine Kinder haben. Aber so ganz kann ich´s nicht verstehen. Heute waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen. Es war eine Runde von mehreren Ehepaaren sowie zwei, drei Single-Frauen, Durchschnittsalter : ich würde mal sagen 35 Jahre. Außer den Gastgebern waren wir wieder die Einzigen mit Kind. (Ich bin 27, Volker 37..) Diesmal war Ida wach, und anfangs saßen alle um die Kleine, als hätten sie sowas Außergewöhnliches schon lange nicht mehr gesehen. Die Gespräche kreisten bestimmt eine halbe Stunde um Ida/uns/Kinder. Mir wars schon fast peinlich. Da hab ich die Welt echt nicht mehr verstanden: Das waren alles Leute mit geordneten Verhältnissen. Wenn solche Menschen keine Kinder bekommen, wer denn dann? Ich meine, es gibt immer gute Gründe fürs Kinder kriegen, und gute Gründe dagegen, egal in welcher Lebensphase man steht. Wir haben auch lange hinund her überlegt. Aber mit dem Verstand kommt man bei dieser Frage eh nicht weiter: Kinder sind immer ein Wagnis, aber eben immer auch etwas ganz besonderes und bereicherndes. Es gibt einfach nichts Vergleichbares auf dieser Welt! Vielleicht tue ich manchen unrecht, vielleicht klappt es halt bei manchen nicht. Aber ich denke, das ist ein kleiner Teil der Leute. Bzw. ein immer größer werdender Teil, weil die Paare so lang damit warten, bis es echt langsam schwierig wird. Glaubt ja keiner, dass es schwieriger wird, weil man liest und hört ja immer wieder von Frauen, die mit 40 ihr erstes Kind kriegen. Ist aber so, es wird nun mal nicht einfacher. Na gut, jetzt hab ich mir die Eindrücke des heutigen Tages von der Seele geschrieben. Am "Kloster" arbeiten wir weiter. Demnächst steht ein Gesprächstermin mit unserem Pastor an. Wir sind sehr gespannt, was er zu all unseren Gedanken sagt! In unserer Gemeinde gibt es viele Dienste, aber wenig Gemeinschaft, zumindest empfinden viele das so. Mich beschäftigt ein bisschen die Frage, wie das kloster in diese Gemeinde passt, reinpasst, dazupasst. Eigentlich ist es ja eine ganz andere Form von Gemeinde, von der wir da reden. Einer monastischen statt ekklesiastischen Form. Bei ersteren handelt es sich um eine Lebensgemeinschaft, die jeden Tag christliche Gemeinschaft lebt. Die ekklesiastische Form ist eine Versammlungsgemeinde: sie kommt einmal in der Woche zu einer "Versammlung", also dem Gottesdienst, zusammen. Hier kann der Einzelne weitgehend so bleiben, wie er ist. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an das Lied zu ProChrist vor ein paar Jahren:
"Zu Gott kann ich so kommen, wie ich bin... bei Gott muss ich nicht bleiben, wie ich bin."
Ich glaube, dass Gott gerade den Anderen, den Mitchristen gebraucht, um mich zu verändern. (Und auch den Ehemann, die Familie, ...) Wenn ich mir von niemanden in´s Leben sprechen lasse, wenn ich auf meiner Insel lebe, die ich eben nur Sonntags zum Gottesdienst verlasse (und meinetwegen auch mittwochs für den Hauskreis), dann werd´ich wahrscheinlich weitgehend so bleiben, wie ich bin. Die Frage ist: wie können wir in einer bestehenden (ekklesiastischen) Gemeinde mehr Inseln zusammen legen? Wie schaffen wir Raum für Interaktion, Beichte, lebensveränderndes Reden, Transparenz, mehr Liebe und Hingabe untereinander und an Gott? Fakt ist: unsere Lebens-Inseln liegen meist sehr weit voneinander entfernt: sei es räumlich, zeitlich, was unsere Interessen betrifft (oft einziges gemeinsames Interesse: die Gemeinde... Gefahr: geistliches christliches Ghetto...), beruflich etc. Riesige Mengen Meer trennen uns, und die Boote, mit denen wir zwischen den Inseln hin- und her schippern, sind nicht besonders seetüchtig. Meist bleibt auch nicht viel Zeit, die unbekannten Inseln zu erkunden! Dazu gibt es immer ein paar Leute, die stundenlang über ihre eigene Insel reden können, ohne uns die Blumen und Dornen wirklich zu zeigen. Vielleicht sind die Blumen viel schöner und das Dornengestrüpp gar nicht so undurchdringlich... Während ich schreibe, merke ich, wie in mir eine große Liebe für all die Menschen anrollt, wie eine große Welle. In meinem Leben ist vieles auch nicht einfach. Wir streiten uns öfters. Auch ich trage Wunden mit mir herum. Nichts ist wirklich perfekt. Wir zoffen uns z.B. regelmäßig, weil Volker unbedingt ganz überpünktlich sein will, und ich mir denke: es ist nicht soo dramatisch, wenn wir nicht schon eine halbe Stunde früher da sind. Er möchte aber gerne "Zeit für die Leute haben". Oberflächlich mag es um Unpünktlichkeit gehen, tief drinnen geht es um ganz grundlegende Bedürfnisse...: Volker liebt es, unter Menschen zu sein. Er bekommt Entzugserscheinungen, wenn er zwei Tage nicht unter Leuten war. Ich liebe es, mich morgens nicht hetzen zu müssen, in Ruhe zu frühstücken, und den Tag langsam angehen zu lassen. Ich mag keinen "Kaltstart". - Wir arbeiten dran. Schön, das alles aufzuschreiben, so kriege ich meine Gedanken klarer. So merke ich, was ich eigentlich will... Zum Kloster habe ich noch viele, viele weitere Gedanken. Ich komme kaum dazu, sie geordnet -oder ungeordnet - niederzuschreiben. Seit kurzem lese ich "Nachfolge" von Dietrich Bonhoeffer. Dabei formen sich noch viel mehr Ideen zu angrenzenden Themen... ich werde es für heute dabei belassen. Ich wünsche mir viel mehr Liebe und Hingabe in meinem Herzen für die Menschen um mich herum - und mehr ehrliche Inselerkundungen.

