Dein Platz im Himmel wird aussehen, als sei er für dich gemacht, und zwar für dich allein, weil du für ihn gemacht worden bist. -- C.S. Lewis
Dieser Satz beschäftigt und beflügelt mich zur Zeit. Ein Platz, für den ich gemacht worden bin. Da kommt die Frage auf: Wie bin ich eigentlich? Wie könnte dieser Platz aussehen? Ich glaube, ein bisschen so, wie unser Wohnzimmer jetzt: Wir haben nun ein bequemes Sofa, und gleich nebendran Regale voller Bücher. Ganz wichtig wäre mir dann noch ein Telefon... Wie bin ich gemacht? --
Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind hier alle auf der Flucht. Als ich vom Kindergarten zurückgelaufen bin, vor ein paar Tagen, da hab ich die Felder weit draußen gesehen und das Morgenrot - und irgendwie wär ich gern weit weg gewesen. Vielleicht in Greifswald, am Meer. Habe mir gedacht: Wo ist der Ort, wo ich hingehöre? Wie weit müssen wir noch reisen, wie oft umziehen? Ich glaube, es geht vielen so. Oder sind nur wir so ruhelos? Ich denke wir suchen nach diesem Platz, für den wir geschaffen wurden, unablässig. Nachdem ich den Satz von C.S. Lewis gelesen habe, bin ich etwas ruhiger geworden: Nein, ich werde ihn hier auf Erden einfach nicht finden. Vielleicht ist es so unperfekt wie es grad ist, doch sehr schön? Kann ich´s trotzdem genießen? --
Ich hatte vor kurzem wieder so eine Begegnung, bei der ich mich so klein und nichtig gefühlt habe. Wir waren mit einer anderen Kindergarten-Mama unterwegs, die Kinder verschwanden hinter einer Hecke im Gebüsch und spielten da. Wir unterhielten uns. Irgendwann kamen wir auch aufs Alter zu sprechen, und da musste ich feststellen, dass ich ganze 5 Jahre jünger bin als besagte Mutter... Da sie zudem ungefähr zwei Köpfe größer ist als ich, fühlte ich mich doppelt klein. Ich konnte richtig spüren, wie in mir dieses Minderwertigkeitsgefühl aufstieg...
Das ist wohl schwer zu verstehen. Aber die meisten Mütter heutzutage haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung hinter sich. Ich mute da immer noch wie ein Küken an: Ich habe zwar eine abgeschlossene Berufsausbildung. Aber eben noch eine nicht ganz abgeschlossene. Und von Berufserfahrung keine Rede... Das ist so ein bisschen frustrierend, ich komme mir oft wie ein kleines, dummes Mädchen vor.
In dem Fall konnte ich das aber erspüren, fühlte, dass dabei ganz viel "gespiegelt" ist, also eigentlich die Gefühle der Frau mir gegenüber sind, die sich in meiner Gefühlswelt spiegeln (ich weiß auch nicht, warum?). Im Nachdenken habe ich gemerkt: Nein, ich muss mich nicht minderwertig fühlen. Ich bin fast 30,bin verheiratet, habe zwei Kinder, und bald bin ich mit dem Studium fertig.
Ein für mich zur Zeit recht zentrales Erlebnis, was Selbstwert angeht, war Monas Geburt. Ich habe im wahrsten Sinn des Wortes ein Kind zur Welt gebracht, habe es geboren, aus mir heraus, mit meiner Kraft. Ich kann es nicht so ganz erklären, aber das stärkt mich innerlich schon sehr. Ich möchte deswegen keine Frau abwerten, die einen Kaiserschnitt hatte oder anderweitig medizinisch unterstützt wurde. Aber... es ist eben was anderes!
Ob die Geburt einen Unterschied für den Selbstwert eines Kindes ausmacht? Ich hatte vor kurzem eine Art "Zwiegespräch" mit Mona - es war, als wollte sie sagen: Danke, Mama, dass Du mich zur Welt gebracht hast!" - Und ich konnte ihr antworten: "Das habe ich gerne für Dich gemacht, meine Liebe!" -- Mir kam dieser Vergleich mit Jesus: Gott ist für mich durch unsägliches Leid gegangen, damit ich "von Neuem geboren" werden kann. Im christlichen Verständnis herrscht ja das Bild vom "Vater-Gott" vor, obwohl die Bibel auch andere Metaphern benutzt.
Doch der Herr antwortet: "Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es vergessen würde - ich vergesse dich niemals! Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben -- Jesaja 49,15-16
Unser Bild von Gott wird immer Stückwerk bleiben. Ich bin dennoch der Meinung, dass ein einseitiges Vaterbild falsch ist. In Gott steckt auch das Weibliche, die Mutter Gott. Oh jeh, das hört sich für manch einen ketzerisch an. Aber Gott hat Mann und Frau als sein Ebenbild geschaffen. So können nur Mann und Frau zusammen Gott "abbilden", ihm ähnlich sein. Sonst fehlt einfach etwas. -- Frauen fühlen sich im christlich-religiösen Zusammenhang zur "Mutter Gottes, Maria" hingezogen. Der Marienkult wird v.a. von Frauen hochgehalten. Ich denke, er rührt daher, dass ein patriarchalisches Christentum die "weibliche Seite" Gottes komplett ausgeblendet hat. Das ist bis heute nicht anders! Mutter Gott, das klingt gleich nach Indianern (Mutter Erde), nach Esoterik und allem Möglichen "Verbotenen". Leider wird Weiblichkeit immer noch sehr mit "Sünde" gleichgesetzt, zumindest in christlichen Kreisen. Und sei es nur unbewusst. (Meine Schwester könnte darüber eine Dissertation verfassen. Wäre sicherlich sehr interessant...) Vielleicht ändert sich das ja noch. Zumindest die Jesus Freaks sind da - soweit ich das mitbekomme - auf einem sehr guten Weg! (Sehr zu empfehlen: "Die Prinzessin auf der Kanzel" von Storch, im orkrist verlag erschienen.)
(Noch eine Anmerkung zum Bibeltext: Gott hat also Tattoos auf den Händen.. noch so ein Thema... - Ich erinnere mich mit guten, schönen Gefühlen daran, wie wir uns in Indien die Hände mit Henna bemalen ließen...)
Homöopathie
Noch ein Thema, was mich zur Zeit beschäftigt. Warum? Na, einmal wegen des Medizinstudiums. Zum anderen wegen ersten Selbstversuchen. Zum dritten: Homöopathie wird in christlichen Kreisen heiß diskutiert und von manchen als "okkult" bezeichnet. Man möchte natürlich nix falschmachen... naja, ich habe schon vor längerem festgestellt, dass Christen sich das Leben manchmal extra sehr kompliziert machen. Ich denke, für Gott wird es nicht so wichtig sein, ob ich nun mal Globuli genommen habe oder nicht. Meine innere Haltung dazu wird ihn aber schon interessieren!
Es gibt einen Verein Christlicher Heilpraktiker (Jaaa, es gibt auch Christen, die sich professionell mit alternativer Medizin beschäftigen!). Die sehen das grad mit der Homöopathie ganz locker. Ich vertraue diesen Menschen und bin also erstmal grundsätzlich der Meinung, dass Homöopathie ursprünglich nichts mit Okkultismus, Esoterik und Antoposophie (Steiner, Waldorf) zu tun hat(te). (Übrigens weiß ich aus der Biographie "Mother of an Army", dass Catherine Booth, Frau des Gründers der Heilsarmee, Homöopathie anwendete, als sie an Brustkrebs erkrankte)
Was mich auch sehr skeptisch macht: Homöopathie hilft so ziemlich gegen alles, zumindest, wenn man der DHU glaubt. Ich habe auch schon beobachtet, dass geradezu eine Abhängigkeit von den Globuli entsteht. Ohne Gobuli kann ja nichts mehr normal heilen! Kinder brauchen unbedingt Globuli, wenn sie sich den Kopf stoßen, es grenzt geradezu an Kindsmisshandlung, ihnen die Globuli zu verweigern! Für jede Befindlichkeit gibt es ein Kügelchen. Die DHU hat jetzt ein neues Mittel gegen Erschöpfung und Stress herausgebracht.Das trifft den Zeitgeist. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie schnell dieses ansonsten harmlose Mittelchen zur Sucht werden kann. Statt Strategien zu entwickeln, mit Stress umzugehen, werden Globuli eingeworfen...
Homöopathie behandelt ausschließlich Symptome und kennt keine Krankheiten, sondern "nur" "Krankheitsbilder". Dies ist einerseits positiv: Der Blick geht auf den ganzen Menschen, bezieht sein Temperament/seinen Charakter mit ein. Andererseits: Ein allergischer Schnupfen erzeugt die gleichen Symptome wie ein viraler Schnupfen. Trotzdem sollte man eine Allergie anders behandeln als eine Viruserkrankung. Das ist bei der Homöopathie nicht der Fall.
Dann bleibt also noch die Frage nach der Wirksamkeit und Wissenschaftlichkeit offen. Ich habe einen sehr aufschlussreichen Artikel im Wiki gelesen (hier) Danach muss ich ja mal sagen: Gute Nacht, Homöopathie! Alles Quark, Mumpitz und Käse. Kann eigentlich nicht funktionieren.
Dennoch: meine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie sind nicht völlig negativ.
Ich komme da einfach zu dem Schluss, dass Homöopathie zur sogenannten "Erfahrungsmedizin" gehört, zu der Gruppe von Arzneimitteln, die (wenigstens begrenzt) wirken, was wir eben aus der Erfahrung mehrerer Generationen wissen. Aber nicht erklären können.
Ich möchte dennoch davor warnen. Abhängigkeit und sich nur noch auf die Globuli verlassen können einfach nicht die Antwort sein.
Das soll nun mal reichen für heute.