28 März 2006

klostergedanken

Am Sonntag (26. März) waren wir bei Freunden und haben wieder einmal unsere "Klostergedanken" gewälzt. Dabei geht es um ein bewusst gewähltes Zusammenleben, in Form einer Wohngemeinschaft, was aber doch über eine reine WG hinausgehen soll. Jesus Christus soll uns verbinden.

Auf dem Freakstock 2005 ging es in einem Seminar "Freaks, wo sind deine Mönche?" um eine neue-alte Art, den Glauben in Gemeinschaft zu leben und nicht nur Sonntags zum GoDi zu gehen. (Hier gibt es eine 20min-Kurzfassung) Dieses Seminar hat uns sehr angesprochen, Volker und ich hatten den Eindruck: das ist eigentlich genau das Ding, wonach wir die ganze Zeit in den verschiedenen Gemeinden unbewusst suchen. Wir sind beide "starke" Gemeinschaftsmenschen, es ist uns wichtig, Beziehungen und Freundschaften zu bauen und zu pflegen. Dennoch haben wir recht bald nur noch über die praktische Umsetzung geredet: Großes Haus kaufen oder mieten, oder was? Car-Sharing, Kühlschrank- & Waschmaschinen-Sharing und die ganzen praktischen Vorteile... dabei ist der geistliche Aspekt voll untergegangen.

Dietrich Bonhoefer schreibt in "Gemeinsames Leben":

"Die seelische Liebe liebt den Anderen um seiner selbst willen.
Die geistliche Liebe liebt den Anderen um Christi willen."
Ich buchstabiere das für mich grade durch. Wie oft haben wir gehört, wir sollen den Anderen mit Gottes Augen sehen... klar, oder? "In Gottes Augen ist xyz eine ganz tolle Person, aber ich find ihn trotzdem sche...." - Ich fange die Sätze neuerdings mit "Jesus" an: "Jesus ist für xyz am Kreuz gestorben." "Jesus liebt xyz." "Jesus ist der Anfänger und Vollender im (Glaubens-)Leben von xyz." - Allein die letzte Aussage entlastet mich gewaltig: ich brauch denjenigen jedenfalls nicht zurechtzubiegen, weil ich weiß, dass Jesus da schon dran ist.
Was hat das jetzt mit "Kloster" oder Communität zu tun? Total viel, ich glaube, der geistliche Background entscheidet darüber, ob so eine Gemeinschaft funktioniert, lebt, ein lebendiges, waberndes, sich fortbewegendes Gebilde ist, oder ob man innerhalb der Gemeinschaft auch wieder nur nebeneinander herlebt. Dann teilt man zwar die gleiche Haustüre und vielleicht auch noch Autos und Waschmaschinen, aber es kann keine tiefere, geistliche Gemeinschaft entstehen.

Ich wünsche mir sehr, dass Jesus viel mehr Raum gewinnt in meinem Leben, dass sich Dinge in mir verändern.

Soviel für heute.

25 März 2006

heute...

... war ein lauer Tag: für meine Verhältnisse sind wir früh aufgestanden, ich habe meine Kleine gestillt und bisschen Müsli gegessen. Dann war auch schon die Schwiegermama da. Es ist echt entspannend, die Kleine mal nicht ´rumzutragen, sondern ganz in Ruhe Müsli zu essen. Ich habe das so selten. Ida ist ganz angetan von ihren Großeltern, auch wenn sie sich immer erst ein bisschen an sie gewöhnen muss.
Dann haben wir gewartet. Auf die Männer.

Zu Ikea wollten wir auch. Aber Ida hat drei Stunden geschlafen, obwohl ich dachte, sie wacht jeden Moment mit nem Bärenhunger auf. Sind wir also erst um vier bei Ikea gewesen. Ida bekommt jetzt auch so ein grünes Blatt über´s Bett.

Es regnet. - Ich hab keine Lust auf Zeitverschiebung...

Morgen (das ist ja schon ganz bald!) starten wir das KONFIS mit den Teenies in der Gemeinde. Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Hier ein Ausschnitt aus unserer Titelseite: (oh, das bild ist von Daniel Peter (http://www.daniel-peter.de/), ich hoffe, das stört ihn nicht:

So. Kein besonderer Start für den Blog. Ich werde hier wohl öfters ganz Alltägliches posten. Muss jetzt in die Kiste bzw. noch bissl was für morgen vorbereiten.